CD-Reviews T-V

TWILIGHT FORCE – At The Heart Of Wintervale (2023)

(8.133) Maik (7,5/10) Symphonic Metal


Label: Nuclear Blast
VÖ: 20.01.2023
Stil: Symphonic Metal






Bei manchen Alben weiß man schon, in welche Richtung die Mucke geht, wenn man sich nur das Cover anschaut. Und somit scheint der – unbestritten exzellent gemalte- Drache auf dem Titelbild die Schienen in Richtung von Bands wie RHAPSODY OF FIRE zu verlegen. Und damit liegt man gar nicht mal so unrichtig.

Schon das einleitende „Twilight Force“ macht klar, dass es hier um eine Mixtur aus Melodic Metal und Symphonic Metal handelt. Der Song geht recht gut ab und erinnert nicht nur von Allyons Gesang an HELLOWEEN zu Kiske-Zeiten, nein, auch die fröhlich anmutenden Melodien und der treibende Rhythmus beschwören diesen Vergleich. Was natürlich stärker zu Buche steht, sind die opulenten Keyboards und orchestralen Ausbrüche, die sich beim erwähnten Opener allerdings noch in Grenzen halten.

Der nun folgende Titletrack wird da schon etwas bombastischer. Und wenn der Titel auch an eine meiner Fave-Alben von IMMORTAL erinnert, ist doch auch hier eher die Gute-Laune- Masche angesagt. Schöne Melodien und glockenklarer Gesang paaren sich mit fast klassisch anmutenden Synth-Klängen.

Der Drive zu klassischer Musik verstärkt sich dann noch zu Beginn von „Dragonborn“, der aber irgendwie an ein Weihnachtslied erinnert, besonders die immer mal wieder eingesetzten Glöckchen lassen dann eher an den Weihnachtsmann als an einen Drachen denken. Naja, vielleicht ist mit Drachen ja die Frau vom Rotmantel gemeint, die ihn am 25. Day zähm Bär zur Schnecke macht, weil er sich die ganze Nacht herumgetrieben hat. Aber dafür klingt es jetzt auch wieder zu fröhlich.

Des Hörers Aufmerksamkeitsspanne wird nun herausgefordert, denn TWILIGHT FORCE bescheren uns mit „Highlands Of The Elder Dragon“ einen über-zehn-Minüter. Und hier geht es wirklich fast in Richtung Hörspiel über Soundtrack bis hin zu Musical. Recht opulent inszeniert, aber doch ein wenig zu viel des Guten. Irgendjemand scheint auch vergessen zu haben, den Zwielichtmächtigen zu sagen, dass Weihnachten vorbei ist.

Auch die Himmelsritter von „Skyknights Of Alderia“ streifen am Rande eines Filmsoundtracks vorbei, während „A Familiar Memory“ dann eher einen Folk-Einschlag aufweist und die Einleitung zum nächsten Song darstellt. Der nennt sich „Sunlight Knight“ und lässt mal wieder strahlende Ritter durch die Gegend zockeln. Der Song ist wieder echt flott arrangiert und soll wohl auf das epische Finale hinarbeiten, denn das abschliessende „The Last Crystal Bearer“ ist wieder ein langes Gerät mit über 10 Minuten, wo TWILIGHT FORCE noch mal alle Register ziehen. Theatralik, Epik, Bombast, ein gewisser Hörspieltouch – dies alles mordsorgiastisch umgesetzt, dass der Soundtrack vom „Herrn Der Ringe“ dagegen wie ein Requiem wirkt. Das Stück ist gewaltig und klingt wie aus einem Musical gezerrt.

Alles in allem muss man den Schweden attestieren, dass sie Ihr Handwerk verstehen. „At The Heart Of Wintervale“ ist ein ambitioniertes, opulent-bombastisches Werk aus der Schiene des Ritter-und-Drachen- Metals, welches Genrefreunden sicher reingeht wie das Messer in die Butter. Anderen allerdings dürften den extremen Einsatz orchestraler Synthesizertechnik etwas übertrieben und anstrengend vorkommen. Doch nimmt man den ganzen Symphonic- Kram weg, würden die Songs wohl wie etwas klingen, was es aus irgendwelchen Gründen damals nicht auf die beiden „Keepers…“- Alben von HELLOWEEN geschafft haben.

Anspieltipp: „Twilight Force“ und „Sunlight Knight“


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Twilight Force
02. At The Heart Of Wintervale
03. Dragonborn
04. Highlands Of The Elder Dragon
05. Skyknights Of Aldaria
06. A Familiar Memory
07. Sunlight Knight
08. The Last Crystal Bearer



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