H-J

ICE WAR – Defender, Destroyer (2020)

(6.390) Karsten (0,5/10) Heavy/Speed Punk-Metal

Label: Fighter Records
VÖ: 21.07.2020
Stil: Heavy / Speed Punk-Metal

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Heute haben wir es mit ICE WAR zu tun, einem kanadischen Ein-Mann-Projekt. Das Cover lässt wahlweise Schlimmes befürchten oder auf typischen 80er Metal hoffen: Das Logo grenzt an Körperverletzung und es reitet mal wieder ein Skelett auf einem Pferdeskelett durch die (Eis-) Wüste. Na denn, hoffentlich hat der Typ das Cover inkl. Logo selbst entworfen und hat dafür nicht noch Geld bezahlt. Er kann oder will ja offenbar nicht mit anderen Künstlern zusammenarbeiten und schustert lieber alles selbst zusammen.

Die Befürchtung wurde leider wahr, der „Künstler“ hinter diesem Machwerk ist nicht nur gnadenlos in den 80ern hängengeblieben, sondern ist wohl seitdem auch nicht mehr aus seinen engen Röhrenjeans (heute anscheinend Skinny Jeans genannt) herausgekommen. Wäre von der Körperhygiene mal abgesehen gar nicht so schlimm wenn es nicht das offenbar tief sitzende Gehirn von der Blutzufuhr abgeschnitten hätte. Ein normal denkender Mensch wäre ansonsten nicht auf die Idee gekommen, diesen akustischen Hirnfurz zu veröffentlichen, denn die Musik stolpert halt- und ziellos voran, Hauptsache schnell, der Rest ist scheinbar egal.

Dieses Album kommt einem akustischen Schnellschuss gleich, die „Band“ klingt wie eine leidlich gute Schulband: eintönig, vorhersehbar und uninspiriert. Alles hat man schon irgendwo mal gehört – nur besser und nicht mit diesem doch sehr limitierten ONKELZ-Gesang. Ist ja gruselig! Dem hat man wohl noch nicht gesagt, dass Schnelligkeit echte Härte nicht ersetzen kann – schnell kann jeder. Das habe ich alles schon besser von einheimischen Bands gehört als ich in Kiel aufgewachsen bin – und die Stadt ist nun wirklich zu Recht nicht als Metal-Metropole oder Rock City bekannt…

Am schlimmsten finde ich neben den teilweise dissonanten und einander überholenden bzw. eher übereinander stolpernden Schlagzeug-, Gitarren- und Bassspuren den gruseligen Gesang – hier ist scheinbar das Ego größer als die Fähigkeiten. Trotzdem ist es durchaus bemerkenswert, dass er alle Instrumente selbst eingespielt hat plus seinen, ähm, Gesang. Wirklich beeindruckend wäre es aber wenn es dabei auch gut klingen würde.

„Power From Within“ bleibt als kanadischer ONKELZ-Song in Erinnerung während „Defender, Destroyer“ sich krächzend an hohen Tönen versucht. Hier würde sich „Wirrer Punk Metal“ als Genre anbieten. „Soldiers Of Frost“ dagegen ist Midtempo Dutzendware, die immerhin auch ein neues Genre kreiert: „Gähn Metal mit Punk Attitüde“. „Rising From The Tomb“ geht als „Punk Metal“ durch und ist eintönig, versucht aber mit Geschwindigkeit über eigene Ideenlosigkeit hinwegzutäuschen. Aber auch das hat man woanders schon besser gehört. „Mountains Of Skulls“ klingt wie eine Schulband ohne Sänger wo der Kumpel vom Nachbarn des Ex-Sängers aushilft. Der Rest bietet dann nichts Neues mehr und langsam macht sich Vorfreude auf das Ende des Albums breit, das dann nach „Breakaway“ auch schließlich erreicht ist.

Das Machwerk hier ist für diejenigen unter uns, denen es im Suff egal ist was sie hören, bzw. für alle Metal-Enthusiasten, die einfach alles sammeln. Alle anderen hören besser die originalen 80er Helden und vergessen ganz schnell, dass es dieses kauzige „Band“ genannte Konstrukt überhaupt gibt. Das hier reicht nicht mal für eine Fußnote im Metal-Jahr 2020.

Anspieltipps: Die Stille nach dem letzten Song – oder alles von Metallicas Kill ’Em All

Bewertung: 0,5 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Power From Within
02. Defender, Destroyer
03. Soldiers Of Frost
04. Rising From The Tomb
05. Mountains Of Skulls
06. Crucified In Fire
07. Demonoid
08. Skull And Crossbones
09. Running Out Of Time
10. Breakaway

Line-Up:
Jo "Steel" Capitalicide – Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug

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