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AVALAND – Theater Of Sorcery (2021)

(6.986) Maik (8,7/10) Epic Metal


Label: Rockshots Records
VÖ: 02.04.2021
Stil: Death Metal

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Die französische Band AVALAND schmückt sich mit dem Untertitel „The Metal Opera“, weshalb ich zuerst auf eine bombastische Synth-und-Chöre- Orgie gefasst war. Doch dann kam es anders, hähä. Mit dem Titelsong steigen die Knaben aus Grenoble nämlich recht episch ein, mit einem leichten kauzigen Touch, und damit kann man bei mir eigentlich immer punkten. Leichte Parallelen zu den von mir verehrten SOLITARY SABRED kommen auf, jedoch sind AVALAND eingängiger und auch weniger synkopierend. Dennoch geht das Stück recht flott in meine Lauschgeräte.

Mit dem folgenden „Gypsum Flower“ legen die Jungs noch ein fettes Holzscheit drauf, und agieren nun auch etwas variabler. Der Chorus ist der Hammer und die schrägen Einschübe einfach nur genial. Und ich spiele schon mal mit dem Gedanken, hier könnte sich ein Kandidat für den diesjährigen Poll entpuppen.

Und eigentlich könnte das Album jetzt zu Ende sein, und ich die Band mit der Höchstnote heimschicken, doch leider zeigt sich „Let The Wind Blow“ eher als laues Lüftchen, fast schon in AOR- Gefilden schwelgend. Nach den beiden Granaten am Anfang fast ein Rohrkrepierer. Als hätte der große Krieger mal nebenher das Schwert beiseitegelegt, um ein paar Blümchen zu pflücken.

Der „Storyteller“ kommt wieder etwas kräftiger daher, nur scheint das Schwert unseres Kämpen bei der Pause ein wenig Rost angesetzt zu haben, denn so richtig durchschlagend kommt die Sache nicht rüber, obwohl schon der eine oder andere heftige Hieb ausgeteilt wird.

„Escape To Paradise“ beginnt mit Pagan-Metal- mäßigem Riffing, bedient sich aber auch eher der melodischen Schiene. Dafür brilliert „Holy Kingdom Of Fools“ mit einem interessanten Anfangsriff und einem schön hymnischen Chorus. Damit hätten mich AVALAND fast schon wieder abgeholt, wenn sie nicht mit „Never Let Me Walk Alone“ eine völlig deplatzierte AOR- Schnulze dahintergepackt hätten. Der Song ist ja eigentlich nicht schlecht, aber dieser ständige Wechsel von Epik zu Radiotauglichkeit nimmt dem Album jeden Fluss.

„Deja Vu“ ist ein ganz netter Rockstampfer, der aber auch nicht so richtig aus den Puschen kommt. Erinnert Ihr Euch noch an den Krieger vom Anfang? Jener scheint mittlerweile ein wenig Winterspeck angesetzt, und nun keinen Bock zum Kämpfen mehr zu haben. Der Song ist nun eher Hard Rock, wie ihn LORDI vielleicht spielen würden. Okay, cool, irgendwie, aber eben völlig anders als die ersten beiden Stücke.

„I’ll Be Ready For Your Love“ ist, wie der Titel schon andeutet, eine Ballade. Genauer gesagt, eine Liebesschnulze. Jaja, auch barbarische Krieger brauchen Liebe, aber sie ziehen sich dabei kein pinkfarbenes Ballettröckchen an. Nee nee nee. Außerdem kommt mir die Gesangslinie des Refrains verdächtig bekannt vor. Natürlich muss da auch Trällerelsengesang dazu. Ach Menno….

„War Of Minds“ hat wieder ein paar ganz coole Parts, aber insgesamt ist die Sache auch irgendwie zu brav gehalten, und auch der Schwarm Gastsänger kann das nicht so richtig rausreißen. Klar, der Song ist auch recht gut, aber irgendwie passt das alles irgendwie nicht zusammen. Das abschließende „Rise From The Ashes“ kann dann wieder mit einem recht coolen Chorus punkten, leider ist auch hier Trällerelsenalarm.

Okay. Fassen wir zusammen. Das Album hat zwar einen immensen Abwechslungsreichtum, aber irgendwie riecht die Sache immer noch irgendwie nach Stilfindung. Und da hätte ich einige Tipps an die Band:

Wenn Ihr in Zukunft mehr solche Kracher wie „Theater Of Sorcery“ und „Gypsum Flower“ bringt, gewinnt Ihr einen Fan in mir. Wenn Ihr Euch auf Songs wie „Storyteller“ oder „Holy Kingdom Of Fools“ legt, findet Ihr immer noch einen Freund. Sollte Eure Zukunft allerdings eher in „Let The Wind Blow“/“Never Let Me Walk Alone“- Gefilden liegen, dann bin ich draußen.

Somit dreiteilt sich meine Wertung, und das Endergebnis ergib eine mathematische wie auch diplomatische 8,7.

Anspieltipp: „Theater Of Sorcery“ und „Gypsum Flower“


Bewertung: 8,7 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Theater Of Sorcery
02. Gypsum Flower
03. Let The Wind Blow
04. Storyteller
05. Escape To Paradise
06. Holy Kingdom Of Fools
07. Never Let Me Walk Alone
08. Deja Vu
09. I’ll Be Ready For Your Love
10. War Of Minds
11. Rise From The Ashes




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