AC/DC │ VINTAGE TROUBLE │ THE WHISKY FOUNDATION

25.06.2015 – Berlin @ Olympiastadion

Was wurde im Vorfeld gemunkelt, ob das mit den alten Recken um AC/DC noch einmal was wird?! Die Tour zur „Black ice“-Platte, führte AC/DC durch alle Herren Länder mit 168 Shows im Zeitraum von 2008 bis 2010. Es war, mit Einnahmen von 441,6 Millionen US Dollar, die dritt-erfolgreichste Tour überhaupt, nach „A bigger bang“-Tour der Rolling Stones und der „360°“-Tour von U2! Wir sprechen hier also vom Rockolymp – ist das noch Metal??!!

Nein, natürlich nicht! AC/DC waren noch nie Metal und verstanden sich auch nicht als eine solche Band! Von Anfang an wollten sie den Rockolymp erobern, was ihnen spätestens mit „Back in black“ (1980) auch gelungen ist. Seit damals, auch bedingt durch das frühe Ableben des ersten Sangesgott Bon Scott, scheiden sich die Geister zum Urteil über die Band. Man liebt sie, oder man hasst sie!

Aber zurück zum Gemunkel! Dies würde spätestens zum Bekanntwerden der Diagnose des Chefsongwriters und des Maestros himself, Malcolm Young, im Frühjahr 2014 nochmal sehr befeuert, als bekannt wurde, dass er an Demenz erkrankt war. Trotz der Beteuerungen der Band, an einem neuen Album zu arbeiten, konnten es sich selbst so innige Liebhaber wie ich, kaum vorstellen, dass ein neues Album, ohne Malcolm, genügend Hits abwerfen würde. Doch nach dem Prinzip „Keep it in the familiy“, wurde in Stevie Young, eines Neffen von Malcolm, ein geeigneter Nachfolger gefunden. Dieser hatte schon zu früheren Zeit, als sein Onkel mal wieder einen, von vielen, Alkoholentzügen absolvierte, ausgeholfen und war mit dem Backkatalog der Band somit vertraut. Zum Erscheinen von „Rock or bust“ wurden die meisten Kritiker dann eines Besseren belehrt und man bekam richtig Laune auf neue Live Auftritte der Australier. Die wurde auch nicht getrübt durch die erneuten Eskapaden von Drummer Phil Rudd. Auch hier wurde, innerhalb des Inner Circle der AC/DC Familie, mit Chris Slade, schnell Ersatz gefunden.

Zugegeben, auch ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich zum ersten Mal die saftigen Ticketpreise für die neue AC/DC Tour sah! Die Hundert Euro Grenze wurde überschritten! Dies mag sicher nicht nur an der Steuer für ausländische Bands liegen, sondern mehr am kapitalistischen Denken der vielen beteiligten Unternehmen, zu der auch die Band selbst gehört! Nun ja, geboten wird Einiges, aber klar ist auch, neben 3 neuen Songs, gibt es zu 98% die gleichen Hits, die man schon die letzten 20-30 Jahre rauf und runter gehört hat. Ich kann jeden Kritiker verstehen, doch was soll man gegen eine süchtige Liebhaberei tun? Guter Stoff ist teuer! Nachdem ich anno 1996 fast zum letzten Konzert der RAMONES in die U.S.A. geflogen wäre und es bis heute bereue, es nicht getan zu haben, kann mir auch dieses, womöglich wirklich letztes, Konzert/letzte Tour nicht zu teuer sein! Ich wurde nicht enttäuscht!

Da die Anreise in Berlin unspektakulär ist und war, fange ich zunächst nochmal mit den T-Shirt Preisen an. Also bei 40,- Euro für ein, beidseitig bedrucktes und buntes, Shirt habe ich schon geflucht! Vor allem weil sie tatsächlich ein spezielles Berlin-„Rock or bust“ Shirt hatten! Aber ich habe es mir echt gekniffen, auch weil die Bierpreise bei 5,- Euro für 0,4 Liter und dazu noch 2,- Euro für den Pfandbecher, schon übel waren! Na wenigstens war es richtiges Bier und nicht so eine Plörre wie bei den Hertha BSC Spielen! Zum Glück hatten wir schon zuvor ordentlich getankt!

