NATÜRLICH SPRITZT GENUG BLUT



Marius Berendsen ist ein umtriebiger Mensch und hat in seiner Vita schon eine ganze Menge an Reminiszenzen gesammelt. Unter anderem verdingte er sich bei Thyrgrim und hob mit Equilibriums Robbse die Schwarzmetaller von Mallevs Malificarvm aus der Taufe. Doch damit nicht genug.

Mit Tragedy and Triumph hat der Hansdampf-in-allen-Gassen eine Band an den Start gebracht, die jedem Fan alter…gaaaaaanz alter Amon Amarth ein Freudentröpfen in den Lederslip spülen wird.Krass dabei war, dass mir die Scheibe seit fast einem Jahr vorlag, ich diese auch mehrfach genießen durfte, doch erst in diesem Jahr pandemiebedingt das Licht der Welt erblickte. Doch lassen wir Marius und seinen Frontmann Raphael Weller selbst zu Wort kommen. Der new Breed mit Tragedy and Triumph!

Bitte stellt Euch kurz vor. Wie kam es dazu, dass ihr euch entschlossen habt eine Band zu gründen? Wie habt ihr euch gefunden?

Marius:
Ich heiße Marius, komme aus Bocholt an der holländischen Grenze. Ich hab alles Instrumentale auf dem Album komponiert und eingespielt. Nachdem ich ungefähr ein halbes Jahr vergeblich auf Sängersuche war, führte das Schicksal mich und Raphael zusammen und wir fanden uns auf einem Konzert seiner Band Ad Nemori in Ansbach / Mittelfranken.

Raphael: Hallo zusammen! Ich bin Raphael aus München und großer Metal-Enthusiast und in mehreren Bands/Projekten aktiv. Wie es das Schicksal so wollte, haben wir uns auf einem Ad Nemori Konzert kennengelernt und Kontakte ausgetauscht. Einige Monate später kam dann von Marius die Anfrage, ob ich nicht als Sänger bei seinem Viking-Metal Projekt einsteigen möchte.

Auf was habt ihr Wert gelegt, als ihr Musiker für eure Band gesucht habt? War es schwierig diese zu finden? Gab es Dinge, die ihr dabei über die musikalischen Qualitäten gestellt habt?

Marius:
Beim auswählen des Live-Lineups hab ich ganz besonderen Wert drauf gelegt, dass meine Mitmusiker die Songs wirklich ernsthaft sehr gut finden. Das ist wichtiger als jeder Technische Kleinkram. Ich ziehe einen guten Songwriter mit viel Motivation jederzeit einem technisch perfekten Soli-Gitarristen vor.

Raphael: Da ich nicht mitgesucht habe, kann ich nur sagen, dass ich mich sehr gefreut hatte, für dieses Projekt in Frage zu kommen.

Worauf lag der Fokus als ihr begonnen habt an dem Album zu arbeiten? Worin unterscheidet es sich zu früheren Aufnahmen? Nennt uns 3 Dinge die euer neues Album zu etwas Besonderen machen.

Marius:
Das geschah mehr oder weniger unbewusst. Ich hab mir vorher nicht wirklich Gedanken gemacht oder Grenzen gesetzt. Das Album hat sich nach 2-3 Songs „verselbstständigt“ und es war sehr schnell klar wohin die Reise geht. Ich denk da bewusst nicht wirklich viel drüber nach, sondern lass es einfach aus mir raussprudeln. Natürlich gibt’s immer mal (und damit mein ich: oft und viele) Riffs oder Licks die ich direkt wieder verwerfe, aber so ist das ja immer.

Raphael: Zunächst ist es als Sänger und Texter ein Riesengeschenk, wenn man ein fertiges Album kredenzt bekommt und damit frei Arbeiten darf. Ich bekam von Marius zu jedem Song einen Titel und durfte die Lyrics und Vocals für diese schreiben. Dabei habe ich großen Wert darauf gelegt, keine rudimentären Huldigungen nordischer Götter oder heroischer Wikinger zu verfassen.

Ganz im Sinne des Bandnamens, wollte ich mit der möglichst lebensnahen Darstellung der Protagonisten tragische Geschichten erzählen. Die Tragik resultiert meist aus dem Umstand, dass sich die Hauptcharaktere in den jeweiligen Situationen (Krieg, Überfall, Hinterhalt, Kampf um die Thronfolge etc.) ihrer eigenen Fehler oder der Fehler ihrer Jarls, Familienmitglieder oder Mitstreiter bewusst werden. Natürlich spritzt genug Blut und es gibt in jedem Song immer mindestens einen Toten. Allerdings wollte ich stets Wikinger darstellen, die über die erlebte und verübte Gewalt auch wie normale Menschen reflektieren, anstatt diese einseitig zu glorifizieren.

