MOTÖRHEAD TRIBUTE KONZERT – The King Of Kings

KILMISTER | NITROGODS

28.12.2017 - Berlin @ Kesselhaus

Zwei Jahre Tod…. Zwei verdammte Jahre ist unser Lemmy nun schon in den ewigen Jagdgründen und die Rock- und Metal-Welt vermisst ihn schmerzlich. Lemmy war schon zu Lebzeiten eine Ikone, die ihresgleichen suchte. Jetzt wo er von uns gegangen ist, ist er definitiv unsterblich. Unsterblich zumindest in den Herzen seiner Liebesten und seiner Fans.

Was also tun an seinem Todestag? Eine Flasche Bourbon auf ihn trinken (oder wahlweise Vodka) und dazu seine Mucke hören? Normalerweise gab sich Lemmy zum Ende des Jahres immer die Ehre und spielte mit Motörhead eine Tour durch good old Germany. Vor zwei Jahren gab er da auch in Berlin seine letzte Show, am 11.12.2015, in der Max-Schmeling-Halle. Irgendwie passt es da nicht, allein zuhause um ihn zu trauern, sondern wie zuvor, in den Armen von Gleichgesinnten, ihn nach Strich und Faden abzufeiern.

Das dachten sich auch die Jungs von Nitrogods und Kilmister. Letztere sind eine waschechte Coverband aus der Schweiz (gesprochen: „Schwiiz“), welche Motörhead seit 2014 huldigen. Da passt es doch wie die Faust aufs Auge, einen Gig an Lemmy´s Todestag zu zelebrieren und das in Berlin!

Als Veranstaltungsort wurde dafür das Kesselhaus auf dem Kulturbrauereigelände des Prenzlauer Bergs gewählt. Eine recht große Location. Nitrogods sind keine Unbekannten, aber ob sie und eine Coverband eine Halle für rund 1200 Leute füllen würden, und das auch noch vor einem Berliner Publikum, blieb abzuwarten?!

Nitrogods begannen offensichtlich pünktlich um 20 Uhr, denn als Carsten, Christian und meine Wenigkeit, wenig später das Kesselhaus betraten, war das schon sehr voll. Unten, wie auch oben auf der Balkonrundung, drängten sich die Leute und es war schwierig sich zu bewegen, geschweige denn, an die Theke zu kommen. Wir wollten Stoff! Nitrogods spielten schon und das Publikum ging bereits gut mit. Selbst hinten wurde zum Benzin-getränkten Rock´n´Roll Sound der Nitrogods mitgewippt. Der Sound passte auch sehr gut zur Einstimmung in den Abend.

Die drei Jungs von Nitrogods genossen sichtlich ihre Show und animierten das Publikum sogar zum Mitsingen bei „Damn Right (They Called It Rock´n´Roll)“. Es brauchte allerdings drei Anläufe, bis Schlagzeuger Klaus zufrieden war mit den Sangeskünsten des Publikums. Durch solche Aktionen, aber auch durch die guten und lustigen Ansagen von Sänger und Bassist Oimel wurde die Show immer wieder aufgelockert. Sehr gut gefiel mir auch wieder Gitarrist Henny Wolter. Da hätte ich mir am liebsten doch glatt noch einen Song seiner alten Band Thunderhead gewünscht. Aber Schmu beiseite, die Nitrogods Songs sind genauso geil und gehen gut ins Gehör. Gute Songs haben Nitrogods eh reichlich an Bord, obwohl vor einem halben Jahr erst ihr drittes Album „Roadkill BBQ“ erschien.

Das besondere an der heutigen Nitrogods Show war ihr volles Set, von rund 80 Minuten und das als Vorband? Wohl mehr gleichberechtige Band. Nitrogods sind jedenfalls eine gut geölte Maschine und wurden mit mehr als höfflichen Applaus von der Bühne gelassen.
Beim erneuten Bier holen, trafen wir doch glatt noch eine weitere Arbeitskollegin mit Namen Lisa, die sich als waschechter Motörhead Fan outete. Lisa und wir drei Jungs begossen das Aufeinandertreffen natürlich erstmal ausgiebig. Heavy Grüße!