Als wir endlich drin waren, bekamen wir zwar einen guten Platz, links vor der Bühne, sahen jedoch von The Whiskey Foundation, aus München, nur noch die letzten zwei Songs. Aber die haben mich nicht sonderlich beeindruckt! Ein anderes Kaliber waren da schon Vintage Trouble aus L.A./Kalifornien. Die 4 Jungs um den charismatischen schwarzen Sänger Ty Taylor, feuerten ein deftiges Blues Rock Spektakel der Marke James Brown oder Chuck Berry ab. Die immer mehr werdenden Zuschauer spendeten nach jedem Song dafür auch ordentlich Applaus. Durchaus ein schwerer Job für eine Vorband von AC/DC, vor den teils recht Scheuklappen-hörenden AC/DC-Fans zu bestehen. Wer auf old-schooligen Blues-Rock, der mächtig Staub aufwirbelnden Sorte steht, sollte die Band mal an testen! Zu empfehlen als Einstig ist der Song „Pelvis pusher“, zu sehen und hören über You Tube unter: https://www.youtube.com/watch?v=ZMCutWGTHSU.
Nach Vintage Trouble gab es eine knappe halbe Stunde Umbaupause, bevor ein Meteorit, bestückt mit AC/DC Kassenschlagern, durchs Weltall raste, um sich auf die Erde zuzubewegen und dann als Feuerball direkt auf der Bühne einzuschlagen, aufgehend in einer famosen Pyro-Show! Als ob sie dem Feuerball entsprungen wären, ertönte plötzlich Angus Gitarrenriff zu „Rock or bust“ und die Band stand auf der Bühne und die Meute drehte durch! Natürlich nicht so wie die Argentinier im „Live at River Plate Stadium“-Video, aber die Leute hatten ordentlich Spaß!

Natürlich ging es weiter mit Hits wie geschnitten Brot. „Shoot to thrill“ und „Hell ain´t a bad place to be” bevor sich mit “Back in black” mein erster Luft-Gitarren Orgasmus einstellte! Während das Stageacting immer noch nach den gleichen Strukturen wie die Jahrzehnte zuvor verläuft – Brian Johnson und Angus gaben die Unterhalter, während die Backing Band, trotz neuer/alter Mitstreiter, nach „Schema-F“ fungierte – hatte es das Bühnenbild in sich! Eine gigantisch runde Wellblechhütte bildete die Bühne, links und rechts davon gab es große Videoleinwände, die mit der fetten Videowand als Backdrop verbunden waren. Auf der Spitze des Wellblechdachs funkelten natürlich die Teufelshörnchen von Angus. Imposant intergiert darunter war die Lightshow, die meist ein bis zweifarbig für ein schönes und intensives Lichtspektakel sorgte. Keine Frage, dass kostet alles einen Haufen Geld und bei der Produktion dürfte klar sein, dass das Unternehmen AC/DC sicher ein bis zwei weitere Bühnen im Vor- und Nachbau zur laufenden Tour haben. Rechtfertigen darf das jedoch nicht die magische Eintrittspreis-Grenze von 100,- Euro! Diese Erkenntnis tauschte ich mit einem weiteren Fan aus, beim ersten Pinkelgehen. AC/DC sind trotz ihrer Größe immer noch eine Rock´n´Roll Band und viele Geringverdiener und anderes Gehandicapte haben nicht die Möglichkeit in diesen Genuss zu kommen. Hey ihr Rock und Metal Dinosaurier, könnt ihr nicht Tickets für Geringverdiener entwickeln/unterstützen??!!!

Somit hörte und sah ich vom Weiten die Songs „Play ball“ und „Dirty deeds done dirt cheap“, aber zu einem meiner Faves war ich wieder rechtzeitig im Pit und es kam „Thunderstruck“! Was ein hammergeiler Song, in dieser großartigen Atmosphäre!!! Konnte es da noch mehr Spannung geben? Aber klar, danach kam „High voltage“! Ich liebe und ich vergöttere diese Songs! Keine Frage klingt der Song mit Bon Scott noch räudiger und ich würde Haus und Hoff verkaufen um das erlebt haben zu können! Leider funktionieren Zeitreisen (noch) nicht. Neben einmal Beamen ins CBCB´s zu den Anfangstagen der RAMONES, als sie tagein tagaus, im Club der Lower East Side, ihr Set von 25 Minuten runter zockten, währen danach jedoch gleich AC/DC dran, zur „Let there be rock“-Tour in Australien!!!

