EPICA | DRAGONFORCE| DIABLO BLVD

17.01.2015 - Berlin @ C-Club

Wenn Dragonforce in der Stadt sind, ob nun als Support oder Hauptact, sei es im Club oder in kleineren Hallen, dann bin ich dabei seit 8 Jahren schon und so habe ich es mir natürlich auch dieses Mal nicht nehmen lassen die bunte Multikultitruppe aus London zu begutachten und das gleich zu Beginn meines Konzertjahres 2015.

Dieses begann jedoch als erstes Mal mit einer Enttäuschung. Als ich um ca. 19:45 am restlos ausverkauften Columbia Club angelangt war, spielten Diablo Blvd. Schon. Das ist jetzt erstmal nicht weiter tragisch, denn erstens kenne ich die Band überhaupt gar nicht, zweitens interessiert mich die Band nicht sonderlich, wenn ich den Beschreibungen Glauben schenken kann, und drittens ist sie im Vergleich  zu Dragonforce und Epica ziemlich klein, was an für sich auch kein Grund ist sie abzuwerten, aber in solchen Konstellationen ist man oft einen sehr miesen Sound gewöhnt und ein gelangweiltes Publikum. Als ich mich jedoch durch die gemischten Massen zu einer sicht- und soundtechnisch halbwegs akzeptablen Position vorgekämpft hatte, endete der Song, es war kurz vor 8 und die Belgier kündigten ihren letzten Song „Black Heart Bleed“ an. Nunja, eigentlich sollte es ja um 8 erst losgehen, schade das man das im Facebookzeitalter nicht mal an den Mann bringen kann.

Was gibt es also von diesen 6 Minuten zu berichten? Diablo Blvd. waren gut, der Sound war nicht übertrieben fett und präzise auch nicht, dafür direkt und in die Fresse und Frontmann Alex Agnew hatte eine gute Hälfte des Publikums in der Hand  und animierte es zum Mitsingen. Beweis genug, dass die Show nicht verkehrt gewesen sein kann, der Applaus zum Abschied war schon etwas lauter als gewöhnlich und die Band schien auch angetan ob der Reaktion des Berliner Publikums.

Erstaunlich wenn man bedenkt das heute Abend schon ziemliches Kontrastprogramm angesagt war, denn außer der Instrumentierung und dem übergreifenden Genre Metal haben die drei Bands nicht viel gemein. Und das merkte man schon am Intro, dass nach den obligatorischen 20 Minuten Umbau die Dragonforce Show einleitete. Ließ man früher noch nach einem Countdown SlayersRaining Blood“ runter laufen, nur um dann zu demonstrieren, dass man noch schneller sein kann, hat man sich spätestens seit dem Guitar Hero Erfolg auf die Nerds und Computerspieler eingeschossen und wenn mir einer erzählen würde, dass das Intro aus einem alten Zeldaspiel kommen würde – ich wäre nicht überrascht. Die Bretter, die die Welt bedeuten, wurden dann mit „Fury of the Storm“ gestürmt und schnell zeigte sich dass die quietschigen Briten nichts verlernt hatten.  Was jedoch auffiel, war der etwas leise Gitarrensound, der sich später nach oben pegeln ließ, und dass heute Vadim, der Keyboarder fehlte.  Der gebürtige Ukrainer war zum Glück nicht in seinem Heimatland um den dortigen Niedergang durch Bürgerkrieg zu erleben, sondern ist frischer Vater geworden – beste Glückwünsche von dieser Seite aus – und dementsprechend zu Hause.

Dragonforce sind, und waren immer, eine Liveband und das bewiesen sie heute mal wieder eindrucksvoll mit einer Show, die man vor allem als hochenergetisch bezeichnen kann. Kaum jemand macht so viele Kilometer auf der Bühne, springt, post, schneidet Grimassen und battlelt sich an der Gitarre wie Herman und Sam. Was dabei ab und zu zu kurz kommt, und das ist Kritik vieler, ist die Präzision mancher Shredattacken, aber auch da hält sich die Fehleranzahl gemessen an den gespielten Noten in Grenzen und das sah das Publikum ähnlich. Wahrscheinlich war eine gute Hälfte wegen Dragonforce hier und die machten auch ordentlich Lärm, wenn sie nicht gerade die Griffbrettakrobatik bewunderten, die man auf diesem Niveau doch eher selten findet, was später auch Epica Gitarrist bemerkte als er ein Solo… naja.. nicht ganz CD-getreu spielte. „Sorry für das verkackte Solo, das passiert mir nicht wieder – zumindest heute – aber als Gitarrist neben Dragonforce gutauszusehen ist eh schwer.“

