EXTREM TALENTIERTE FRAUEN



Seit gerade einmal 11 Jahren toben Nervosa über die Bühnen dieser Welt und haben es dabei geschafft, nicht nur an diesen Plätzen verbrannte Erde zu hinterlassen, nein, in dieser Zeit sind auch 4 Alben entstanden, die bei der Thrash-Belegschaft weltweit große Anerkennung einheimsten. Dann plötzlich im letzten Jahr der Bruch mit der gesamten Belegschaft und Gründerin Prika Amaral stand plötzlich komplett alleine an der Front. Doch das Wort „Aufgeben“ schein im Wörterbuch der blonden Riffgöttin nicht zu existieren, denn flugs scharte sie 3 neue Mädels um sich herum, wobei ex-Triumph of death und Abbath Bassistin Mia Wallace der prominenteste Zugang war.

Doch damit nicht genug. Die Fans hatten gewisse Bedenken und teilweise sogar Ängste, dass vor allem der Weggang von Frontröhre Fernanda Lira eine nicht zu füllende Lücke hinterlassen würde, doch auch hier zauberte Prika ein Ass aus dem Ärmel: Die spanische BloodhunterFrontröhre Diva Satanica, die ihren Einstand auf dem großartigen „Perpetual chaos“ Album feierte und ihre Vorgängerin vollkommen vergessen macht. Nun sprechen wir also nicht mehr nur von einer brasilianischen Band, sondern vielmehr von einer internationalen, denn neben Brasilien, Spanien und Italien gesellte sich mit Drummerin Eleni Nota auch noch eine Griechin hinzu. Viele Dinge, über die wir mit der neuen Frontröhre Diva ein wenig plauschen wollten.

Mit "Perpetual Chaos" habt Ihr einmal mehr ein fettes Pfund Thrash Metal in die Waagschale geworfen. Die Stimmung dürfte dementsprechend gut sein im Nervosa Lager…

Definitiv! Wir freuen uns tierisch über die ganze Unterstützung und das großartige Feedback, welche seitens der Fans und der Presse Nervosa zugedacht wird. Wir können es kaum erwarten, bis sich die ganze Situation bessert, entspannt und wir endlich unser Album auch live auf der Bühne mit Euch allen teilen zu können.

Wie hat das Songwriting zum neuen Album funktioniert? Das war ja quasi ein fast kompletter Neuanfang für Nervosa und das erste Mal mit einem neuen Team. Kommen einige Songideen noch aus der zeit davor mit der alten Besetzung oder wurde alles neu erdacht? Inwieweit wart Ihr als Neuzugänge in das Songwriting involviert?

Wir waren alle am Songwriting Prozess beteiligt. Prika bestand von vornherein darauf, Musikerinnen zu finden, die exakt so funktionieren würden und glaube mir, wir sind dankbar dafür, zu der gesamten Entstehung des Albums unseren Teil beigetragen zu haben. Manchmal schickte sie uns einfach ein Riff und bat darum, unsere Ideen und Fragmente hinzuzufügen oder wir diskutierten über ein bestimmtes Konzept, bevor wir begannen, etwas Neues zu schreiben. Wir haben auf verschiedenen Ebenen und Arten zusammen an dem Album gearbeitet und wir alles sahen diese Arbeitsweise als sehr produktiv an, was man am Endergebnis auch hören kann.

Im Vergleich zu den früheren Alben fand ich die Musik auf „Perpetual chaos“ ein wenig differenzierter, klarer akzentuiert und mehr in die Fresse. War dies das Ergebnis der neuen Zusammenarbeit oder war dieser Schritt von vornherein geplant?

Natürlich hatte der Umstand, dass das Line Up so gravierend verändert wurde einen großen Einfluss auf das Songwriting. Dazu kommt noch, dass wir alle aus völlig verschiedenen musikalischen Umfeldern stammen und somit diese Stile mit eingeflossen sind. Ich gebe Dir recht, das Album ist vielseitiger geworden, weil wir uns beim Komponieren keinerlei Grenzen gesetzt haben und wir unsere persönlichen Backgrounds mehr unbewusst haben mit einbauen können.

Auch wenn das Thema sicherlich zur Genüge behandelt wurde, interessiert mich dennoch, wie es eigentlich zur Trennung mit Fernanda und Luana gekommen ist? Was hat Prika dazu bewogen, den Reset-Knopf zu drücken?

