K-M

KRÅKE

Conquering death (2012)

Eines vorweg: Solltet Ihr gedacht haben, dass der wirklich ultracoole Bandname Kråke irgendetwas mit Meer, Captain Jack Sparrow oder ähnlichen Seemansgedöns zu tun hat: Pustekuchen! Kråke ist norwegisch für Rabe. Soviel mal dazu, also nüscht mit Seefahrerromantik, obwohl das düstere und eiskalte Erstlingswerk des Fünfers wunderbar zu einer Neuvertonung des Fliegenden Holländers taugen würde, denn die Mucke der Jungs ist tonnenschwer, melancholisch, sauhart produziert und unfassbar mannigfaltig und taugt wunderbar als Soundtrack für den kommenden Herbst.

Im Groben kann man die Musik von Kråke durchaus als Black Metal umreißen, wobei diese Kategorisierung den Jungs nicht ganz gerecht wird, denn dafür sind sie viel zu verspielt und atmosphärisch, als viele ihrer Genregenossen. Auch das beigefügte „Symphonic“ passt nicht so ganz, denn dafür fehlt dann doch die musikalische Tragweite wie bei Dimmu Borgir oder Carach angren. Vielmehr kann man „Conquering death“ als Black Metal Variante Type O’Negatives umschreiben, denn allein die Melancholie der Songs kommt dem Genius der New Yorker Pioniere sehr nahe. Das wird schon beim Intro „A murder of crows“ mehr als deutlich, bei dem ein perfekter Übergang zum düsteren und eisigen „And a colder breed“ geschaffen wird. Frontmann Beist keift, singt und schreit seinen Unmut in die Welt hinaus, dass man Gänsehaut bekommt. Teilweise gehen Kråke auch ziemlich progressiv zu Werke, wie man beim musikalisch ausgezeichneten „Ed“ wunderbar hören kann. Das Highlight allerdings ist „Beneath black waters“ der als absolutes Synonym für das gesamte Album steht. Man kann fast die Tiefe, die Leere und Kälte des Wassers spüren, die von einer fantastischen Hammond Orgel zusätzlich verstärkt wird. Überhaupt reißen einen die Songs mit, versetzen einen teilweise in einen katatonischen Zustand, der dann durch überraschende Wendungen wieder aufgelöst wird. Handwerklich kann man also den Nordmännern absolute Klasse attestieren. Lediglich das etwas zu lang geratene und dadurch etwas ausufernde „Victorious, I“ fällt ein klein wenig aus dem Rahmen…

…was dennoch den famosen Hörgenuß nicht allzu sehr schmälert, denn dafür ist „Conquering death“ musikalisch, textlich und überhaupt viel zu stark. Kråke haben eine eigene Nische geschaffen und sollten bei konsequenter Weiterentwicklung ziemlich schnell zu einem absoluten Topact aufsteigen. In Monaten voller mittelmäßiger Veröffentlichungen mal ein kleines Juwel. Ich bin auf die weitere Entwicklung der Jungs sehr gespannt.

Bewertung: düstere und eiskalte 8,6 von 10 Punkten

Tracklist:

01. A murder of crows

02. And a colder breed

03. Hearts blood

04. Ed

05. The great Leviathan

06. Beneath black waters

07. Victorious, I

08. The gatekeeper

09. Snowfall

10. I ly av lyset

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