CD-Reviews K-M

LIFELESS – Anhedonia (2021)

(6.985) Jezebel (4,0/10) Depressive Black Metal


Label: Talheim Records
VÖ: 31.03.2021
Stil: Depressive Black Metal

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Achtung Verwechslungsgefahr: Das ist kein neues Album der Dortmunder Deather Lifeless, auch wenn es so langsam mal Zeit dafür wäre. Diese Band Lifeless ist ein internationales Dreigestirn (Mexiko, Italien und Kolumbien) und widmet sich ruhigeren, aber dennoch finstereren Klängen. Depressive Suicidal Black Metal ist ein weites Feld mit viel Schatten, aber auch sehr intensiver Musik, die ihren ganz eigenen Reiz hat.

„Anhedonia”, die Unfähigkeit, Freude zu empfinden, heißt das 2. Album der Band und schon die Songtitel verraten, dass es sich um eine wahrhaft niederschmetternde Erfahrung handeln wird. „Emp-ti-ness”, die ganz besonders leere Leere, besteht aus einem langsamen, traurigen Piano und gesprochenen Worten, wobei der Ausdruck in der Stimme eher einen ningeligen Unterton hat, als dass Emotionen transportiert werden.

Die „Asche der Hoffnungen und Träume” hört sich so an, dass eine Frau eine Melodie auf „A” singt und eine zweite schreit wirklich herzzerfetzend. Der Rest der Musik lässt sich mit etwas gutem Willen durchaus als Black Metal einordnen, aber die eine Gitarre gniedelt derartig nervig herum, dass auch dieses Lied nicht zu packen vermag.

Das Muster setzt sich so fort: musikalisches Lala, während Frau Hypothermia ihre Verzweiflung in die Welt hinausschreit und -heult. Bei anderen, z.B. Gateways to Selfdestruction passt das alles irgendwie besser zusammen als bei Lifeless. Mag sein, dass es Absicht ist und auf die Nerven fallen soll, musikalisch gesehen so unbedeutend sein soll, aber dann muss es sich auch keiner anhören.

Depressionen sind ein Arschloch. Ich wünsche den drei Musiker:innen, dass sie die Hilfe finden, die sie brauchen. Es kann helfen, sich kreativ zu betätigen und all die Emotionen zum Beispiel musikalisch zu kanalisieren. Es ist nur nicht unbedingt eine gute Idee, diese Werke dann auf die Welt loszulassen und von irgendwelchen Leuten irgendwelcher Musikfachseiten bewerten zu lassen. Das grenzt an Selbstverletzung und steht dem eigentlichen Therapieziel entgegen.

Nicht jeder depressive Künstler ist ein verkanntes Genie und nicht alles, was jemand im seelischen Ausnahmezustand erschafft, ist allein deshalb ein Meisterwerk. Wer sich selbst in einem Gemütszustand befindet, in dem ihm die Musik von Lifeless aus der Seele spricht, sollte sich dringend Hilfe holen, statt sich 71 Minuten lang im dunkelgrauen Nichts zu suhlen. 


Bewertung: 4,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Emp-ti-ness
02. Ashes of Hopes and Dreams
03. Trapped in the void
04. Giving up everything
05. Anhedonia
06. Half-Hearted
07. Time to go away from you
08. Something insides me dies




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