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HAMMER KING – Hammer King (2021)

(7.146) Maik (7,0/10) Heavy Metal


Label: Napalm Records
VÖ: 11.06.2021

Stil: Heavy Metal

 

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Der Hammer an sich erfreut sich ja schon seit Längerem großer Beliebtheit bei der Namensgebung treumetallischer Formationen. Mal fällt er einfach, mal ist er ruhmvoll, mal dient er als Ritualgerät und mal trägt ihn Luzifer persönlich in seinen Klauen. Hier steigt nun der König aller Hämmer in den musikalischen Ring, und lässt sich herab, seine eigene Interpretation von Metall zu schmieden.

Nun muss man allerdings sagen, dass der HAMMER KING, wie alle Monarchen, sich beim Erringen seines Ruhms größtenteils auf die hart arbeitende Bürgerschaft stützt, denn was die Kaiserslauterner hier fabrizieren, ist zwar adäquate Metalkost, bedient sich aber recht opulent an den Arbeiten metallischer Vorreiter.

Dankenswerterweise ohne aufgesetzt bombastisches Intro wecken HAMMER KING den Donner gleich mit dem Opener „Awaken The Thunder“, der mir dann doch eigentlich recht gut gefällt, wenngleich mir diese chormäßigen „Hooo“s und „Hey“s doch auf Dauer irgendwie auf die Kanüle gehen. Ohne dieses aufgesetzte Gedöns wäre das ein ganz passabler Song.

„Baptized By The Hammer“ – was für ein Titel! Andere sind mit dem Klammerbeutel gepudert, das ist den Hammerkönigen aber zu soft. Sie taufen sich mit dem Hammer. Wortspiele in Bezug auf das Wort „behämmert“ spare ich mir an dieser Stelle. Naja, wenns scheee macht. Der Song wäre eigentlich auch ganz okay. Der Sänger sollte bloss die höheren Sphären meiden, da klingt das irgendwie immer, als hätte man ihm Schwachstrom durch die Klöten gejagt. Auch hier wieder diese Schlachtgebrüll-Chöre.

Bei „Onward To Victory“ kommen riffingmäßig  MANOWAR um die Ecke, mit ein wenig JUDAS PRIEST- Dramatik. Ist insgesamt aber dann doch etwas biedere Metalkost, besonders, weil diese Männerchöre wieder durch die Botanik hoohoohoooen. Auch textlich wird, wie fast auf dem ganzen Album, mit dem MANOWAR- Textbausteinkasten gespielt.

Und dann trifft uns der Schlag. Der „Hammerschlag“, um genau zu sein. Was dieser deutschsprachige Titel soll, ist mir nicht ganz klar. Jedenfalls erinnert mich die Mucke ziemlich an MAJESTY und teilweise auch an WIZARD. Der Song geht auch recht gut ab, das muss ich zugestehen. Aber textlich….“the sign of Hammerschlag“? Echt jetzt?

Dann geht es nach „Atlantis“. Da bedienen wir uns ein wenig bei RAINBOW/DIO- mäßiger Epik. Wäre eigentlich auch ein recht cooler Song, aber diese männerchorartige „Hey“ und „Hooo“- Sache macht hier einiges kaputt. Auch ist die Idee mit dem kanonmäßigen Ende etwas arg in die Länge gezogen.

Bei „We Are The Kingdom“ bedienen sich die Hammerkönige bei RUNNING WILD und vielleicht auch leicht GRAVE DIGGER, während „Into The Storm“ ein wenig bei IRON MAIDEN wildert. Angefangen von den Gitarrenmelodien bis hin zum „hohoho“- Part, der mich dann ich etwas an „Alexander The Great“ von den eisernen Jungfrauen erinnerte.

Nach dem etwas plätschernden „Ashes To Ashes“ zeigen uns die Hammerkönige dann, wie man im Namen des Hammers agiert. Eigentlich ein schön treibendes Teil, wenn nicht dieses aufgesetzte Pathos dem Ganzen einen Dämpfer versetzt. Und mal an die Band einen Tipp, eine Textzeile wie „To live in the name of the hammer, to die in the name of the king“ wird nicht besser, wenn man sie endlos wiederholt. Der Song wäre ohne diese Endlosschleife um einiges packender.

Kurz vor Schluss beehrt uns dann noch der König der Könige, „King Of The Kings“, mit Schwafelintro (huch, wie originell!) und dann eher auch kinderliedartig, notdürftig mit ein paar „hooohooohoooo“s aufgepeppt, und mit MANOWARschem Pathos aufgebügelt. Und immer diese Könige, bei den Göttern! Sind den Truemetaller alle leicht verkappte Monarchisten?

Zum Abschluss gibt es noch ein Outro, welches man jetzt nicht unbedingt gebraucht hätte.

Optisch präsentiert  sich das Album, nachdem die letzten Coverartworks einen  Panzer bzw. ein Piratenschiff zeigten, nun eher mit einer Kreuzung aus Shredder (von den Ninja-Turtles) und Sauron, ist aber optisch recht cool, und auch gut gemalt.

Letztlich bin ich recht überrascht, wie man mit einen Mangel an eigenen Ideen doch ein recht annehmbares Metalalbum kreieren kann. „Hammer King“ strotzt von Klischees, und die Könige und Hämmer in den Texten können einem auf Dauer die Juwelen von der Krone kloppen. Klar muss man ab und an, wie Snoppy von WIZARD mir in einem Interview sagte, „auf die Kacke hauen“. Aber man sollte dann auch nicht unbedingt den HAMMER nehmen, und dem KING eine verpassen, wenn der gerade auf dem Porzellanthron einen abseilt.

Das Album ist einerseits nicht schlecht, man kann gut dran längstrinken. Wer an Innovation und gehaltvollen Texten mit Tiefgang Interesse hat, sollte sich eine andere Spielwiese suchen. Wäre das ein Debüt, würde ich der Platte auch eine höhere Wertung geben, aber da das hier schon der vierte Langspieler der Band ist, muss ich da schon Abstriche machen. Ich befürchte nämlich, dass die Knaben sich selbst nicht ganz ernst nehmen. Ich meine, wenn sich einer schon Gladius Thundersword nennt….

Für die Zukunft würde ich HAMMER KING etwas mehr Eigenständigkeit anraten, nebst etwas besseren Texten. Denn was ich hier sehe, ist ein Aufguss aus schon vielfach gehörten Sachen, und das reicht heutzutage eben nicht mehr. Ansonsten gratuliere ich zur bisher besten Bewertung in unseren heiligen Hallen.

Anspieltipp:Awaken The Thunder“ und „In The Name Of The Hammer“


Bewertung: 7,0 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Awaken The Thunder
02. Baptized By The Hammer
03. Onward To Victory
04. Hammerschlag
05. Atlantis (Epilogue)
06. We Are The Kingdom
07. Into The Storm
08. Ashes To Ashes
09. In The Name Of The Hammer
10. King Of Kings
11. Holy (outro)




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