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1981 gründeten im mitteljütländischen Randers Jim B. Jensen (b.), Torben Pape (dr.) und Jan Buller (g.) die Metal Band RANDY. Der Name war wohl an den ihres Heimatortes angelehnt. Es dauerte allerdings nicht lange, dann stiegen Jensen und Buller aus und letztlich formierte sich das erste stabile Line Up mit Jørgen Viftrup Hou (g./voc.) und Brian Anderson (b.). Die Band spielte eine Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal und war live ganz gut unterwegs.

1986 erschien das erste, und dummerweise auch das einzige offizielle Release der Band, die Single „Shadows Are Falling“ über ein kleines Plattenlabel namens Arp Grammofon aus Århus. Zwei Songs waren auf diesem Scheibchen enthalten, wobei „The Beast“ besonders herausragte und damaligen Größen durchaus Paroli bieten konnte.

Dummerweise war das kleine Label nun gar nicht auf Heavy Metal eingeschossen; waren RANDY doch die einzige Band härterer Machart auf dem Rooster von Arp Grammofon. Demzufolge war die Plattenfirma wohl auch knowhowtechnisch nicht so versiert darin, wie man Metal richtig vermarktet. Das begann schon mit dem Coverartwork, auf dem man ein grünes Monster an einem abgerissenen Unterarm herumnagen sieht. Das Monster sah auch noch aus wie eine Kreuzung aus dem Alien- Nachrichtensprecher Morbo aus Futurama und Markus Söder.

Nun, dazumal gab es für eine Band kaum Möglichkeiten, mit Veröffentlichungen auf sich aufmerksam zu machen, wenn man kein Plattenlabel hinter sich hatte. Außer eben ein Demotape. Dies erschien schon im darauffolgenden Jahr unter dem Titel „Demo 1987“ (wird oftmals auch als „The Razor’s Edge“ angegeben), enthielt sieben Songs, die sich zwischen Hard Rock und Metal einordneten und einen repräsentativen Querschnitt der musikalischen Ausrichtung der Band darstellte. Obwohl die Musik auf dem Tape durchaus veröffentlichungswert war, wurden internationale Labels nicht auf RANDY aufmerksam. Damals war es wohl für eine Metalband recht aussichtslos, aus Dänemark zu kommen, und nichtMERCYFUL FATE zu sein.

Auch die mittlerweile auf Hairmetalmucke oder extremere Stile wie Thrash abgehende Musikindustrie übersah die Combo, denn auf dem einzigen Foto, welches ich von RANDY finden konnte, sieht man drei Jungs mit dem klassischen Vokuhila, Oberlippenbart und Jeansklamotten. Also wohl zu bieder für die Spandex-and-Hairspray-Klientel.  Und erst recht für die Nieten/Patronengürtel- Bagaluten.

Nun schienen sich die Gegebenheiten gegen die Band zu richten. Kein reißerischer Name, kein explizites Auftreten, keine brutalen oder wenigstens sexlastigen Lyrics, keine Exzesse und Skandale, dann auch noch aus Dänemark und nur mit einer Single im Gepäck, welches auf einem No Name- Label herauskam. Da gähnt der Labelchef nur gelangweilt, ohne sich die Mucke überhaupt anzuhören.

Das nervt natürlich sehr. Das letzte Gründungsmitglied Torben Pape stieg dann nach diesem Demo aus und für ihn kam Søren Høystrøm in die Band. Immer noch recht motiviert nahmen RANDY 1992 ein weiteres Demo auf, „End Of The Rainbow“, welches vier Songs enthielt, unter anderem das RAINBOW- Cover „Temple Of The King“. Der Titel scheint anzudeuten, daß sich RANDY irgendwie am Ende des Regenbogens sahen, allerdings ohne den obligatorischen Topf voll Gold.

Auch diese Kassette bescherte dem Trio aus Randers keinen Labeldeal, und so dümpelten sie noch eine Weile mit Liveauftritten herum, unter anderem auf der Masterok Competition 1993, einem lokalen Bandwettbewerb, wovon es auch einen Livemitschnitt gibt. Doch dann lief die Sache irgendwie aus. Man munkelt, dass die Jungs unter anderem Namen weitergemacht haben sollen, doch scheinbar ist dies entweder ein Gerücht oder mit noch weniger Erfolg gesegnet gewesen.

Obwohl von der Musikjournaille und den maßgeblichen Labels permanent ignoriert, gab es doch genug Enthusiasten, die den coolen Act aus Dänemark nicht vergessen hatten. Das rührige Old School- Label No Remorse in Griechenland brachte 2010 eine Compilation mit dem Titel „Randy“ heraus, und 2019 gleich noch mal eine, die als Doppel-CD konzipierte „The Complete Anthology“.

Ebenfalls 2019 veröffentlichte das dänische Label Popshit Records die EP „Rock’n’Roll Symphony“, die aber keinen Neustart der Band darstellte, sondern die Songs des 92er Demos „End Of The Rainbow“ in veränderter Reihenfolge enthielt. Vom selben Label kam dann im Dezember 2021 eine CD mit dem Titel „Live Tape 1984“ heraus, auf welchem man einen prä-VÖ- Gig der Band hören konnte.

All diese Veröffentlichungen haben vielleicht dazu beigetragen, dass RANDY nicht in Vergessenheit geraten sind und auch heute noch von Fans entdeckt werden können, die damals vielleicht noch gar nicht auf der Welt waren. Auch neuere Bands werden gern von RANDY inspiriert und zum Teil auch abgefeiert.

2018 beispielsweise veröffentlichten die Spanier von WITCHTOWER gemeinsam mit der deutschen Band BLACKSLASH eine Split-EP mit dem Titel „Tribute To Randy“, auf welcher beide Bands je drei Songs der Dänen coverten. Die Scheibe kam über Iron Shield Records heraus. Auch in Übersee kennt man RANDY, denn auf ihrer 2021er EP „Live At Sanctionary“ coverten die Peruaner HYENA den Klassiker „The Beast“.

Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem Geschreibsel diesen schmählich unterbewerteten Act etwas schmackhafter machen. Diese Band darf einfach nicht in Vergessenheit geraten, und es ist bedauerlich, dass die Umstände dazu geführt hatten, dass uns weitere coole Songs vorenthalten blieben. Potential hatten die Dänen auf jeden Fall.




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