Ist die CD so scheiße geworden? Hahaha

Manchmal juckt es…und zwar ganz gewaltig! Da kriegt man eine Höllenscheibe ins Haus geliefert und muss noch warten, bis man das Review einstellen darf. So geschehen im Falle der neuen Göttergabe aus dem HauseImmolation, denn was der Vierer auf „Kingdom of conspiracy“ abfeuert, ist feinstes Death Metal Filet. Die Veteranen des Death Metal lassen sich auf diesem Monster nicht lumpen und ballern aus allen Rohren und ich kann jetzt schon Jedem von Euch raten, sich den 10.Mai dick im Kalender rot anzustreichen, denn da wird ein weiterer Anwärter für eine Top Platzierung im Jahrespoll endlich offiziell veröffentlicht. Also was macht man um die elendig lange Wartezeit zu überbrücken? Man schnappt sich einfach Gitarrist und Gründungsmitglied Bob Vigna und plauscht mit ihm ein wenig über die guten alten Zeiten und warum Immolation im Jahr 2013 mächtig abräumen werden. Bob war jedenfalls mächtig gut drauf…
Vorgestern bekam ich Eure neue Scheibe in die Hände und ärgere mich maßlos…

Was? Wieso das denn? Ist die CD so scheiße geworden, hahaha…

Naja, das Album kommt ja leider erst am 10.05. in Deutschland offiziell raus, doch ich will unbedingt mein Review dazu schreiben, denn „Kingdom of conspiracy“ ist in meinen Augen Euer bis Dato bestes und ausgereifteste Album überhaupt…

Da stimme ich Dir voll und ganz zu, hahaha. Es beinhaltet wirklich mit das Beste, was wir jemals geschrieben und aufgenommen haben, quasi ein „Best of“ Album. Ich mag alle unsere Alben, aber diesmal passte wirklich alles zusammen. Die Musik hat Power, ist heavy und nach 25 Jahren Bandgeschichte sollte man ja auch wohl erwarten, dass ich gute Songs schreibe (lacht). Die Produktion ist ebenfalls vom Feinsten und wir sind definitiv mehr als glücklich mit dem Endergebnis. Versteh mich nicht falsch, auch in der Vergangenheit hatten wir gute Produktionen, aber diese hier killt wirklich alles! Unsere letzten beiden Alben „Shadows in the light“ und „Majesty and decay“ waren schon auf einem guten Weg dahin.

Produziert hat die Scheibe Paul Orofino, der ja schon „Majesty and decay“ mit Euch aufgenommen hat und den Mix besorgte Zack Ohren, der sich dieses Jahr bereits Lorbeeren für das neue Suffocation Album verdient hat. Das Ergebnis klingt ultrabrutal und trotzdem zu jeder Zeit nachvollziehbar und organisch…