Weißt Du, Bands sind wie Beziehungen und irgendwann kommt man nach vielen Jahren an einen Punkt, wo man bei der Zusammenarbeit einfach auch mal eine Pause von dem Menschen braucht und sich nach anderen Betätigungsfeldern umschaut. Es ist durchaus nichts Schlechtes an solch einer Situation zu finden und definitiv das Beste, was alle daraus gemacht haben. Jeder hat akzeptiert, dass man auch mal neue Sache separat voneinander ausprobieren möchte, ohne sich gegenseitig hochzuschaukeln. Ich finde es prima, dass die Fans von Nervosa diese neue Ära mit unserer Band und Crypta, der neuen Band von Fernanda und Luana, genießen und miterleben können. Somit gewinnen alle, Fans wie auch Musiker.

Was macht ein gutes Nervosa-Album für dich aus, was sind die Eckpfeiler, die dich beim Schreiben von Songs antreiben?

Es ist enorm wichtig über etwas zu schreiben, was dich dazu inspiriert etwas zu erschaffen. Manchmal haben wir einfach keine Zeit innezuhalten, über unser Leben, unsere Karrieren und die unterschiedlichsten Schritte nachzudenken, die wir bereits unternommen haben. Der Antrieb in unserem Fall war der Neustart, dieser Refresh, der definitiv schöne Folgen für das weitere Vermächtnis von Nervosa hat. Wir haben uns einfach neuen Einflüssen geöffnet und diese gewinnbringend verarbeitet.

Mit Schmiervon Destruction und Erik von Flotsam und Jetsam gibt es auch einige Gastmusiker auf dem neuen Album. Was war die Zusammenarbeit mit den beiden?

Die Beiden sind seit ewiger Zeit gute Freunde von Prika und haben sich vor einigen Jahren auf einer gemeinsamen Tournee kennengelernt. Als sie dann beide fragte, ob sie sich ein Gastbeitrag auf dem neuen Album vorstellen könnten, sagten beide sofort und ohne lange zu überlegen zu. Für uns alle war das ein enorm wichtiger Schritt und etwas sehr Wichtiges, denn das bedeutet im Umkehrschluss, dass diese beiden Szenegrößen uns in unserem Neustart unterstützen. Es ist schon geil, solche Legenden mit an Bord zu haben.

Wie kamen die "Newcomer" Mia, Eleniund Du) zu Nervosa? War der Auswahlprozess schwierig und wie kann man sich den vorstellen, da Ihr ja alle aus unterschiedlichen Ländern kommt.

Ich glaube mich zu erinnern, dass Prika sowas wie eine Liste von Musikern hatte, mit denen sie mal irgendetwas zusammen machen wollte. Wir Drei fühlen uns im Nachgang sehr geehrt darüber, dass sie dabei an uns gedacht hat, denn wie viele Frauen auf dieser Welt würden nicht gerne bei solch einem Projekt, bei solch einer Band wie Nervosa mitspielen und solch einer tollen Persönlichkeit, wie Prika eine ist, zur Seite stehen?

Sie schickte uns allen eine Mail mit ein paar Fragen und der wichtigsten, ob wir überhaupt Bock hätten, bei
Nervosa mitzumachen und uns auf ein Vorsprechen einlassen würden. Somit mussten wir einige Videos drehen, ein paar eigene, alte Songs präsentieren, um danach in ein paar Meetings das zukünftige Engagement für die Band zu bewerten. Im Großen und Ganzen denke ich, dass es in der heutigen Zeit schwierig ist, jemanden zu finden, der seine Zeit und sein Leben der Musik widmen will.

Wie bist du eigentlich selbst zum Thrash Metal gekommen? Welche Bands haben dich wirklich geprägt?

Wir wurde wohl alle von den Klassikern beeinflusst: Exodus, Overkill, Possessed, Destruction, sind aber nach allen Seiten mehr als aufgeschlossen und haben auch viele andere unterschiedliche Musikgenres gern und oft gehört. Für mich selbst waren beispielsweise Guns’n’Roses wegweisend, doch mit der zeit begann ich, mich mehr dem härteren Stoff zuzuwenden und auch Grunge hörte ich verhältnismäßig viel früher.

Ihr scheint Euch bei bei Napalm Records wie zu Hause zu fühlen, nachdem bereits nun das vierte Album für die Kollegen aus Eisenerz veröffentlicht wurde. Was macht die Zusammenarbeit so besonders?

