Mitten in einem von Berlins angesagtesten Partybezirken fand das vierte Desertfest im Astra Kulturhaus statt. Vom 23.04.2015 bis zum 25.04.2015 versammelten sich Stoner Rock und Doom Metal Fans aus der ganzen Welt, um den lauten und schweren Klängen zu lauschen.

Die über 25 Bands teilten sich abwechselnd auf die Foyer- und Hauptbühne auf. Während hier das überdachte Astra Stück für Stück abgerissen wurde, gab es auf dem restlichen Gelände unter freiem Himmel einen Biergarten, Essens-, Merchandising- und einen Tattoostand.

Der zweite und dritte Tag am Freitag und Samstag waren ausverkauft und am Freitagabend kam auch ich auf dem Desertfest an, während das Trio Kamchatka aus Schweden mit ihren bluesigen Vibes lässig auf der Foyerbühne rockte. Hinter verschlossen Vorhängen wurde bereits die Hauptbühne für Acid King aufgebaut. Nachdem Kamchatka ihren Gig beendete, drängten schon alle zum verschlossenen Eingang der Hauptbühne. Mit dem Öffnen der Vorhänge stürmten die Zuschauer in die Halle, um das Trio um Frontfrau Lori zu sehen. Die Gruppe aus San Francisco nahm ihre Zuhörer auf einen schweren und hypnotischen Trip mit und verzauberte sie mit repetetiven Rythmen und schwebenden Gitarrensounds, während Loris Gesang die unendlichen Weiten ihres Sounds untermauerte.

Um 19:30 begab ich mich in den Backstagebereich, um die Herren ääh Krieger von Conan zu ihrer tonnenschweren Musik zu interviewen. Im Anschluss folgte dann ein Interview mit dem unendlich lässigen Brant Bjork, der mit seiner Low Desert Punk Band als Headliner für heute angekündigt war.

Es war kurz vor 21 Uhr und das Foyer füllte sich wieder. Alle warteten auf Ufomammut. Also schnell etwas zu trinken besorgen und mitwarten. Denn gerade zu den Abendstunden machte es sich bemerkbar, dass das Festival ausverkauft war und wer die Hauptbühne ganz weit vorne bestaunen wollte, musste schnell sein. Bestaunen kann man bei Ufomammut vor Allem die kranken Riffs, die bei dieser live Performance mit einer ordentlichen Portion Schalldruck auf den Körper einprügelten. Auf diesem brachialen Fundament thronen die effektgeladenen schwebenden Sounds und die unverständlichen Vocals, die nur noch als Melodie wahrgenommen werden.

Jetzt hieß es erst einmal kurz im Foyer erholen, bevor Brutus um 22:15 Uhr an der Reihe waren. Wobei die Band die Spielpause bereits zum Soundcheck nutzte. Nach dem kolossalen Auftritt von Ufomammut schraubten Brutus den Härtegrad mit ihrem klassischerem Stoner Rock etwas runter und bildeten stilistisch eine gute Brücke zum nachfolgenden Gig von Brant Bjork & The L.D.P.

Dann war es soweit: Brant Bjork & The Low Desert Punk Band boten einen guten Mix aus Brants Kreationen, die sie nicht einfach nur stur runterspielten, sondern auch gerne mal ausufern ließen. Was die Solos angeht, wagt Brant allgemeinen mehr. Denn während sie früher oft eingängig und simpel gestrickt waren, stieg das Tempo und die Komplexität der Solos auf der neuen Platte „Black Power Flower“ leicht an, bleibt aber insgesamt lässig und typisch Brant Bjork. Die Zuschauer lieben es auf jedenfall.

Zum Abschluss des Freitags gab es mit den zermürbenden Riffs von Conan noch einmal richtig schwere Kost für die Zuschauer.

Am Samstag war der dritte und letzte Tag des Desertfests. Gegen 16 Uhr verzauberten Cigale aus Holland mit ihren hypnotischen Klängen das Publikum, während es auf dem Festivalgelände noch relativ behutsam vorging. Um 16:30 Uhr war ich dann zu einem Interview mit Matte von My Sleeping Karma verabredet, der sich prompt als sehr sympathischer Gesprächspartner herausstellte.