Guter Mann, auch da gebe ich Dir unumwunden Recht (lacht). Das von Dir angesprochene Team ist definitiv das Beste für uns und hat einen fantastischen Job abgeliefert. Paul ist ein absolut phänomenaler Produzent der nicht nur den besten Sound für uns kennt, sondern auch durch seine Vorschläge oder Ideen maßgeblich am Gelingen der Songs mitgewirkt hat. Vorab haben wir halt viel am Computer komponiert, die Dateien hin und her geschickt, wodurch vielleicht ein klein wenig an Drive verloren ging, doch den hat er wieder eingefangen. Das haben wir bereits während der Pre-Production Phase gemerkt, als ich durch mein „live“ spielen feststellte, dass die Songs nun ganz anders klangen als während der kompositorischen Phase. Ich übe viel, aber zum komponieren benutze ich oft einen Computer. Diesmal merkte ich aber extrem, wie sich dann plötzlich der Sound veränderte, als wir dann die Stücke einspielten. Zack hat dann aus dem fertigen Material noch mal das Optimum herausgeholt, obwohl wir ihn bis heute nicht persönlich getroffen, sondern alles per Telefon oder Email erledigt haben (lacht). Witzigerweise hatte Zack während dem Mix und dem Mastering immer exakt die gleichen Ideen wie wir, was das Arbeiten mit ihm mehr als angenehm gestaltete. Dennoch ist es schon etwas strange wenn man sein Material aus den Händen gibt und selber gar nicht anwesend ist, wenn Irgendwer daran herumfummelt, hahaha. Aber…es hat perfekt funktioniert.
Das Cover hat Pär Olofsson gezeichnet, der sich mit seinen Arbeiten für Immortal, Patholgy oder Malevolent creation bereits einen großen Namen gemacht hat. Wie kam die Arbeit mit ihm zustande und vor allem müsstet Ihr doch mit dem Endergebnis mehr als zufrieden sein, oder?
Jawoll, mehr als das sogar. Er ist dadurch ebenfalls zu einem offiziellen Teammitglied geworden. Pär macht ja viel bei Nuclear Blast und selbst ein gutes Ohr für die Musik und kann daher exakt das einfangen, was man auch visuell darstellen will. Er wurde auch ziemlich früh während der Entstehungsphase des Albums hinzugezogen, um sich Gedanken zum graphischen Konzept zu machen. Unsere alten Coverkünstler waren ebenfalls super, wie beispielsweise Sven von Aborted oder Frank Marshall, wie waren nie enttäuscht…doch wir wollten diesmal einfach was Neues ausprobieren und Pär hat das perfekt umgesetzt. Seine Arbeiten werden definitv auch auf der Bühne der nächsten Tour zu sehen sein. Es war auch mit ihm ein sehr entspanntes arbeiten, denn von den ersten Informationen unsererseits, über die erste Bleistiftzeichnung bis hin zum fertigen Cover waren wir immer involviert. Er hat von uns auch alles bekommen. Von der Preproduction, über die Songtexte, das Konzept, die fertigen Songs und er hat es sensationell umgesetzt. Selbst wenn uns mal etwas nicht gefiel, was sehr selten vorkam, hat er diese Änderungswünsche immer ohne zu murren sofort in die Tat umgesetzt und uns somit begeistert. Das war ja auch schon bei der „Majesty“ und der „Providence“ so und daher bestand für uns zu keiner Zeit die Veranlassung, an dieser gewinnbringenden Situation irgendetwas zu ändern.
Was ist das Königreich der Konspiration?

In erster Linie haben wir einen coolen Albumtitel gesucht, hahaha. Wir hatten uns darüber im Vorfeld keinerlei Gedanken gemacht, haben dann die Songtitel herangezogen und festgestellt, dass „Kingdom of conspiracy“ einfach am besten zum gesamten Album passt. Der Titel selbst bezieht sich einfach auf die Welt und wie sie heute aussieht und wahrgenommen wird. Man kann viele Aspekte reininterpretieren, ob nun aus einer fiktiven und reellen Sicht, doch selbst wenn der Titel eventuell politisch wahrgenommen werden sollte bleibt festzuhalten, dass wir keineswegs eine politische Band sind. Wir versuchen einfach die Mechanismen, die wir ja selbst direkt oder indirekt verschuldet haben, zu hinterleuchten, zu hinterfragen. Viele Vorgänge oder Institutionen wie die Bankenkrise oder die Regierung haben einen elementaren Einfluss auf unser Leben, denn sie versuchen uns zu kontrollieren. Darum dreht es sich hauptsächlich auf dem ganzen Album, wie einzelne die Massen beeinflussen und begutachten und sich keine Gedanken darüber machen, wie die Masse dann darauf reagiert. Wir versuchen zu zeigen, wie man hinter die Masken derer gucken kann, die uns zu beeinflussen versuchen. Dazu passt auch hervorragend das Cover, auf dem die Geknechteten vorn abgebildet sind, während im Hintergrund die Architektur der Unterdrücker zu sehen ist. Das Album versucht einfach die dunkle Seite unseres Lebens zu beleuchten und zu hinterfragen. Es ist natürlich eine Menge Fiktion dabei, die aber jederzeit wahr werden kann und nah an der Realität liegt. Das Video dazu, welches wir machen werden, unterstreicht das noch mal.

