T-V

VEIL OF SECRETS – Dead Poetry (2020)

(6.664) Maik (7,0/10) Doom Metal


Label: Cranksonic
VÖ: 30.11.2020
Stil: Doom Metal

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Ehrlich gesagt, konnte ich mit Bands wie THE THIRD AND THE MORTAL oder TRISTANIA nie wirklich etwas anfangen. Das ist allerdings Geschmackssache und soll hier nicht allzu sehr in den Vordergrund geschoben werden. Ex-TRISTANIA- Sängerin Vibeke Stene hat nun ihre eigene Band gegründet, in welcher sie mit Asgeier Mikkelsen (unter anderem Ex- BORKNAGAR, SARKE, TESTAMENT…) dem melancholischen Doom Metal frönt.

VEIL OF SECRETS heißt die neue Spielwiese, und das Album beginnt auch gleich mit doomigem Riffing, in welchem eigentlich ganz gut was geht. Dann setzt Vibeke ein, und ehrlich gesagt, ist so eine schöne, elfengleiche Stimme zwar ein guter Kontrast zur wuchtigen Mucke, allerdings nimmt das auch enorm viel Heavyness aus der ganzen Schiene. Das verstärkt sich dann noch, als das Tempo rausgenommen wird und ein schmachtendes Streichinstrument einsetzt. „The Last Attempt“ heißt das Stück, soll aber gewiss noch nicht den letzten Versuch darstellen, meine Hörorgane auf eine gewaltige Probe zu stellen.

Mit „Sear The Fallen“ beginnt dann noch ruhiger, liedhafter und getragener, und die Sache wandelt sich dann erst ab dem zweiten Drittel zu etwas heftigerer Gitarrenarbeit. Nun kommt auch mal ein wenig rauhbauziges Geröhr vom Asgeir dazu. Doch über allem schwebt Vibekes Stimme wie ein silberner Nebel. „Remorseful Heart“ lebt vom Wechsel von ruhigen Parts und heftigeren Teilen, bei denen die Gitarre mal schön brezeln darf, und auch der Rauhbauzgesang etwas mehr zum Tragen kommt. Spätestens jetzt beginnt allerdings der Moment, wo mir sowohl die ständige Geigerei und auch Vibekes Operngesang ein klein wenig auf die Kanüle geht. Das hat dann allerdings den Nachteil, dass es mich dann doch etwas an Konzentration fehlt, um dem Album weiter mit voller Aufmerksamkeit zu folgen. Doch im Grunde tut sich auf den nächsten Songs nicht allzu viel Anderes als bisher. Man fühlt sich hin und hergerissen, denn solange nur die Instrumente arbeiten geht das eigentlich als melancholischer Gothic-Doom durch, aber sobald das Mädel trällert, bin ich draußen.

Ich weiß dass das Wort „Trällerelse“ böse und unartig ist, aber mir fällt hier leider nichts anderes ein. Das ist eben angewandte Mathematik: Wenn von einer Trällerelsenband die Trällerelse weggeht, und ihre eigene Band gründet, haben wir eben zwei Trällerelsenbands. Und wie gut es klingen kann, wenn die Dame mal in normaler Höhe singt, als nur in den höchsten Regionen zu schwelgen, kann man beim Song „Bryd“ feststellen. Ansonsten ist das einfach anstrengend, und man freut sich ein zweites Loch in den Arsch, wenn, ebenfalls bei „Bryd“, mal Gitarren und der fast schwarzmetallische Gesang vom Asgeir dominieren.

Solche metallisch reinen Momente sind allerdings recht selten auf „Dead Poetry“. Denn zumeist dominiert dann doch der weibliche Glockengesang, und der ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Natürlich wird auch dieses Album seine Freunde finden, und das ist ja auch nicht schlecht. Wer auf getragenen Gothic Doom steht, der ein wenig in Richtung MY DYING BRIDE geht, und wer sich nicht von opernhaftem Engelsgesang abschrecken lässt, darf sich hier gern mal längshören. Ich für meinen Teil bin jetzt froh, mich tapfer durch die drei Hördurchgänge gearbeitet zu haben, und mache das jetzt aus.

Anspieltipps: „The Last Attempt“ und „Bryd“


Bewertung: 7,0 von 10 Punkten


Tracklist:
01. The Last Attempt
02. Sear The Fallen
03. Remorseful Heart
04. The Lie Of Her Property
05. Fey
06. Bryd
07. Meson
08. Entirety




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