Napalm kümmert sich wirklich richtig doll um ihre Bands und es geht ihnen nicht nur darum, irgendwelche Fristen einzuhalten, sondern zusammen mit der Band ein gemeinsames Projekt, ein gemeinsames Ziel zu haben, was es dann zu realisieren gilt. Wir schätzen es sehr, wie sehr sie Prika dabei vertraut haben, diese gravierenden Veränderungen vorzunehmen. Sowas nimmt einem einen enormen Druck von den Schultern.

War es eigentlich schwierig,sich als ursprünglich brasilianische Band in Europa zu etablieren? Worin unterscheidet sich die südamerikanische und europäische Szene?

Ach lass mal, allein in der südamerikanischen Szene gibt es schon genügend Unterschiede, insofern kann man beide Kontinente gar nicht miteinander vergleichen (lacht). Dennoch gibt es in Europa schon Vorteile, beginnend mit der finanziellen Hilfe einiger Regierungen für die eigenen, im Land lebenden Künstler. Das ist eine große Unterstützung, um neue Projekte zu realisieren oder an anderen zu arbeiten, wenn man sein ganzes Geld nicht in die Anmietung von Proberäumen investieren muss, sondern sich darauf konzentrieren kann, ein Album zu veröffentlichen. Nicht jede band kann das wirtschaftlich selbst stemmen. (Das ist in Deutschland aber bislang noch nicht angekommen, oder? – Olaf) Napalm Records ist da ebenfalls ein sehr gutes Beispiel. Sie tun Großes und viel Ungewöhnliches und hilft damit der Band, ihre Musik noch viel besser zu promoten.

Dank der neuen Bandmitglieder ist Nervosa nun in Brasilien, Italien, Spanien und Griechenland ansässig. Wie kompliziert ist es also, neue Songs zu schreiben? Wie oft sehen Sie sich? Ergeben sich daraus irgendwelche Vorteile?

Aufgrund der momentanen Umstände konnten wir uns leider erst zweimal treffen. Als erstes trafen wir uns für die Recording Sessions des Albums in Spanien und als zweites zu den Dreharbeiten zum Video zu „Under ruins“ in Mailand. Wir sterben förmlich und sehnen den Zeitpunkt herbei, wo wir uns endlich wieder alle sehen können, doch wir verstehen, warum dies momentan unmöglich ist. Wir müssen einfach warten, bis die Dinge endlich besser werden und es gibt nichts, was wir dagegen tun können.

Prika und der Rest von uns waren es in der Vergangenheit ja schon gewohnt, aus der Ferne an verschiedenen Projekten mitzuwirken, denn heutzutage ist man dank der technischen Entwicklung nicht mehr darauf angewiesen, dass man nah beieinander wohnen muss. Wir haben in letzter Zeit und gerade erst vorhin verschiedene Dateien ausgetauscht, einige Ideen geteilt und viel über Video miteinander telefoniert. Das ist zwar hilfreich, aber bei weitem nicht so schön, als wenn man sich von Angesicht zu Angesicht gegenübersitzt. Ich finde dennoch, dass wir trotz dieser Umstände einen tollen Job abgeliefert haben, ohne uns vorher wirklich so richtig kennengelernt zu haben…und das auch noch in der Rekordzeit von lediglich 3 Monaten.


Wurde Nervosa von Anfang an als weibliche Band gegründet und sind Musikerinnen eine Voraussetzung für Nervosa? Was hast du in einer Band wie Nervosa gelernt?

Der Name Nervosa bezieht sich auf die Frauen selbst, weil es die wilde und ängstliche Haltung speziell bei Frauen bedeutet und es einem sofort das Gefühl gibt, dass in dieser band wirklich von Anfang an auch nur Frauen am Ruder waren. Ich habe selbst immer davon geträumt, in solch einem Projekt mitwirken zu können, konnte dafür selber aber nie geeignete Musikerinnen finden. Jetzt allerdings fühle ich mich super dort aufgehoben, wo ich bin: Umgeben von extrem talentierten Frauen.

Ich gehe mal stark davon aus, dass nach der Veröffentlichung von „Perpeual chaos“ eine Tour geplant war…doch wie wir wissen…

Genau so ist es! Wir hatten viele Shows und Rundreisen für die Monate danach geplant, doch mittlerweile wissen wir auch nicht, wann, wie und ob überhaupt in nächster Zeit irgendetwas davon stattfinden kann. Lasst uns einfach alle gemeinsam die Daumen drücken und dranbleiben. Wir werden Euch mit genügend Videos über YouTube versorgen. Also abonniert unseren Kanal!


OLAF

Interviewpartnerin: Diva Satanica (Vocals)


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