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I AM THE NIGHT – While the Gods are sleeping (2022)

(7.774) Patrick (9,0/10) Black Metal


Label: Svart Records
VÖ: 06.05.2022
Stil: Black Metal

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Die Bandbesetzung von I AM THE NIGHT liest sich ein bisschen wie das „Who is Who“ der finnischen Melodic Death Metal Szene. Schließlich stecken hinter dieser Band, durchaus gestandene Musiker, die bereits seit vielen Jahren im Geschäft sind und sich ihre Brötchen bei Bands wie INSOMNIUM, OMNIUM GATHERUM, BODOM AFTER MIDNIGHT oder auch als Live-Unterstützung international erfolgreicher Kapellen. (PARADISE LOST) verdienen. Wer jetzt aber denkt, die Jungs werfen uns hier ein weiteres, melancholisch angehauchtes Stück melodischen Todesstahls vor die Füße, befindet sich schwer auf dem Holzweg.

Ganz im Gegenteil. Die alteingesessenen Herren haben wohl ihr rund 30 Jahre altes und fast in Vergessenheit geratenes Schminkköfferchen gefunden und reisen im Bandeigenen „DeLorean“ ins Norwegen des Jahres 1994 zurück. Zurück in eine Zeit in der Black Metal noch nicht massenkompatibel und weit entfernt vom Mainstream stattgefunden hat. Eine Zeit, in der Kirchen brannten, die Szene diverse Todesfälle zu verzeichnen hatte und auch sonst rankten sich damals allerlei Mysterien um dieses spezielle und faszinierende Genre. Heute sind diese Geschichten natürlich ausnahmslos jedem halbwegs ordentlichem Rocker bekannt und die geheimnisvolle Aura dieses Genres ist fast gänzlich verschwunden. Was bleibt, ist die unglaublich ehrliche und intensive Musik, die in der Hochphase dieser Stilrichtung aus Skandinavien zu uns über den Teich schwappte.

Genau hier setzen I AM THE NIGHT an und entfesseln ein derart, im positiven Sinne, als „altbacken“ zu bezeichnendes Black Metal Album, welches einem Kniefall vor sämtlichen Szenegöttern gleichkommt. Dementsprechend kauzig und ureigen föhnt „While The Gods Are Sleeping“ unglaublich mächtig und nostalgisch durch des „Kaisers“ Vorzimmer, huldigt ihm in all seinen Facetten und reiht sich musikalisch als grenzdebil geniales Nachfolgewerk von „In The Nightside Eclipse“ ein, und kann ohne Übertreibung als „lost Album“ des immer noch regierenden EMPERORs angesehen werden. Dieses Album atmet diesen unvergleichlichen Spirit in jeder Pore und klingt so wunderbar nostalgisch, dass ich beim Hören mehrmals nachschauen musste, ob es sich hier wirklich um ein aktuelles Album handelt.

Selbstverständlich gewinnt die Band mit dieser Platte keinen Originalitätspreis, aber das ist auch überhaupt nicht nötig. Auf „While The Gods Are Sleeping“ wird mit so unglaublich viel Liebe und Hingabe, eine längst vergessene Zeit heraufbeschworen, so dass dieses Album als der heilige Gral für den ewig gestrigen Black Metal Fan angesehen werden kann. Von einer bloßen Kopie zu sprechen, würde dem musikalischen Backflash jedenfalls überhaupt nicht gerecht werden, vielmehr stellt dieses Album eine nahezu perfekt arrangierte Verbeugung vor sämtlichen norwegischen Gründervätern dieses einstmals so geheimnisvollen Genres dar.

Typisch nordische Raserei, hasserfüllte Vocals und unterschwellig wabernde Keyboardteppiche zeichnen dieses in fast allen Belangen makellose Album aus. Einen Song speziell hervorzuheben, macht hier wenig Sinn, denn diese knapp 38 Minuten sollten am besten am Stück aufgesaugt und genossen werden. Dazu gesellt sich eine Produktion, welche wie der berühmte Arsch auf den Eimer passt. Nicht zu sauber, aber wunderschön knarzig und altmodisch schallen die blasphemischen Hymnen aus den Lautsprechern. Obendrein wurde auch beim Cover nichts dem Zufall überlassen und so prangt stilecht, ein wunderschön gezeichnetes Kunstwerk aus der Feder „Necrolord´s“ auf der Plattenhülle.

Ausnahmslos jeder Black Metal Fan, der immer noch schwer an der guten „alten“ Zeit hängt und sich dementsprechend in den frühen Alben von Bands wie ANCIENT, OBTAINEDENSLAVEMENT, SATYRICON,den übermächtigen EMPEROR oder diverser weiterer, ähnlich gelagerter Szenevertreter völlig verliert, wird auf diese Platte einfach unmenschlich steil gehen. Wem das grandiose „In The Nightside Eclipse“ mit der Muttermilch verabreicht wurde, müsste mit I AM THE NIGHT eine neue große Liebe gefunden haben und sollte sich „While The Gods Are Sleeping“ möglichst schnell auf den Einkaufszettel schreiben! Eine bessere Hommage an diese glorreichen Tage wird man nur schwer finden können. Mich jedenfalls, nimmt diese musikalische Zeitreise völlig gefangen.

Anspieltipps: „Ode To The Nightsky“ und „Dawnbearer“


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. While The Gods Are Sleeping
02. Hear Me O’ Unmaker
03. Dawnbearer
04. Ode To The Nightsky
05. I Am The Night
06. The Owl
07. Among The Unseen Ones
08. Holocaust Of The Angels



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