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DISTASTE – Der Erträger Und Das Fleisch (2023)

(8.630) Maik (8,0/10) Grindcore


Label: FDA Records
VÖ: 06.10.2023
Stil: Grindcore






Als ich die deutschsprachigen Titel las, überkam mich zunächst eine gewisse Abneigung, hatte ich in der Vergangenheit doch da schon einige Momente lyrischer Fremdscham erleiden müssen. Zum Glück konnten DISTASTE aus Österreich, trotz des passenden Namens, diese Furcht recht schnell in Stücke kloppen.

Wobei ‚recht schnell‘ und ‚in Stücke kloppen‘ eigentlich schon fast als Rezension genügen würde, denn DISTASTE scheppern eine ordentliche Grindwalze in die Botanik, dass der Sissi die Krone ins Hummersüppchen fällt. Das geht schon gleich mal mit voller Kraft los, denn ohne irgendwelches Introgedudel und ähnlichen Hokuspokus blasten sich die Alpenländer ordentlich einen von der Palme.

Und das Ganze ist nicht etwa bloss brutalstes Geschepper, sondern im Rahmen des Möglichen bei derartiger Mucke schaffen es DISTASTE, auch mal die eine oder andere Melodie aus dem Sechssaiter zu zaubern. Melodien, die teilweise sogar im Melodic Death Metal zu Hause sein könnten, nur eben um einiges brutaler. Einige der besonders flirrenden Gitarrenangriffe dürften auch dem schwarzmetallischen Ohr eine neue Politur verpassen, weshalb die Jungs ihren Stil selbst als „Blackened Deathgrind“ bezeichnen. Insbesonders beim fast- Titletrack „Der Erträger“ oder dem Song „Geiferloch“ kommt das deutlich zum Tragen.

Der Brutalitätsfaktor wird natürlich durch das unmenschliche Getrommel des achtarmigen Yannik auf Extremlevel gehievt, ohne dass der ganze Kram im undefinierbaren Soundmatsch landet. Das bewirkt, dass man aus all dem Geprügel, Gedresche und Geholze genug heraushört, was die Mucke interessant macht.

Natürlich ist, wer schnell spielt, auch schnell fertig. Und wenn man von Ausnahmen wie dem knapp dreieinhalbminütigen „Theresa“ oder „Das Leid Und Sein Gift“, dem einzigen Stück, dem man etwas Getragenheit andichten könnte und welches sogar 5:40 lang ist, absieht, zwiebeln die meisten Songs unterhalb der drei- oder sogar zweiminütigen Distanz. Und dass es da ordentlich auf die Lauscher gibt, dürfte klar sein. Das Album kommt also trotz vierzehn Tracks nicht mal auf ne halbe Stunde, aber nach dieser Zeit ist eh alles Kleinholz.

Jedenfalls ist das hier ein recht ordentliches Stück Deathgrind, den die Mannen aus Linz hier zusammengebosselt haben. Wer auf Bands wie NASUM, BRUTAL TRUTH oder ROTTEN SOUND steht, sollte sein Lauschgewürge definitiv mal an „Der Erträger Und Das Fleisch“ anflanschen.

Anspieltipp: „Geiferloch“ und „Secrets“


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST:

01. Zerfallsprozess
02. Narrenkappe
03. Äquivalent Scheisse
04. Geiferloch
05. Der Erträger
06. Fleischlawine Eisentod
07. Das Leid Und Sein Gift
08. Faschrist
09. Mängelexemplar
10. Theresa
11. Sisyphos
12. Sieben
13. Raffer
14. Das Kalte Beil



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