CD-Reviews N-P

NIGHTBEARER – Ghosts from A Darkness To Come (2022)

(7.828) Patrick (9,5/10) Death Metal


Label: Testimony Records
VÖ: 24.06.2022
Stil: Death Metal

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Ich konnte es im Vorfeld bereits kaum erwarten, aber endlich ist die Zeit gekommen. Das Nordrhein-Westfälische Horror/Fantasy Todeskommando NIGHTBEARER feuert drei Jahre nach der überragenden Vernichtungswaffe „Tales Of Sorcery And Death“ wieder aus allen Rohren. Die beiden treibenden Köpfe hinter der Band, Dominik Hellmuth (alle Instrumente, bis auf die Drums, dass war Manu, Ehre, wem Ehre gebührt-Olaf) und Sänger Michael Torka kehren aus den Schatten der Dunkelheit zurück an die Oberfläche unseres kranken Planeten und wuchten uns mit „Ghosts From A Darkness To Come“ ein wahrhaft rohes und außerordentlich blutiges Pfund Fleisch auf den Seziertisch. Hatte mich das Debütalbum seinerzeit schon auf ganzer Linie in Begeisterungsstürme versetzt, so mag der aktuelle Auswurf der Band…..so schwer man das auch glauben mag…..dieses mit scheinbar locker flockiger Leichtigkeit sogar zu übertreffen.

Schleichend, fast doomig walzt sich der Opener „Wolves By My Side“ der bevorstehenden Schlacht entgegen, doch bereits nach 20 Sekunden ist Schluss mit lustig und die volle Death Metal Keule fährt dem Hörer mit aller Gewalt direkt ins Genick. Sofort fallen die außerordentlich feinen und melodischen Leadgitarren auf, welche den Song durch ein dermaßen ultrabrutales Gewitter aus Ufta-Ufta und Blastbeatsalven tragen. Darüber thronen die unglaublich derben, aber stets sehr abwechslungsreichen Vocals und spätestens, wenn Michael im stillen Break „…the unborn is unleashed“ (zumindest höre ich das raus) durch die abgrundtief schwarze Grundstimmung brüllt und damit den prächtigen Mittelteilteil dieser Hymne einläutet, dann hält mich nichts mehr auf den Sitzen und ich muss mit erhobener Faust, lauten Artikulationsgeräuschen inklusive grimmigem Gesichtsausdruck und ohne Rücksicht auf Verluste durchs heimische Wohnzimmer spacken. Was für eine Ouvertüre!

Das kann doch unmöglich so weitergehen, oder? Haben die Jungs etwa ihr ganzes Munitionslager bereits beim ersten Song verschossen? Weit gefehlt! Frei nach dem Motto „hier wird geklotzt und nicht gekleckert“ greifen NIGHTBEARER immer tiefer in die Geschützkammer und feuern eine übermächtige Granate nach der anderen in die lechzende Death Metal Gemeinde. Diese überaus imposanten Geschosse finden in Form von „The Dragon Reborn“, „Forever In Darkness“ oder dem Ultrabrecher „Blood And Bloody Ashes“ mit tödlicher Präzision ihr todbringendes Ziel!

Bei all der gebotenen Brutalität, fällt auch hier sofort wieder die extrem filigrane, teilweise sehr melodische und scheinbar bis ins kleinste Detail ausgetüftelte Gitarrenarbeit auf, welche sich zu jeder Zeit durch das ständig vorherrschende HM2 Sperrfeuer in den Vordergrund drängen kann. Dazu garniert die Band ihren Sound mit sehr viel Abwechslung, perfekt platzierten Tempowechseln, ein paar Crust-Ausbrüchen und auch der Black Metal Fan wird nicht vernachlässigt, denn einige Momente von „Ghosts From A Darkness To Come“ sind musikalisch, sowie gesanglich pechschwarz eingefärbt.

