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COUNT RAVEN – The Sixth Storm (2021)

(7.437) Maik (8,4/10) Doom Metal


Label: I Hate Records
VÖ: 29.10.2021
Stil: Doom Metal


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Es gibt ein Wort, welches mit dem Begriff Doom Metal in einem gewissen Gegensatz steht. Dieses Wort heißt „schnell“. Und so haben die schwedischen Doomsters von COUNT RAVEN ganze zwölf Jahre gebraucht, um ihr mittlerweile sechstes Studioalbum zusammenzustellen. Bei all dieser Hektik war natürlich keine Zeit mehr, sich einen griffigen Albumtitel auszudenken, und so nannten die Schweden ihr Werk einfach „The Sixth Storm“.

Nun ist die Band nie so wirklich in meiner direkten Kampflinie gestanden, schon deshalb, weil ich mich erst vor vier- fünf Jahren intensiver mit Doom Metal befasse. Nun alles holt einen irgendwann ein, und somit darf ich mich nun doch den Rabengrafen widmen. Im Gegensatz zu anderen Doom Bands, die wuchtig/düster durch die Gegend stampfen, orientieren sich COUNT RAVEN eher an den Siebzigern, dabei vor allem an BLACK SABBATH mit Ozzy Osbourne. Sängerknabe Dan Fondelius hat auch eine ähnlich nölig/eindringliche Stimme wie olle Ozzy, nur vielleicht etwas melodischer, und diesen Fakt nutzt er auch ausufernd aus.

Ausufernd ist auch das richtige Wort, um die Songs zu beschreiben, denn nur selten begibt man sich unter die Sieben-Minuten-Marke. Das läßt die Songs teilweise etwas schwerfällig einhergehen, da oftmals auch die starken Siebziger Einflüsse teilweise in den Stonerbereich gehen, also eher entspannt unterwegs sind.

Wenn fettes Doomriffing dominiert, pflügt das schon recht ordentlich die Wellen, doch teilweise scheint mir, kommen sie nicht so richtig auf den Punkt. Besonders die beiden Balladen „Heaven’s Door“ und das abschließende „Good Bye“ sind doch arg kitschig und nehmen etlichen Wind aus den Segeln. Die hätten jetzt nicht unbedingt sein gemusst. Dafür gibt es aber auch schön stampfig/wuchtige Doomriffs, die das Herz des Düsterbruders höherschlagen lassen, wie beispielsweise bei „The Curse“, dem wahrscheinlich besten Song, den Iommi nie geschrieben hat.

Das mit fast 10 ½ Minuten zweitlängste Stück auf dem Album, „The Nephilims“ (Hm, wieso das ‚s‘ am Ende? Nephilim ist doch schon plural…) verbreitet authentischen siebziger Groove, bis dann nach knapp fünf Minuten tonnenschweres Riffing durch die Speaker donnert. Der absolute Kracher auf dem Album ist natürlich der mit fast zwölf Minuten längste Song auf dem Album mit dem Titel „Oden“. Das Ding ist wuchtig, episch und hat teilweise paganmetallische Anklänge wie der Männerchor am Ende, der mich ein wenig an EINHERJER erinnert. Das wäre statt „Good Bye“ auch das perfekte Ende für das Album gewesen, denn gerade das hallt ordentlich im Hirn nach.

Gut, Doom Metal ist nicht jedermanns Sache, und COUNT RAVEN stehen aufgrund ihrer langen Veröffentlichungspausen wohl auch momentan nicht unbedingt in der ersten Reihe, aber angesichts des Doom-Revivals der letzten Jahre und diesem Album hier könnte sich das ändern. Beim ersten Durchhören schien das Album einige Längen zu haben, und ich argwöhnte, dass dem sechsten Sturm die eine oder andere Windspitze fehlt, besonders bei den beiden Balladen, die mit viereinhalb bzw. sechseinhalb Minuten auch etwas ausufernd sind.

Auch die Produktion atmet siebziger Luft, klingt nicht zu modern und clean, sondern verbreitet nostalgischen Charme und wirkt authentisch. Andere Rezensenten haben gerade diesen Fakt bemängelt, aber ich finde, dass passt so.

Fans der Band werden sich das Ding sicher schon in die heimische Gruft gehievt haben, und Doom-Maniacs allgemein sollten sich das Scheibchen auf jeden Fall reinziehen. Allen anderen rate ich mindestens zwei Durchgänge, denn die Mucke bedarf eines gewissen Wachstums für Non-Doomster.

Anspieltipp: „The Curse“ und „Oden“


Bewertung: 8,4 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Blood Pope
02. The Curse
03. The Nephilims
04. Heaven’s Door
05. The Ending
06. The Giver And The Taker
07. Baltic Storm
08. Oden
09. Good Bye




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