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DRAIN DOWN - Toxic Society (2024)

(8.738) Olaf (9,5/10) Thrash Hardcore Metal


Label: MDD Records
VÖ: 29.02.2024
Stil: Thrash / Hardcore Metal






Was habe ich es als Kind geliebt, neue Musik und Bands zu entdecken, mit wehenden Fahnen komplett zertrümmert zu werden und permanent von den Eltern gesagt zu bekommen, dass ich den Krach doch bitte leiser machen solle. Venom, Slayer, Possessed, Metallica oder Exodus wurden inhaliert, aufgesaugt und in die bis heute vorhandene DNA integriert, nur um im Laufe der nächsten Jahrzehnte festzustellen, das vieles zwar großartig kopiert wurde, aber niemals wieder etwas so meine Augen hat leuchten lassen, wie das erste Mal mit den ganz Großen.

Umso mehr bekomme ich beim Schreiben dieser Zeilen Gänsehaut, denn das Freiburger Dreigestirn von Drain Down hat exakt das geschafft, was für mich früher den Heavy Metal ausgemacht hat: Sie haben mich vom ersten Ton an mitgenommen, begeistert und meine langsam zerfallende Hülle um gut und gerne 30 Jahre verjüngt.

Das zweite Werk „Toxic Society“ ist ein räudiger Bastard aus unfassbar aggressiven Riffing, Highspeed Drumming und einer fetten Hardcore Schlagseite, bei denen Discharge Jünger einen Harten bekommen sollten. Und all das von drei Burschen, die mich so unfassbar harmlos und nett vom Promofoto aus angrinsen. Ob die dabei wussten, was sie mit ihrer Musik bei mir auslösen?

Bei manchen Songs muss mal als Zuhörer schon ein wenig Angst haben, dass sich das Trio mit ihrem Hochgeschwindigkeits-Gebolze nicht überschlägt, doch fast jeder brutale Aufgalopp wird entweder mit einem zünftigen Gangshout oder einer etwas langsameren Mosh-Passage aufgefangen, um danach erneut das Bodenblech durchzutreten. Bestes Beispiel hier ist der Titeltrack, mein persönlicher Favorit des gesamten Albums, welches mit mannigfaltigen Highlights gespickt ist.

Dazu hat Kollege Brandes von den Iguana Studios den Mannen aus dem Breisgau einen Sound auf den Leib gezimmert, der seinesgleichen sucht. Brutal, herrlich räudig und einfach nur passend für diese Art von Mucke, die mir breite Grinse-Furchen ins Gesicht trieb. Auch textlich können die Mannen um Ferdinand Panknin, der in unserer Redaktion mit seiner anderen Band Aeonblack und dem Album „The Time will come“ ebenfalls für Applaus sorgte, für Ausrufezeichen sorgen. Sozialkritische Themen und der Niedergang unserer Gesellschaft werden ganz im Stile von Bands wie Agnostic Front oder Sick of it all verarbeitet und passen sich perfekt an diesen Soundtrack zum Ausrasten an.

Ich konnte mich vor Begeisterung kaum halten, stand mehrfach vom Rechner auf, um die imaginäre BC Rich zu schwingen, breitbeinig vor dem Wohnzimmertisch zu posen und die von meiner Frau in diesem Zusammenhang von der Tanke erworbene Schädelhülse nach Genuss an meinem Kopf zu zerdrücken. Kurzum: Ein Trip in meine Jugend, für den ich unendlich dankbar bin. Höllenscheibe und schon jetzt eine DER Entdeckungen des Jahres!


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Fake Leaders
02. Nothing is real
03. Toxic Society
04. Scams
05. Zero Tolerance
06. Political Animal
07. Stultus Populus
08. Sadistic Bloodsucker
09. No Regrets
10. Claiming Consequences



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