Ich habe drei absolute Favoriten auf dem Album und bitte Dich, diese mal für mich zu kommentieren: „God complex“, welches ein Solopart beinhaltet, der schon fast von Nile stammen könnte…
Hey danke...aber Nile? Unser Drummer Steve und ich mögen diesen Song ebenfalls sehr, den von Dir angesprochen Mittelpart finde ich aus guten Gründen ebenfalls klasse und wenn man bedenkt, dass dieser Song aus verschiedenen Ideen zusammengefügt wurde ist es fantastisch, wie gut er letztendlich klingt. Die Leute, die das Album mittlerweile gehört haben sind ebenfalls sehr angetan von ihm und Steve fährt wie bereits erwähnt auf ihn komplett ab…

Mein zweites Highlight ist „The great sleep“, ein fantastischer midtempo Headbanger…

Er ist wirklich speziell und einzigartig auf dem Album und dennoch nicht komplett im Midtempobereich angesiedelt. Wenn er das Tempo anzieht wird er ebenfalls sehr böse und brutal, ist aber wirklich in sich geschlossen und steht für sich allein. Ich persönlich mag diesen Song ebenfalls sehr und auch das von Dir angesprochene Tempo, denn er klingt dadurch sehr strong. Das kam allerdings auch erst während der Pre-Production zustande, denn die einzelnen Parts an sich haben vorher nicht so geklungen wie dann das fertige Endprodukt.

Doch der in meinen Augen und mit großem Abstand beste Song ist “All that awaits us”. Ein Weltklasse Riffing und sauhart…

Ja, das ist wirklich ein Guter (lacht). Es ist auch einer meiner absoluten Lieblingssongs, den wir auf jeden Fall auch auf der Tour spielen werden. Entstanden ist das Grundriff bei der ersten 70.000 tons of metal, als ich mir in einer freien Minute meine Gitarre schnappte und einfach drauf los schredderte. Ich hab das Teil dann mit Ross ausgearbeitet und herausgekommen ist dann dieses Teil…definitiv ein guter, hahaha. Er macht auf jeden Fall tierisch viel Spaß zu spielen und wird definitiv zukünftig in unserem Liveset seien Platz finden.

Wie lebt es sich eigentlich mit dem Status, eine absolute Death Metal Legende zu sein?

Ganz gut, wir sind ja immer noch da, hahaha. Dennoch sind wir immer noch ein absoluter Underdog, der sich aber immer wieder nach vorne schiebt und die Kids hören uns auch noch…mittlerweile schon fast in der dritten Generation, was verdammt cool ist. Dennoch gibt es immer wieder Leute die nach Konzerten auf uns zukommen und sagen: hey, Euren Namen kannte ich ja, habe aber noch nie was von Euch gehört. Wenn’s ihnen gefällt, haben wir alles richtig gemacht. Wir sind da, bleiben da und werden weiterhin unserer aggressiven Natur frönen, hahaha. Auf jeden Fall hilft uns dieser Stempel „Legende“ doch sehr…
Cannibal Corpse, Napalm Death, Immolation.Was für eine Tour! Das ist ja die Crème de’la crème des Todesstahls. Leider nur in den USA. Wann kommt Ihr über den großen Teich?

Würden wir natürlich sehr gerne, doch das hängt ja nicht von uns alleine ab. Die ganzen Mechanismen die da greifen müssen…da haben wir nicht allzu viel Einfluss drauf. Diese Tour in den Saaten ist auf jeden Fall ein Leckerbissen für die Fans und für uns natürlich auch, da wir mit den Bands schon seit Jahren sehr gut befreundet sind. Das Decibel Magazin hat uns gefragt, ob wir an dieser Tour teilnehmen wollen und wir haben keine Sekunde gezögert, denn wir alle lieben die Jungs und mit ND sind wir ja schon in Europa getourt. Außerdem ist es eine super Chance den Leuten, die von uns noch nichts weiter gehört haben, mal ordentlich eins auf die Mütze zu geben (lacht). Es wird auf jedenfall eine geniale Rundreise.

2011 habt Ihr mit „Providence“ eine EP veröffentlicht, die Ihr zum kostenlosen Download angeboten habt. Was war der Grund dafür und wird es in Zukunft ähnliche Aktionen von Euch geben?

