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DARKWOODS MY BETROTHED – Angel Of Carnage Unleashed (2021)

(7.436) Patrick (8,0/10) Black Metal


Label: Napalm Records
VÖ: 12.11.2021
Stil: Black Metal

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Satte 23 Jahre nach dem dritten Album „Witch-Hunts“ melden sich die finnischen Krachfetischisten DARKWOODS MY BETHROTHED mit dem neuen Album „Angel Of Carnage Unleashed“ zurück auf der Bühne des Black Metals. Mit an Bord befinden sich, neben den drei Gründungsmitgliedern der Band auch die beiden erfolgreichen NIGHTWISH Veteranen Tuomas Holopainen (Keyboards) und Kai Hatho (Drums), wobei erstgenannter bereits auf allen drei vorherigen Alben der infernalischen Combo aus den goldenen 90igern, welche mittlerweile zurecht einen gewissen Kultstatus besitzen als Session Keyboarder mitgewirkt hat. Soweit zum Namedropping, aber wie schaut es mit der Mucke aus? Kann auch das vierte Album an vergangene Glanztaten anknüpfen und den Geist längst vergessener Tage wieder auferleben lassen?

Die Antwort lautet: Ein definitives Ja, allerdings mit kleinen Abstrichen. Wer jetzt aufgrund der Bandbesetzung schon ein wenig Angst bekommen hat, dem sei gesagt, dass die schwarzmetallische Sause zum Glück mit NIGHTWISH so viel zu tun hat, wie ein Steakrestaurant mit veganer Ernährung. Die kleinen Problemchen der Scheibe liegen ganz woanders, denn wo früher eben dieser einmalige Charme, die scheinbar luftige Leichtigkeit, diese fast kindliche Naivität und diese schier grenzenlos übersprudelnde Kreativität herrschte, welche diese Musik in ihrer Entstehungsphase so auszeichnete, trifft man heutzutage auf wesentlich mehr musikalisches Verständnis, auf bereits viel gehörtes, mittlerweile altbekanntes und natürlich auch auf ein gewisses Maß an Perfektion.

Diese Tatsache ist aber wohl einer völlig natürlichen Entwicklung der jeweiligen Protagonisten, die sich selbstverständlich über die Jahre hinweg als Musiker stetig weiterentwickelt haben geschuldet. Zu guter Letzt, spielt auch noch die Intensität eine Rolle, mit der man damals als Hörer im Vergleich zur heutigen Zeit an neue Werke herangegangen ist und den Genreklassikern nun knapp 25 Jahre nach den glorreichen Tagen gegenübersteht. Es mag einen heutzutage eben oftmals nicht mehr so gefangen nehmen, wie das damals als rebellierender Teenager der Fall war. So negativ dies nun aber auch klingen mag, wenn man sich von diesen Dingen loslösen kann und das sollte man auch zwingend tun, oder völlig unbefangen an die Sache herangeht und evtl. diesem nostalgischen Faktor gar nicht erlegen ist, ihn vielleicht sogar gar nicht kennt, dann bekommt man ein wirklich gelungenes Black Metal Album mit vielen Höhen, aber auch kleinen Schwächen serviert.

Prinzipiell wird auch auf Album Nummer vier genau das geboten, für was man diese Band früher so geliebt hat. Treibende Rhythmen, rasende Drums, epische Songstrukturen, einige Chöre sowie Klargesänge und keifende, von purem Hass zerfressene Vocals treffen auf großartige, z.T. ausufernde und absolut breitwandige, eine unfassbar dichte Atmosphäre erzeugende Keyboardteppiche.

Speziell der rasende Opener „Name The Dead“, dass größtenteils im treibenden Midtempo angesiedelte, verdammt abwechslungsreiche und Keyboarddominierte „You Bitter Source Of Sorrow“ oder das wahrhaft großartige, episch stampfende und stellenweise von grandiosen Pianoklängen untermalte „Where We Dwell“ wissen auf „Angel Of Carnage Unleashed“ vollends mitzureißen, zu überzeugen und vermögen den Hörer sogar in diese seltsam heimelige und vergangene Zeit zurückzuversetzen. Einfach die Augen schließen, sich den dunklen Klängen hingeben, die Stimmung genießen und in purer Nostalgie versinken. Das sind für mich absolut herrliche Momente purer Glückseligkeit.

Dem gegenüber stehen ein paar kleine Schwachpunkte, welche sich in meinem Geschmackskosmos Hauptsächlich in der Darbietung des Klargesanges definieren. In „Murktide And Midnight Sun“ und „In Thrall To Ironskull´s Heart” (hier aber stimmiger, weil mehr Chöre und irgendwie passender) wird der Black Metal völlig in den Hintergrund gerückt und die Band ergeht sich in folkig angehauchten, eher zurückhaltenden Songstrukturen, in denen ausschließlich klare Gesanglinien über dem zaghaft metallischen Gerüst prangen und diese Darbietung entspricht einfach nicht so wirklich meinem persönlichen Geschmack.

Wie bereits anfangs erwähnt, versprühten genau solche, nicht völlig perfekt performten Klänge, diesen gewissen naiven und besonderen Charme, aber heutzutage genügt (mir) dies einfach nicht. Am Ende ist dieser Umstand aber wohl wie so oft, reine Geschmackssache.

Die ebenfalls als wahrer Ohrenschmaus zu wertende und mit markerschütternden Screams versehene Gewaltorgie „Massacre“ stimmt den geneigten Black Metal Fan dann aber schnell wieder versöhnlich und somit entpuppt sich „Angel Of Carnage Unleashed“ als richtig gutes Black Metal Album, bei dem ich lediglich die beiden „Folksongs“ als etwas störend und unpassend empfinde. Wer damit weniger Probleme hat, der darf gerne noch ein Pünktchen dazu addieren. Welcome back DARKWOODS MY BETHROTHED!

Anspieltipps: „Where We Dwell“ und „Massacre“


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Name The Dead
02. In Evil, Sickness And In Grief
03. Murktide And Midnight Sun
04. You Bitter Source Of Sorrow
05. Were We Dwell
06. In Thrall To Ironskull’s Heart
07. Massacre08. Black Fog And Poison Wind
09. Outro




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