Zurück in der Wirklichkeit ertönte gerade „Rock´n´roll train“, ein cooler Song der „Black ice“ Scheibe! Dann wurde die magische riesige Kirchenglocke runter gelassen, die ich zuvor echt nicht entdeckt hatte im Bühnenhimmel. Es ertönte nach den Glockenklängen natürlich „Hells bells“. Ich musste unweigerlich wieder an die „Racer´s edge“-Tour, 1991 in München, denken. Als vergeistigte Christen (oder waren es doch die Zeugen Jehovas?!) Flyer vor der Show verteilten, mit der Aufschrift „Hells bells, die Höllenglocken klingen für dich, lass dich nicht ins Fegefeuer ziehen!“ Großartig!

Danach kam „Baptism by fire“ ein weiterer und dritter Song der neuen Scheibe. Na ja, schwächelt natürlich deutlich in so einem illustren Kreis der nächsten Songs wie „You shook me all night long“ und besonders „Sin city“! Wann hatten AC/DC diesen Klassiker zuletzt gespielt? Das dürfte lange her sein und es war wirklich eine Überraschung! Darauf erst mal ein Bier, passend zu „Have a drink on me“!

Dann wurde schon langsam in die Endrunde geläutet mit Gassenhauern der Marke „T.N.T.“ (Ja, ja, den Text kann ich immer noch auswendig, besoffen auf einen Bein jonglierend)! Bei „Whole lotta rosie“ gab es natürlich wieder eine überdimensionale Rosie, in lasziver Pose hinter dem Schlagzeug! Erst war ich mir nicht ganz sicher ob Rosie nicht einfach über die Videowand eingespielt wurde?! Nein, nein die war echt aufgeblasen! Den Schluss des Hauptsets bildete eine fulminante Live Version von „Let there be rock“, von rund 15 Minuten Spielzeit, innerhalb dessen Angus ein elendslanges Gitarrensolo, samt Laufsteg rauf und runter rennen, spielte. Meine Fresse, der älteste Schuljunge dieses Planten hat es immer noch drauf. Scheiße geil!!! Nur der nackte Arsch ist nicht mehr. Das ist Angus mit seinen nunmehr 60 Jahren dann wohl doch zu heikel?!

Nach ca. 8 Minuten kamen sie nochmal raus und es war sonnenklar, zwei Songs die unbedingt noch gespielt werden wollten waren „Highway to hell“ und der übliche Abschluss mit „For those about to rock“! Da muss ich allerdings sagen, dass die Kanonen auch schon mal mehr waren und vor allem imposanter ballerten. Als Entschädigung dafür gab es ein kurzes Abschlussfeuerwerk, was noch Bestandteil der Show war und den endgültigen Abschluss markierte!

Mein Fazit?! Yep, es hat sich wieder mal verdammt gelohnt! Klar singt Brian Johnson schon seit der „Flick of the switch“-Platte nicht mehr so hoch wie zu seiner Anfangszeit bei AC/DC. Bei Angus kann ich keinerlei Ermüdungserscheinungen erkennen, zumindest keinen Unterschied in den letzten 25 Jahren! Die anderen drei Jungs, Clive Williams, Stevie Young und Chris Slade, erledigten ihren Job, so wie er sein muss, alles hoch professionell und einstudiert! Keine Frage auch ich würde mir hin und wieder 4-5 andere, kaum, oder noch nie gespielte Hits wünschen, wie wäre es mal mit „Who made who“, „Burning alive“ oder „Nick of time“?! Oder mal eine Tour auf der sie die komplette „Back in black“-Platte runterzocken?! Klar, unmöglich, aber man darf träumen! Wie gesagt ein paar verbilligte Tickets für die Geringverdiener sollten für einen so großen Rock Giganten machbar sein. Je Tour 10 rockbare Sachbearbeiter vom Jobcenter einsetzen, welche die Aktenlagen kennen und die Betroffenen endlich mal direkt durchwinken könnten. Eine Win-Win Situation! Ich sollte AC/DC´s neuer Tour-Manager werden!

Setlist:
Intro
Rock or bust
Shoot to thrill
Hell ain't a bad place to be
Back in black
Play ball
Dirty deeds done dirt cheap
Thunderstruck
High voltage
Rock 'n' roll train
Hells bells
Baptism by fire
You shook me all night long
Sin city
Shot down in flames
Have a drink on me
T.N.T.
Whole lotta rosie
Let there be rock
-----------------------
Highway to hell
For those about to rock (We salute you)

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