CD-Reviews N-P

THE PRIVATEER – Kingdom Of Exiles (2023)

(8.134) Maik (7,9/10) Pirate Metal


Label: Reaper Entertainment
VÖ: 20.01.2023
Stil: Pirate Metal






Schon der Name THE PRIVATEER zeigt, dass wir es hier mit einer weiteren Band aus dem Kreise des Piraten-Metals zu tun haben. Demzufolge passend auch das Coverartwork, auf welchem ein Freibeuterschiff und eine Landschaft zu sehen ist, die wie eine Mischung aus Esslingen und einem Termitenhügel wirkt. Davor eine knackige Lady, die blankzieht…den Säbel natürlich, ihr verdorbenen Kreaturen! Auch das Outfit auf den Bandphotos lässt keinen Zweifel daran, dass hier Long John Silvers Epigonen zum Tanze aufspielen. Ihr seid also gewarnt, elendige Landratten!

Dabei fahren die Freibeuter, äh, Freiburger einen recht unruhigen Kurs zwischen den verschiedensten Stilen, weshalb ich frecherweise die Mucke mal eben Pirate Metal getauft habe. Denn was uns musikalisch hier erwartet, ist nicht eindeutig einem der bisher bekannten Schiffsrouten zuzuschreiben.

Mal setzten THE PRIVATEER die Segel in Richtung Heavy Metal, dann kommt auf einmal ein Melodeath- Sturm auf, und der Mannschaft gelingt es gerade noch, das Ruder herumzureißen, und etwas gemäßigtere, aber durch stampfende Power Metal- Wellen aufgewühlte Seewege aufzusuchen.

Ab und an scheint sich das Wetter zu beruhigen, und man vertreibt sich die Zeit mit folklastigen Gesängen und der einen oder anderen Flasche Rum. Die See ist ruhig, und da wird man auch mal ein wenig sentimental. Dagegen hilft dann wieder der Rum. Dadurch in Stimmung gebracht, werden die Piraten angriffslustig und segeln wild vor sich hingrölend auf ein Kauffahrtschif zu, und in bester ALESTORM -Manier wird besoffen in den Wanten herumgehangen.

Doch der angebliche Händler erweist sich als das Kriegsschiff Seiner Majestät „IRON MAIDEN“ unter dem Befehl des berüchtigten Käpt‘n Schepperkläng, und es kommt zu einer epicmetallischen Seeschlacht im Golf von Paganmetallium.

Doch die Seeräuber haben Glück. Sie entkommen den Schergen und damit dem Galgen, und könne sich auf einer bewaldeten Insel vor ihren Verfolgern verstecken. Zeit, ein wenig melancholisch zu werden und sich mit ruhigen Volksweisen wieder Mut anzusingen.

Und den brauchen sie auch, denn schon sind sie wieder unter Beschuss. Diesmal ist die Flotte unter Admiral Melodeathson aufgetaucht und setzt die Freibeuter mit Riffsalven unter Druck, die setzen sich mit aller Power (Metal) zur Wehr und letztlich gelingt ihnen noch einmal die Flucht, denn Göttern sei’s gegeigt. Jetzt müssen die rauen Gesellen der See echt etwas ruhiger tun, und so schippert die Schaluppe „Prise- Gau“ im Folkström gen Norden. Doch zu lange sollte man sich nicht mit dem Wundenlecken aufhalten, weshalb sich jetzt auch die Piraten mit dem Spruch ‚Violins or Death‘ aufraffen, neuen Abenteuern entgegen.

Seit ‚Piraten der Karibik‘ sind Freibeuter ja en vogue, und gerade die Mittelalterrockszene hat sich ziemlich auf dieses Thema eingeschossen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie sich alle lustig darüber gemacht haben, als RUNNING WILD sich damals dieses Themas angenommen hatten. Nach deren Texten sind die meisten Piraten ja auch so lustig und harmlos wie Jack Sparrow, und das ist eine etwas blödsinnige Romantisierung. Deshalb wollte ich diese Platte eigentlich auch durch den Kakao ziehen, aber musikalisch fand ich dann den Kram doch ganz cool.

Deshalb habe ich den Review auch ein wenig als Logbuch verfasst, und die Band möge mir für mein respektloses Gebaren verzeihen. Insgesamt finde ich die Tour de force durch die verschiedensten Stile recht interessant, vor allem, da sich der Kurs innerhalb eines Songs mehrmals ändert. Auch gesangstechnisch wechselt das von male zu female zu brüll, was die Sache auch ungemein auflockert.

Von der Seeräuberthematik also mal abgesehen, bieten THE PRIVATEER eine unterhaltsame Mischung von ALESTORM bis ARCH ENEMY, und den Mix muss man erst mal gebacken bekommen.

Anspieltipp: „Madness Is King“ und „Ghost Light“


Bewertung: 7,9 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Cadence Of Life (Intro)
02. Madness Is King
03. Queen Of Fire And Wind
04. The Darkest Shadow Of Life
05. Foretold Story
06. Kingdom Of Exiles
07. The Realm Of The Forest
08. Ghost Light
09. Memory Of Man



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