Scion, die uns ja in den USA promoten und unser Record Label wollten für uns ein paar Shows buchen, unter anderem auch eine etwas größere in New York City und das war schon extrem wichtig für uns, denn wir gelten zwar als New Yorker Band doch Bill kommt aus Florida, Steve aus Ohio, da ist es dann doch wichtig, uns zu präsentieren. Diese Show war im August 2010. Danach wurden wir erneut eingeladen eine große Show in Kalifornien zu spielen, unter anderem mit Obituary, Death Angel und Morbid angel und dementsprechend brauchten wir mal etwas aktuelleres Zeug und da bot uns Scion die Möglichkeit zu. Es war auch schnell klar, dass wir das Teil kostenlos raus bringen werden, was für uns als Band und auch für die Fans eine richtig schöne Win/Win Situation war. Dazu machten wir dann auch noch ein Video zu „Illumination“, dass passte alles. Selbst Nuclear Blast stand da von vornherein hinter uns und hat die Aktion von Anfang bis Ende voll unterstützt. Es hat uns als Band wirklich voran gebracht, denn wir sind an diese EP so herangegangen, als ob wir ein neues Album schreiben. Es gab keinerlei Ausschussware, sondern 5 nagelneue Tracks und bis heute empfinde ich „Providence“ als eine unserer stärksten Scheiben. Ob wir das in Zukunft noch mal machen werden? Die Reaktionen darauf waren jedenfalls großartig und ich sage mal: Warum nicht?
Euer erstes Album „Dawn of posessions“ habt Ihr ja 1991 in Berlin mit Harris Johns aufgenommen“. Welche Erinnerung habt Ihr an meine Heimatstadt?

Eine ganze Menge (lacht)! Für uns war es ja nicht nur aufregend, die erste Platte einzuspielen, sondern dies auch außerhalb unseres Landes zu tun. Wir kannten Eure Sprache nicht und waren dementsprechend nervös. Heutzutage ist das ja alles viel einfacher, da brauchst du ja noch nicht mal mehr dein Schlafzimmer zu verlasen, um ein neues Album aufzunehmen. Das war damals anders und auch nicht minder spannend. Harris ist ein cooler Mensch, der auch viele unserer alten Helden produziert hatte, wir hatten ein Appartement direkt im Studio und die Aufnahmen waren klasse und entspannt. In Berlin war gerade 2 Jahre zuvor die Mauer gefallen und die ganze Stadt war in Bewegung. Es war eine extrem geile Zeit und seitdem hat Berlin in unseren Herzen auch einen ganz speziellen Platz.

Ihr habt über 86.000 Facebook Freunde. Wenn alle diese „Freunde“ Euer Album kaufen, was macht ihr dann mit dem neu erworbenen Reichtum?

Hahaha…geile Frage. 86.000 Verkäufe…wow, das wäre auf jeden Fall eine fette Hausnummer. Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Geld ist für uns nicht das Entscheidende, wir wollen vielmehr live spielen und auf Tour sein. Wir gucken nicht auf Plattenverkäufe und wenn wir Geld verdienen wollten, müssten wir definitiv andere Musik spielen, hahaha. Wir finden die Resonanz auf unsere Band schon extrem geil und freuen uns immer wieder, wenn wir dann die Fans auf den Konzerten treffen, mit ihnen quatschen und ein Bier trinken, das ist für uns das Wichtigste, neben der Musik natürlich. Aber deine Idee hat was…

Welche Erwartungen habt Ihr mit der Veröffentlichung des neuen Albums?

Große Erwartungen haben wir eigentlich nicht. Wir hoffen vielmehr, dass den Leuten die Scheibe einfach gefällt. Die Songs, die von Nuclear Blast vorab schon veröffentlicht wurden, haben jedenfalls eine Menge positiver Reaktionen hervorgerufen, was uns mehr als freut. Auch was wir bislang an Feedback seitens der Presse bekommen haben, lässt uns frohlocken, hahaha. Es gab wirklich noch keine negativen Rückmeldungen und wir haben dafür alles in die Scheibe reingepackt, was wir konnten.

Die letzten Worte sollen Dir gehören…

Danke für das Gespräch und wir freuen uns total drauf, dass es jetzt losgeht. Und wenn wir dann endlich mal weder in Berlin sind, trinken wir nen schönes Bier zusammen…

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