Um das ganze möglichst authentisch zu halten, habe ich jeweils mithilfe von historischen Quellen kulturelle und praktische Aspekte des Wikingerlebens herausgegriffen und eingebaut. Zudem habe ich mich von skandinavischer und germanischer Folklore inspirieren lassen und versucht die Texte in einem dementsprechenden Sprachstil zu halten. Ferner habe ich manche Gehalte auch an wahre bzw. historisch verbuchte Begebenheiten angelehnt (z.B. Hymns vor a Newborn Star).

Gerade das Wikinger-Setting stellt für mich persönlich auch den Größten Unterschied zu früheren Aufnahmen und Projekten dar. Da es sehr viele Pagan- und Viking-Metal Bands gibt, ist es schwierig überhaupt noch Alleinstellungsmerkmale zu finden oder das besondere zu betonen.

1.) Ich würde sagen, dass die konsequente lebensnahe Darstellung der Charaktere in einer Welt, in der die Götter nur im Glauben existieren etwas Besonderes ist, auch wenn es solche Texte natürlich auch schon gibt.

2.) Ich habe mich gesanglich am extremen Metal orientiert (Death, Black, Doom und ganz bisschen Thrash), sodass sich dadurch vielleicht eine Genre-untypische Stilbandbreite behaupten lässt

3.) Allgemein finde ich das Songwriting von Marius wirklich herausragend und für das Genre erfrischend vielseitig


Was wolltet ihr mit der Wahl eures Bandnamen ausdrücken, standen auch andere Namen zur Auswahl? Was hat euch dabei bestärkt, Bücher oder besondere Filme?

Marius:
Mich haben tatsächlich, so doof es klingt, die Songs selbst zu dem Bandnamen gebracht. Ich hatte schon länger die Vision, dass sich jeder Song mit den Themenkomplex „Tragödie und Triumph“ befassen soll, also musste ich da nicht mehr allzu lang drüber nachdenken.

Raphael: Auch da habe ich nicht mitgewirkt, finde diesen aber super und nach wie vor für den Schreibprozess höchst inspirierend

Sind euch Vorbilder wichtig? Haben bestimmte Musiker & Bands euch in irgendeiner Weise beeinflusst, wenn ja welche wären das? Wenn es diese musikalischen Ziehväter bei euch nicht gibt, was ist es dann?

Marius
:Natürlich hab ich eine Menge Musikalische Ziehväter. Angefangen mit Musik bin ich damals dank Mike Portnoy von Dream Theater. Nachdem ich Schlagzeug jahrelang in Musikschulen gelernt habe, habe ich mir das Gitarrespielen selbst beigebracht. Zu meinen Einflüssen an der Klampfe zählen auf jedenfall Abbath, John Petrucci, Van Halen, David Gilmour, Stevie Ray Vaughan etc. Ich wurde auch von vielen Bands beeinflusst, nennbar wären da Immortal, Bathory, Dream Theater, Rush, Pink Floyd, Slayer, Metallica, Sentenced, Grand Magus etc.

Raphael: Vorbilder waren mir nie wirklich wichtig. Wobei ich den Growl von Åkerfeldt bis heute stark bewundere. Ich habe zwar neben Black, Death und Doom immer gerne auch Pagan, Viking und Folk gehört, allerdings haben diese Bands mich nicht speziell im Schaffensprozess beeinflusst. Nichtsdestotrotz hat Marius und mich immer schon die Liebe zu I, Helrunar und zum Black Metal verbunden.

Erzählt uns auf was legt ihr beim Songwriting besonderen Wert? Wie entstehen eure Songs, wer von euch ist dabei insbesondere beteiligt?

Marius
: Ich kann tatsächlich nicht genau sagen, worauf ich immer besonderen Wert lege – Ich seh jeden Song als in sich geschlossene Einheit. Es kann durchaus sein, dass ich 2 Songs für ein Album schreibe welche jeweils eine komplett andere Struktur, Takt, Tempo und Tonart haben. Mir aber sehr wichtig, dass die Songs eine ähnliche Atmosphäre haben. Woran ich diese genau festmache, ist mir auch ein Rätsel.

Raphael: Ich habe mich wie gesagt ausschließlich um die Lyrics und die Gesangs-Rhytmik gekümmert. Ich habe mich dann immer mit dem Song in Dauerschleife hingehockt und Part für Part geschrieben. Hierbei habe ich am meisten Wert auf ansprechende Betonungen und eine stringent und möglichst spannend erzählte Geschickte gelegt.

Daran anknüpfend, was sind die Themen, die euch in lyrischer Hinsicht beschäftigen, woraus zieht ihr dabei eure Ideen? Gibt es Texter und Autoren, die euch dabei besonders imponieren?

Marius
:Die Antwort überlass ich gerne meinem Texter.

