IM KLANG DER LETHARGIE



Mit ihrem ersten Album „Echoes of the Earth“ bewiesen Soothsayer, aus dem Süden Irlands, durchaus ihre Eigensinnigkeit. Der atmosphärische Doom Sludge, der beim indischen Transcending Obscurity, eine erste Heimat gefunden hatte, war hierbei dem klassischen New Orleans Sludge recht gut entwachsen.

Dabei begeisterte die Band mich recht schnell, u.a. mit einem Song wie „Cities of Smoke“, der sich zwischen britischen Gothic Doom, Göteborg Death und griffiger Sludge Urkraft noch deutlicher von den gängigen Genrevorgaben absetzte. Sänger Liam Hughes war so freundlich und beantwortete unsere Fragen, für die beliebte The New Breed Rubrik. 

Bitte stellt Euch kurz vor. Wie kam es dazu, dass ihr euch entschlossen habt eine Band zu gründen? Wie habt ihr euch gefunden?

Wir sind der Soothsayer. Fünf Musiker aus Cork City, Irland, die sich mit dem Wunsch, einen schweren, lethargischen Sound zu kreieren, recht schnell zueinander hingezogen fühlten.

Auf was habt ihr Wert gelegt, als ihr Musiker für eure Band gesucht habt? War es schwierig diese zu finden? Gab es Dinge, die ihr dabei über die musikalischen Qualitäten gestellt habt?

Als wir zusammenkamen, war es wichtig, dass wir empathisch und emotional miteinander kommunizieren können, über die gesprochene Sprache hinaus. Uns war es wichtig ein Wir Gefühl hervorbringen zu können, dass uns an einen gemeinsamen Strang ziehen lässt. Unsere Vorliebe für schwere und lethargische Musik vereint, erlebtes aufarbeiten lässt. 

Worauf lag der Fokus als ihr begonnen habt an dem Album zu arbeiten? Worin unterscheidet es sich zu früheren Aufnahmen? Nennt uns 3 Dinge die euer neues Album zu etwas Besonderen machen.

Wir arbeiten ständig an neuen Songs und erforschen unsere Vision, wollen unsere Möglichkeiten stets ausschöpfen. Unser Debutalbum „Echoes of the Earth“ war ein besonderes Kapitel im fortlaufenden Handlungsstrang von Soothsayer, es war von Anfang an unsere Idee es so zu handhaben. Als wir begannen aufzunehmen, war die Situation im Allgemeinen schon relativ frustrierend. Die Aufnahmen unseres Albums spiegelt das recht gut wieder, wenn auch relativ abstrakt.

Unser Fokus liegt immer nur auf einer gewünschten kreativen Leistung, bei der wir klar kommunizieren können, was wir ausdrücken wollen. Wir alle haben ein starkes Gefühl bei mehreren Problemen und Dingen, die wir nicht immer im Alltag verarbeiten können. Wir haben vieles, was wir gerne sagen würden, aber wir verfügen nicht über die angemessene Sprache, um unsere Botschaft auszudrücken oder sie zu übermitteln. Wenn wir jedoch die Stimme von Soothsayer beschwören, fangen wir an, gemeinsam in einer Sprache zu sprechen, die wir gemeinsam verstehen können.

Das Album ist einfach der nächste Schritt in unserem Versuch, unsere eigene Sprache zu lernen. „Echoes Of The Earth“ wurde an einem kalten Frühlingstag im Jahr 2019, zwei Jahre vor seiner Veröffentlichung, live aufgenommen. Es wird sehr bald eine Vinyl-Veröffentlichung über Vendetta Records geben.


Was wolltet ihr mit der Wahl eures Bandnamens ausdrücken, standen auch andere Namen zur Auswahl? Was hat euch dabei bestärkt, Bücher oder besondere Filme?

Der Name ergab sich durch eine Reihe von verschiedenen Ereignissen, die sich in unserem Leben rund um die Gründung der Band ereigneten. Einige Zeit später haben wir uns gefunden und verbanden ähnliche Vorstellungen, um all dies innerhalb eines musikalischen Fokus aufzuarbeiten.

Wir alle hatten eine gemeinsame Liebe zu „diesem Wir-Gefühl“, das man von bestimmten Filmen, Musikstücken und Beispielen aus der Kunst sicher kennt. Es war das Streben nach diesem Gefühl, das uns vereinte.