Nach dem Interview befand ich mich wieder vor der Hauptbühne, die Dopethrone mit der langsamen aber zerstörerischen Kraft eines Bulldozers zerlegten. Brutal sind hierbei auch die Vocals, wie unter anderem die Coverversion von „Ain’t No Sunshine“ unter Beweis stellte, mit der die Band ihren Gig abschloss.

Routineartig räumte das Publikum die Konzerthalle und verteilte sich auf dem Festivalgelände und vor der Foyerbühne, auf der Bushfire bereits ihren Soundcheck durchführten. Nun wurde es bluesig auf dem Desertfest und auch witzig, denn Frontmann Bill weiß wie man mit dem Publikum interagiert. Neue Fans wird Bushfire hier sicherlich gefunden haben.

Anschließend hieß es wieder vor den Vorhängen warten, die den Eingang zur Konzerthalle versperrten. Für mich wurde es spannend, denn mit The Atomic Bitchwax wartete einer meiner persönlichen Favoriten auf der Hauptbühne. Stoner Rock, Doom und all die verknüpften Genres sind euch generell zu langsam? Dann hört euch mal dieses Trio an. Langsame, repetetive und minimalistische Rythmusarbeit ist hier Fehlanzeige. Ryhtmus, Lead und Soli verschmelzen hier sowohl auf der E- als auch auf der Bassgitarre in schwindelerregendem Tempo ineinander. Mit insgesamt acht Alben kann die Band auf eine große Songauswahl zurückgreifen und spielte auch neues Material. Besonders war die Ankündigung eines neuen Songs bei der der Bassist Chris Kosnik sagte, dass das nachfolgende Lied nicht einfach für sie zu spielen ist, weil es sehr schnell ist. Nach einem fetten Intro ließ Gitarrist Finn Ryan schließlich die Fetzen fliegen.

Eine Band, auf die ich durch das Desertfest aufmerksam geworden bin, ist Mountain Witch. Der Retro angehauchte Sound und die mit Hall versehenem Vocals brachten mich sofort dazu, mit dem Kopf mitzuschütteln und in eine andere Welt abzutauchen.

Um 21 Uhr stürmten die Zuschauer wieder vor die Hauptbühne und man könnte meinen, dass My Sleeping Karma der heimliche Headliner des Abends waren, so wie sie das Publikum auf ihrer Seite hatten. Zwischen den Liedern sagten die Bandmitglieder an, wie überwältigt sie von der Energie sind, die das Publikum ihnen gibt. Diese Energie brachte die Band wiederum in ihren Instrumental Rock ein. Charakteristisch wie immer waren auch die Bewegungen des Gitarrists Seppi, der im Rhythmus hin- und herschwang.

Anschließend wurde es mit Toner Low sehr brutal, denn ihr massiver und basslastiger Sound brachte die Bude sprichwörtlich zum Wackeln. Vor der Bühne war es gut gefüllt und das Publikum hatte ihre helle Freude bei dem Auftritt.

Gegen 23:15 Uhr betraten dann die Headliner Red Fang aus den USA die Hauptbühne und gaben dem Desertfest am letzten Tag ein stimmiges Finale. Erdig, treibend und abwechslungsreich im Hinblick auf Tempo und Melodie – so könnte man die Musik von Red Fang beschreiben und der Livesound entwickelte sich hierbei zu einem druckvollen Erlebnis.

Alles in allem ist das Desertfest ist ein kleines, aber feines Festival, das die Möglichkeit bietet, die Favoriten auch ohne stundenlanges Warten aus den vorderen Reihen zu erleben. Bei einigen Gesprächen mit Festivalbesuchern wurde eigentlich nur kritisiert, dass es nach 20 Uhr nicht mehr gestattet war, das Gelände zu verlassen. Dadurch fühlten sich einige Besucher auf dem kleinen Festivalgelände festgehalten. Nichtsdestotrotz waren sie von der Musik angetan und auch ich kam musikalisch voll auf meine Kosten, sodass ich von einem besonderen Wochenende in Berlin sprechen kann.

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