CD-Reviews T-V

UNANIMATED – Violence In Blood (2021)

(7.503) Patrick (8,5/10) Blackened Death Metal


Label: Century Media Records
VÖ: 03.12.2021
Stil: Blackened Death Metal

Facebook | Metal Archives | Twitter | Kaufen | Spotify | Instagram





In The Forest Of The Dreaming Dead” von 1993 und insbesondere der Klassiker “Ancient God Of Evil” aus dem Jahre 1995 sind uneingeschränkt als Diamanten des schwedischen Death Metals schwarzer Prägung, zu bezeichnen. Danach wurde es leider sehr still um UNANIMATED. Lumpige 13 Jahre später raufte man sich wieder zusammen, spielte auf dem Party San Festival 2008 einen eher semiprofessionellen Gig und ließ dabei die Bombe platzen, dass endlich ein neues Album folgen würde. Ein Jahr später war es dann endlich soweit und „In The Light Of Darkness“ hielt Einzug in die Plattenläden der Welt.

Sofort war wieder die Ureigene Atmosphäre vorhanden, die jedes UNANIMATED Album auszeichnet und somit dreht auch dieses Album immer noch regelmäßig auf meinem Teller seine Runden. Dummerweise sollte es nun wieder schlappe neun Jahre dauern, bis die Band die sehr geile EP „Annihilation“ entfesselte. Auch dieses Lebenszeichen feierte seinen Release damals, 2018 auf dem Party San Festival.

UNANIMATED sind also nicht wirklich die produktivste Band auf diesem kranken Planeten, doch das viel zu lange Warten hat nun endlich wieder mal ein Ende. „Victory In Blood“ macht sich auf, die schwarzen Seelen zu vereinnahmen und dem Deibel ein würdiges Denkmal zu setzen. Der Opener, gleichzeitig auch Titeltrack und das nachfolgende „Seven Mouths Of Madness“ brettern einem dann auch gleich in gewohnt teuflischer Manier, rasend aggressiv und mit diesen wunderbaren Leadmelodien ausgestattet, durchs kurz zuvor aufgesetzte Grinsen im Gesicht und machen unmissverständlich klar, dass sich im Hause UNANIMATED (zum Glück) nicht viel geändert hat.

Immer noch beherrscht diese perfekt in Szene gesetzte Gratwanderung aus düsterem Death und Black Metal das Klangbild des diabolischen Fünfers aus Stockholm. Rasende Attacken treffen auf stampfende Midtempo Brecher, dazu ein Sänger der nicht nur langweilig in einer Tonlage daherbellt, sondern dem musikalischen Grundgerüst fast schon melodisch zu folgen vermag und über allem schwebt diese wunderbare und außergewöhnliche Gitarrenarbeit in Verbindung mit diesen Bandtypischen und völlig großartigen Melodiebögen.

Hinzu gesellt sich diese ganz spezielle und als wirklich unnachahmlich zu beschreibende Atmosphäre, wie es einzig und allein DIESE Band im Stande ist zu kreieren. Immer wieder werden kurze Akustikgitarrenparts, flüsternde oder sogar clean gesungene Vocals eingestreut, was die Platte insgesamt sehr gut auflockert und somit für die nötigen Verschnaufpausen zwischen den Death/Black Metal Salven sorgt. Aber auch dieses zurückgreifen auf die beschriebenen Stilmittel zur Erschaffung der magischen Atmosphäre, ist man ja von den Jungs seit Anbeginn des Bestehens gewohnt.

Der geneigte UNANIMATED Fan kann also auch im Jahre 2021 wieder blind zugreifen, wenngleich auf „Violence In Blood“ aber nicht alles Gold ist was glänzt, denn meiner Meinung nach geht den Jungs so ab der Hälfte der Scheibe, nach dem wahnsinnig genialen „XIII“, ein wenig die Puste aus. Versteht mich nicht falsch. Es folgen immer noch schwer hochwertige Songs, welche aber den selbstauferlegten Qualitätsstandard der ersten Albumhälfte einfach nicht mehr erreichen und damit fängt der Putz ein wenig an zu bröckeln.

Leider bin ich auch vom Sound nicht zu 100% überzeugt. Es rumpelt und knallt zwar ordentlich druckvoll aus den Lautsprechern, aber gerade der Klang des Schlagzeugs ist in manchen Momenten etwas zu plastisch geraten. Das alles vermag die Stimmung aber nicht wirklich schwerwiegend zu trüben, denn wie gesagt, insgesamt rauscht „Violence In Blood“ recht hochwertig, satt und mächtig durch die Lauscher.

Es sollte aber auch jedem klar sein, dass die neue Langrille der Schweden einem absoluten Genre-Klassiker wie „Ancient God Of Evil“ nicht im Ansatz das Wasser reichen kann. Dennoch zeigen UNANIMATED auf eindrucksvolle Weise und in ihrer unverwechselbaren Art, dass sie in dieser Sparte Musik definitiv ganz weit vorne stehen, immer noch ein Wörtchen mitzureden haben und ganz nebenbei wird so manche, in den letzten Jahren schwer gehypte Band mit „Violence In Blood“ auf die oft verschmähte Ersatzbank verwiesen.

Geiles Comeback mit ein paar kleinen Schwächen. Bleibt nur zu hoffen, dass bis zur nächsten Lehrstunde in Sachen Stockholm Death Metal nicht wieder unzählige Jahre ins Land streichen.

Anspieltipps: „Demon Pact (Mysterium Tremendum)“ und „XIII“


Bewertung: 8,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Victory In Blood
02. Seven Mouths Of Madness
03. As The Night Takes Us
04. The Devil Rides Out
05. With A Cold Embrace
06. Demon Pact (Mysterium Tremendum)
07. XIII
08. Scepter Of Vengeance
09. Chaos Ascends
10. The Golden Dawn Of Murder
11. Divine Hunger
12. The Poetry Of The Scarred Earth



Social Media

Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

The new breed

P P P

Z.O.F.F. 2020

alter Z.O.F.F.

On Tour

VERLOSUNGEN

ZO SONGCHECK

V.I.P.

Schrod's...

wo wir sind

Der Patch

Join the Army

Damit das klar ist