HERZBLUT | INGE & HEINZ

12.03.2022 – Berlin @ Wild at Heart


ENDLICH! Ein Konzert in einem kleinen, völlig verrauchten, nach überall verteiltem Bier miefenden und von diversen Verschüttungen völlig verklebten Club und dazu noch proppenvoll mit vielen lieben Freunden, Bekannten und Menschen, die man noch nie vorher gesehen, aber trotzdem mit ihnen lautstark gefeiert hat. Ja, der Sonntagmorgen war dann auch dementsprechend etwas vernebelt, doch dazu später mehr.

Die punkigen Kollegen von Herzblut  luden mit reichlich, C-bedingter Verspätung, zu ihrem traditionellen Jahresabschluss-Konzert ins Wild at Heart, hatten unsere Freunde von Inge & Heinz  als Support mit im Gepäck und sorgten mit dieser Zusammenstellung für ein knüppeldick gefüllten Laden, der trotz seines rotzigen Charmes und seiner Punk Attitüde Getränkepreise aufrief, die ein wenig ans Hotel Adlon erinnerten. Doch irgendwie schien das heute egal, denn es waren alle glücklich und froh darüber, mal wieder ausgiebig und zuweilen exzessiv feiern zu können.

Allerdings sollte sich Derjenige, der meinen 9€ teuren Gin Tonic anonym über unseren Tisch, dem Barhocker und dem (da noch nicht so klebrigen) Fußboden verteilte vor meinem ewig währenden Fluch der hundert Kamelflöhe rund um seinen After in Acht nehmen.

Irgendwann gegen halb Zehn war es dann soweit und Inge & Heinz enterten die kleinen Bühne, die von erwartungsvollen Zuschauern bereits gut belagert wurde, die zum Teil da noch gar nicht wussten, was da über sie hereinbrechen sollte. Ja, es gibt tatsächlich noch Leute, die mit dem Brutalhartschlager der Truppe aus Luckenwalde noch nicht in Berührung gekommen sind und dementsprechend zu Beginn noch ein wenig die Stirn in Falten legten. Das änderte sich aber schnell, denn die von diversen Besetzungsproblemen gebeutelten Brandenburger gaben wie immer Kniegas und begeisterten zumindest mich einmal mehr vom ersten Ton an.

An der Gitarre konnte man einmal mehr den Kollegen Berang von der Berliner Stoner Rock Größe Samavayo gebutachten, der in seinem Einhorn Kostüm durchaus auch in dem neuen J.B.O. Video eine gute Figur abgegeben hätte. Doch mein persönliches Highlight war das Erscheinen von Interims-Drummer C hinter der Schießbude, die er mit einem permanenten Lächeln im Gesicht vortrefflich bearbeitete. Nach all den Nackenschlägen der letzten Monate ein Anblick, der einem ans Herz ging.

Natürlich konnten I&H nicht das volle Programm auffahren, da die Truppe platztechnisch einfach zu limitiert war und doch funktionieren Songs wie „Hund“ oder das namensgebende „Inge & Heinz“ nahezu perfekt und auch das noch nicht ganz so fachkundige Publikum schüttelte schnell seine Lethargie ab und schwang taktsicher das Tanzbein.

Viel Gelächter, natürlich die obligatorische und recht raumgreifende Tonne zu…äääh…“Tonne“ und mein persönlicher Favorit „Templin“, bei dem man sich einmal mehr aus dem Fundus von Rammstein bediente und „Benzin“ zu einer gerade textlich überragenden Nummer umformte. Das machte Spaß und Freude und auch wenn der Sound natürlich den räumlichen Gegebenheiten etwas proberaumartig klang, kamen alle Anwesenden, nebst Band, voll auf ihre Kosten.

Mein größt anzunehmender Dank gilt hier aber noch einmal Namensgeber, Frontbello und Hansdampf in allen Gassen, Daniel Andrich, dem ich für meine Frau endlich seinen eigentlich unverzichtbaren Flamingo Hut aus den Rippen leiern konnte, den sie an diesem Abend kaum mehr absetzte. Selbst auf dem Nachhauseweg, auf dem wir natürlich einige merkwürdige Blicke einheimsten. Doch das war uns Banane, denn eine gute Party ist eine gute Party, ist eine gute Party.

Setlist

Arbeitsschutz
Inge & Heinz
Hund
Liebe
Schuh
U
Bioharzer
Erma liejen
Templin
Ick will nich mehr
Break stuff
Tonne

Natürlich war ein Großteil des Publikums an diesem Abend wegen Herzblut am Start und die Truppe, die ich vorher lediglich namentlich kannte, legte ebenfalls los wie die Feuerwehr und erinnerte mich ziemlich oft wohltuend an Bands wie Betontod, da gerade die langen Oooohaaaahhs im Chorus der jeweiligen Songs für mich zum Punkrock gehören, wie Butter unter einmal mit Nutella beschmierten Brötchen. Die Fanbase ging steil, es wurde stickig und voll vor, neben, hinter und weit von der Bühne entfernt und so langsam kehrte tatsächlich so ein wenig ein Gefühl der Normalität wieder.

Das lag natürlich vor allem an Herzblut, die eben jenes in ihren Gig legten, jeden Millimeter der kleinen Bühne ausnutzten und mich trotz vorheriger Unkenntnis sofort mitnahmen. Ich werde die Jungs definitiv im Auge behalten und auf einem der nächsten Gigs des Quintetts mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Anwesenheit glänzen.

Angeballert, glücklich grinsend und jeden zweiten Dönerladen auf dem Weg in die eigenen vier Wände nach Essbarem durchforstend (und auch einzuverleiben) zogen wir von dannen und fühlten uns langsam ein wenig wieder in der Normalität angekommen. Wohlwissend, dass dem leider noch nicht so ist.



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