Raphael: Einiges habe ich vorhin schon vorweggenommen. Natürlich steht bei mir eine Edda im Regal und ich habe mich bei den Lyrics u.a. von der Nieblungensage, dem Hildebrandlied, von nordischen Balladen des Mittelalters (Ritter und Elfen, Liebe und Tod - Nordische balladen des Mittelalters von Klaus Böldl & Katarina Yngborn) und historischen Überlieferungen u.a. von Ibn Fadlān inspirieren lassen

Wo fand euer erste und auch beste Auftritt statt? Bevorzugt ihr eher Club oder Festivalauftritte? Welche wären das? Und wieso eigentlich?

Marius:
Unser erster Auftritt überhaupt fand vor kurzem auf dem Fimbul Festival auf Burg Bornstedt statt. Obwohl wir die zweite Band des Festivals waren, war es brechend voll vor der Bühne. Der Gig lief ganz hervorragend, wir mussten (durften) 2 Zugaben spielen – Besser hätte es nicht laufen können.

Raphael: Fimbul Festival! Ich liebe beide Settings, bevorzuge dennoch Clubs, da solche Gigs persönlicher sind und da mehr Leute konkret für das gegebene Lineup da sind. Zum Beispiel Backstage oder Feierwerk in München.

Gibt es Bands, mit denen ihr gern mal auf Tour gehen würdet? Und falls euch ein Veranstalter mal buchen möchte, was müsste er dafür auf die hohe Kante legen?

Marius
:Natürlich gäbs tausende Bands mit denen ich gerne spielen würde, z.b.: Wizard, Grand Magus, Helrunar, Primordial, Abbath, Hypocrisy. Meiner Erfahrung nach ist es aber auch ziemlich cool im Rahmen eines Auftritts neue Bands und Leute kennenzulernen, um neue Kontakte und Freundschaften zu knüpfen. Natürlich verlangen wir auch eine Gage, um die gröbsten Kosten zu decken, wir wissen aber auch dass wir eine noch junge Band sind, deshalb sind wir auch flexibel und kompromissbereit.

Raphael: Am liebsten mit mindestens einer der folgenden: Helrunar, Árstíðir Lífsins, Havukruunu, Thyrfing oder Firtan.

Wie war eigentlich das Catering auf euren bisherigen Shows, welche Getränke und Speisen sind dabei eure Favoriten gewesen? Was ist euer Lieblingsgetränk?

Marius:
Es gab Bier und Bratwurst, mehr brauch ich nicht um ein glücklicher Mann zu sein. Wenns noch irgendwo einen guten Whisky gibt bin ich wunschlos glücklich.

Raphael: Meine Lieblingsgetränke sind Wasser und Bier.

Was ist das Besondere an der Metalszene, in Eurer Heimatstadt? Welche Clubs oder Bands gibt es bei Euch, die man sich unbedingt merken sollte?

Marius:
Mir fallen hier höchsten die werten Kollegen von Wizard und ihr Dunstkreis ein – Ich glaube viel mehr gibt’s in Bocholt nicht an „Metalszene“ - es sei denn ich kenn da tatsächlich niemanden von – geh ich aber eher weniger von aus.

Raphael: Ich habe das Gefühl, dass die Münchener Metal Szene immer größer wird und freundschaftlicher zusammenwächst. Neben Feierwerk und Backstage seien noch die RAW Bar, das Flex, das Born to Rock und das Abseits erwähnt. An Bands gibt es wirklich einiges zu entdecken. Hier eine kleine Auswahl: Waldgeflüster, Uprising, Hailstone, Eridu, Knaat, Craving for Chaos, Commander, Pequod, Amplified Memory, Impermanence, Whispers of the Damned, Facing the SwarmThought, Tortureslave und aufgrund der Nähe zur Szene last but not least Metavoid.

Seit es eure Band gibt wer war bis jetzt am meisten empört oder entsetzt darüber, jemand aus eurer Familie oder doch die Kulturministerin oder Bürgermeister eurer Stadt?

Marius:
- Lustigerweise gibt es tatsächlich ein Video auf unseren Instagram Kanal, in dem der Bürgermeister von Bocholt, Thomas Kerkhoff, Tragedy & Triumph alles Gute wünscht, haha.

Raphael: Eigentlich bislang niemand. Selbst meine Oma ist erfreut.

Nach der Veröffentlichung eures aktuellen Albums, was sind eure Pläne?

Marius:
So viel und oft live spielen. Zudem hab ich die Arbeiten am nächsten Album schon begonnen!

Raphael: Zunächst einige Auftritte und in nicht allzu ferner Zukunft neue Songs

Zum Abschluss, ihr könnt ein paar letzte Worte an unsere Leser richten.

Marius:
Vielen Dank für das Interview! Unser Debutalbum gibt’s momentan komplett Gratis auf Bandcamp – Pumpt es laut!

Raphael: Bleibt stabil, hört harte Musik und seid tolerant!



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