Mit „The Game“, „Three Hammers“ und „Symphony of the Night“ lag der Fokus natürlich auf der aktuellen Langrille „Maximum Overload“ aber auch die anderen Alben wurden bedacht. Mit dem Stampfer „Cry Thunder“, dem Klassiker „Valley of the Damned“ oder dem abschließenden Kultsong „Through the Fire and the Flames“.  Die Doublebass peitschte voran, der mehrstimmige Gesang saß sauber und die Soloarbeit war um es mit den Worten einiger Nerds zu sagen – legendär.

Da hatten es Epica schwer wenn sie noch einen draufsetzen wollten. Oder auch gerade nicht, denn Dragonforce passen nie rein, egal ob nun mit Edguy und Sabaton oder Freedom Call auf Tour, sie sind irgendwie meistens Sonderlinge, und somit kann man sich jede Art von Vergleich von vornherein sparen.  Das Publikum mischte sich in der ziemlich langen Umbaupause neu und am hohen Frauenanteil konnte man schon erahnen in welche Richtung es gehen muss. Die Holländer begannen, wie zu erwarten, opulent mit orchestralischem Intro und Lightshow. Visuell konnten sie definitiv eine Schippe drauflegen, und das nicht nur wegen Simone Simons, musikalisch blieben sie jedoch etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Schuld daran war vor allem der sehr leise gemischte Gesang der auch konstant bis zum Ende nicht geändert wurde, was mir unbegreiflich ist. Aber auch sonst wirkte Simone etwas schwachbrüstiger als sonst, vielleicht ein Überbleibsel der Geburtstagsparty, denn die hübsche Rothaarige ist heute 30 geworden. Die zweite Gratulation an dieser Stelle.  Die Auswahl der Songs schien man an Dragonforce angepasst zu haben, zumindest ballerten die gut los und waren häufiger als sonst im Uptempobereich angesiedelt.  „Second Stone“, „The Essence of Silence“  vom aktuellen Album, oder „Martyr of the free World” und “The Obsessive Devotion” um nur mal einige zu nennen. Das Set ging durch alle Alben und das relativ gleichwertig mit durchschnittlich 2 Nummern die sich homogen in die neuen Kompositionen einreihten.

Soundprobleme hin oder her, die ausverkaufte Hall machte das öfters mal wett und der Stimmung schien es keinen Abbruch zu tun. Dazu hatte Simone durchaus tatkräftige Unterstützung mit sehr spielfreudigen Bandkollegen, allen voran Keyboarder Coen  den es selten hinter seinem Keyboard hielt und der sich auch gerne mal als rechte Hand der Gitarristen präsentierte, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Auch Drummer Ariën schein mit seiner Position hinter die Schießbude unzufrieden und streute zur Auflockerung hier und da mal ein Solo ein.  Kurzum: Im Gegensatz zu manchen Videos der Symphonic Metaler präsentierte sich Epica als geschlossene Band und nicht als Sängerin mit Rest. Nach den Singles „Unleashed“ und „Storm the Sorrow“, die natürlich nicht fehlen durften, wurde das reguläre Set mit „The last Crusade“ und „The Phantom Agony“ beendet.

Als Zugabe gab es dann, das frenetische gefeierte „Unchain Utopia“ bevor man den Abend mit dem Longtrack „Consign to Oblivion“ schloss.  Und das Fazit? Naja, die Bands waren beide zufrieden, die Fans auch, Simone bezeichnete es als schönstes Geburstagsgeschenk ihres Lebens, man hat also alles richtig gemacht. Ich hätte trotzdem gerne den Mischer verhauen, haha.

Und ich hätte beide Bands gerne ein paar Minuten länger gesehen und dafür weniger gewartet… aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben.

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