Sind euch Vorbilder wichtig? Haben bestimmte Musiker & Bands euch in irgendeiner Weise beeinflusst, wenn ja welche wären dies? Wenn es diese musikalischen Ziehväter bei euch nicht gibt, was ist es dann?

Auf einer gewissen abstrakten Art haben wir Vorbilder, die jene bereits genannten Ansichten und Gefühle sehr gut umschreiben. Es ist die größte Inspiration, die Quelle. Nicht eine Band, kein Film, kein Künstler besitzt es als Ganzes, vielmehr werden Fragmente, Stücke und Elemente aus mehreren Quellen verwendet, um unser Leuchtfeuer und unser Wort mit Leben zu füllen.

Erzählt uns auf was legt ihr beim Songwriting besonderen Wert? Wie entstehen eure Songs, wer von euch ist dabei insbesondere beteiligt?

Uns ist es wichtig, dass wir jeweils gleichzeitig in den Songwriting-Prozess eingebunden sind. Jeder mit seinen besonderen Fertigkeiten. Wir bilden daraus eine Art Klanggerüst, welches wir dann zu einem klareren definierten Stück formen. Wir bearbeiten diese Strukturen so lange, bis es deutlicher an Klarheit gewinnt.

Daran anknüpfend, was sind die Themen, die euch in lyrischer Hinsicht beschäftigen, woraus zieht ihr dabei eure Ideen? Gibt es Texter und Autoren, die euch dabei besonders imponieren?

Die lyrischen Konzepte von Soothsayer sind in den alltäglichen, modernen Gefühlen des Einzelnen verwurzelt. Sind jedoch durch eine metaphysische und esoterische Ebene verbunden. Es ist ein positives Gefühl, es ist authentischer Art.

Die Natur ist für uns eine natürliche Inspirationsquelle, insbesondere angesichts unserer Umgebung hier im Süden Irlands, und auf der anderen Seite auch unser soziales und politisches Umfeld. Wie bei der Musik sind auch unsere Texte nicht besonders von Lebenden oder verstorbenen Charakteren inspiriert.


Wo fand euer Erste und auch Beste Auftritt statt? Bevorzugt ihr eher Club oder Festivalauftritte? Welche wären das? Und wieso eigentlich?

Unser erster Auftritt fand am Valentinstag 2014 in einem kleinen Pub in Cork statt. Wir treten gerne in fast jeder Umgebung auf. Es ist immer ein Erlebnis und wir sind offen dafür, überall zu spielen, wo die Musik uns hinführt. Wir würden das eine nicht dem anderen vorziehen. Aber wir würden sehr gerne mehr Festivals spielen.

Gibt es Bands, mit denen ihr gern mal auf Tour gehen würdet? Und falls euch ein Veranstalter mal buchen möchte, was müsste er dafür auf die hohe Kante legen?

Es gibt viele Bands, mit denen wir gerne touren würden, wir wären offen für Tourneen mit jeder Art von performativen Künstlern. Wenn uns da draußen jemand mag, meldet Euch einfach bei uns, wir sind völlig unkompliziert. Auch für ein paar gute Getränke sind wir immer offen.

Was ist das Besondere an eurer Metalszene, in Eurer Heimatstadt? Welche Clubs oder Bands gibt es bei Euch, die man sich unbedingt merken sollte?

In unserer Stadt gibt es einige wirklich tolle und herausragende Metalbands. Es wäre unmöglich, sie alle zu benennen. Ich wage mal einen Versuch, Bands die ich mag und mir am Herzen liegen sind: Partholón, Coroza, God Alone und Córr Mhona. 

Nach dem aktuellen Release, was sind eure Pläne?

Wir haben an unserem nächsten Album gearbeitet und werden versuchen, bereits Anfang dieses neuen Jahres (2022) wieder ins Studio zu gehen. Dann hoffen wir sehr unsere Musik auf der ein oder anderen Bühne den Leuten präsentieren zu können. Wir würden uns unheimlich freuen.

Zum Abschluss, ihr könnt ein paar letzte Worte an unsere Leser richten.

Mach weiter so, seid euch selbst treu und erschafft wo es nur möglich ist Kunst.  


TIMO

Interviewpartner: Liam Hughes (Vocalist)


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