Nach der Umbaupause was es dann höchste Zeit, endlich zu den Evergreens von Motörhead zu lauschen. Die drei Jungs von Kilmister trabten auf die Bühne und als erstes fielen die Augen natürlich auf Lemmy aka Thin Lem. Thin Lem ist die etwas schlankere Version von Godfather Lemmy zu dessen besten Zeiten. Aber auch die anderen zwei Mitstreiter ließen sich nicht lumpen und zollten ihren Vorbildern Tribut. Steve Gasser hatte zwar den ungefähren Haarschnitt von Phil Campbell, ihm fehlte jedoch der coole Hut, bzw. waren seine Kleider zu alltäglich. Da hat Phil schon etwas mehr Stil. J. P. Reinhard machte da schon eine bessere Figur, um Mikkey Dee gebührend zu vertreten. Auch die Bühne war mit den üblichen Marshall Türme ausgestattet und ein Bild von Lemmy, wie er von hinten gehend in einem Gang fotografiert wurde und welches auf eine seitliche Wand projiziert wurde. Die Show konnte beginnen.

Es ist jetzt unsinnig auf jeden einzelnen Song einzugehen, obwohl ich Thin Lem förmlich an den Lippen hing und dies gerne tun würde. Der Sound stimmte und die drei Jungs spielten die Songs so original wie möglich. Die Songauswahl war für mich sehr zufriedenstellend. Hervorheben möchte ich dennoch die Songs „Electricity“, „Back At The Funny Farm“, „We Are The Roadcrew“, oder „In The Name Of Tradegy“, welche Motörhead selber eher lange nicht mehr oder gar nie Live spielten. Höhepunkte der Show waren, neben all den Hits, die 28 Schläge für Lemmy´s Todestag, bevor es in „Orgasmatron“ überging. Danach kamen noch „Killed By Death“, „Iron Fist“ und „Bomber“, bevor „Ace Of Spades“ das Ende des Hauptsets markierte. Nicht nur da gab es diverse Pogo-Runden, die auch mal etwas rüder zugingen. Pogo bei Motörhead? Hätte das Lemmy gut gefunden?

Wie auch immer, danach war erst mal Schluss, bzw. wurde auf der Bühne etwas umgebaut. Es kamen Barhocker auf die Bühne, auf denen Kilmister, mit ein paar Freunden und Akustik-Gitarren, den „Whorehouse Blues“ spielten. Sicherlich ein guter Abschluss, der die aufgewiegelten Gemüter etwas beruhigte. Trotzdem gab es im Anschluss tossenden Applaus und viele „Lemmy, Lemmy“ Rufe. Wodurch sich Kilmister mit einer bombastischen Version von „Overkill“ nochmal die Ehre gaben, was in einem endlosen Geschreddere zu Ende ging. Danach war wirklich Schluss und alle im Saal waren restlos glücklich und bedient!
Sicher fehlt bei einer Tribut-Show zu einer großen Band, immer der ein oder andere Song. Auch ich hätte gerne noch „Dancing On Your Grave“, „Snaggletooth“, „R.A.M.O.N.E.S.“, „Please Don´t Touch“ oder „I´m So Bad (Baby I Don´t Care)“ gehört. Aber das ist Klagen auf hohem Niveau. Es war ein sehr geiler und ehrwürdiger Abend. Lemmy hätte es sicherlich gefallen!

Danach hatte ich noch das Vergnügen mit Oimel von Nitrogods etwas zu plaudern. Wir schwelgten in alten Punkzeiten Stuttgarts und seiner Zeit bei den Herbärds und er hatte wirklich viele Stories zu erzählen. Da konnte ich nur schwer mithalten. Aber auch aktuelleres war Thema, wie die gute Show heute und auch sonst überhaupt. Ob vor 10 Leuten, oder wie heute, vor wesentlich mehr, Nitrogods geben immer alles. Dem konnte ich nur zustimmen!

Nitrogods und Kilmister hatten heute wirklich gute Shows abgeliefert und mich, sowie viele Andere, glücklich gemacht!

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