In seltenen Fällen, wie z.B. im dritten Song „Forever In Darkness“ nehmen die Jungs ein bisschen Rücksicht auf den gepeinigten Hörer und verlagern den Fuß vom Gaspedal auf die Bremse und das ist nach diesem Dauerfeuer auch bitter nötig. Allerdings ändert das überhaupt nichts an der Intensivität, mit der die Band weiterhin zu Werke schreitet. Gerade der genannte Song ist eine erbarmungslos drückende Walze und besteht prinzipiell nur aus einer einzigen Wand, die wiederum nur von Riffs, Riffs und Riffs zusammengehalten wird! Dazu kommen immer wieder diese grenzdebil geilen Melodietüpfelchen, makellos arrangierte Gitarrensoli und ein Mitgröhlrefrain zum Niederknien.

Insgesamt mag beim anfänglichen Genuss von „Ghosts From A Darkness To Come“ der Eindruck entstehen, dass ein Oberhammer im Format eines „Lycanthropic Death Squad“ vom Erstlingswerk fehlen würde. Nach intensiverer Beschäftigung mit dem Album merkt man aber recht schnell, dass man einer Täuschung aufgelaufen ist, denn das Niveau der ganzen Platte ist so dermaßen hoch angesiedelt, dass es schlicht und einfach verdammt schwierig ist, den einen Killersong unter lauter Killersongs zu entdecken. Wow. Meine Erwartungen an die neue Attacke waren immens hoch, aber solch eine, im positivsten Sinne fast erschreckend anmutende Steigerung und einen solch wahnsinnigen Abriss habe ich keinesfalls erwartet! Was für ein Album!


Tales from the hard side Vol.14
Vom 19.Mai 2022
Interview mit Dominik und Michael

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NIGHTBEARER machen definitiv keine halben Sachen und das merkt man natürlich auch beim Sound der Scheibe, denn dieser lässt ebenfalls absolut keine Wünsche offen. Mit der richtigen Kombination aus Dreck, Druck und differenzierter Klarheit, wird die wahnsinnig düstere Ausrichtung des Albums perfekt reflektiert und so sägt sich „Ghosts From A Darkness To Come“ ungeheuer fett und ausgewogen in die Köpfe des Hörers. Klar, dass dann der Vollständigkeit halber auch beim Cover keinerlei Kosten und Mühen gescheut wurden und dementsprechend prangt erneut ein fantastisches Kunstwerk aus der Feder von Juanjo Castellano auf dem Plattencover, welches förmlich nach Merch schreit.

Ihr merkt es, meine Begeisterung ist kaum noch in Zaum zu halten, aber da die Scheibe hier in sämtlichen Abspielgeräten seit Wochen im Dauereinsatz rotiert, wage ich mal zu behaupten, dass NIGHTBEARER mit „Ghosts From A Darkness To Come“ nichts weniger als DAS Referenzwerk in Sachen Todesblei im Jahre 2022 abgeliefert haben. Ganz genau SO hat verdammt nochmal diese Mucke zu klingen!

Jeder…..und ich meine damit ausnahmslos JEDER der mit Death Metal auch nur im Geringsten etwas anfangen kann, kommt im laufenden Jahr an diesem Überalbum nicht vorbei! Wer hier, trotz eindeutiger Kaufempfehlung nicht zuschlägt, ist entweder taub, bereits steif und tot, hat keinerlei Ahnung vom Genre oder glänzt womöglich sogar mit allen vier Attributen! In diesem Falle, wäre anzuraten, die beiden Worte DEATH und METAL bitte für immer aus dem eigenen Sprachschatz zu entfernen!

Fürs Debütalbum zückte unser Chef Olaf damals 8,7 Punkte. Ich gehe einen Schritt weiter und erhöhe hiermit auf satte 9,5 Punkte. Den noch fehlenden halben Punkt hebe ich mir fürs dritte Album auf, schließlich braucht man ja Ziele im Leben….. hehehehe!

Anspieltipps: „Wolves By My Side“ und „Blood And Bloody Ashes“


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Wolves By My Side
02. The Dragon Reborn
03. Forever In Darkness
04. A Shadowspawn
05. Blood And Bloody Ashes
06. The Shadow´s Waiting
07. Where No Wind Ever Blows
08. A Conquest Of Blood
09. Ghosts Of A Darkness To Come
10. Doom, Death, Desolation (CD-Bonus Track)



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