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THERION – Leviathan II (2022)

(8.053) Maik (2,0/10) Trällerelsenmusik


Label: Nuclear Blast
VÖ: 28.10.2022
Stil: Trällerelsenmusik

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Trotz des anhaltenden Sonnenscheins muss ich gerade einen Wassereinbruch in der Bude wegwischen. Dieser stammt allerdings nicht von Regengüssen oder einem Rohrbruch, sondern von den Strömen von Tränen, die ich vergossen habe, als ich daran dachte, was THERION mal für eine geile Band waren. Gut, neue Wege haben sie gern und oft beschritten, aber seit „Theli“, welches ich noch recht wohlwollend aufgenommen hatte, ist die Band wohl eher zur Gelddruckmaschine mutiert, und hatte vollkommen mein Interesse eingebüsst.

Nun steht also das neue Album „Leviathan II“ in den Startlöchern, und wie der Titel richtig vermuten lässt, handelt es sich um die Fortsetzung von „Leviathan“, welches unser Olaf mit opulenten 2,5 Punkten in die Tonne getreten hatte.

Nun, ohne groß drum herumzureden, dass hier folgende Werk wird wohl denselben Weg gehen, denn was die Combo hier fabriziert, hat mit Metal nur so viel zu tun, wie ich mit der nächsten Papstwahl. Schon der erste Song, „Aeon Of Maat“ präsentiert die obligatorische Trällerelse und sogar mit den noch obligatorischeren Operngesängen.

Und das ist noch einer der besten Songs. Pop mäßig nah am Schlagerfach geht es gerade weiter. Metallische Kanten kann man noch unter dem rosa Zuckerguss erkennen, aber diese sind TÜV-gerecht rundgeschliffen und haben keine tragende Rolle inne. Gesanglich und auch instrumentell habe ich schon härteres von ABBA gehört, und- was Wunder – auch Besseres.

Natürlich sind sich die Damen und Herren bewusst, dass sie den Geschmack ihres Zielpublikums treffen, und haben ein in diese Richtung zielendes Nummer-Sicheralbum zusammengetackert, welches sich aller erfolgreichen Stilelemente bedient und derart glattgebügelt einherkommt, dass ich mich frage, wer all diesen Schlonz fressen soll, der hier aus den Boxen quillt.

Die Diversität und das Abwechslungsreichtum eines „Lepaca Kliffoth“, die Düsternis eines „Ho Drakon Ho Megas“ sucht man hier vergeblich. Stattdessen bekommt man ein lieblos am Reißbrett konstruiertes Schlager/Pop- Gedöns, bei dem sogar die theatralischen Momente, wie in „Lunar Coloured Fields“ im zuckerwatteüberschwemmten Gematsche im Sahnetortenland von einer Herde rosaglitzernder Einhörner zertrampelt werden. Dazu die omnipräsenten Trällerattacken, die auch noch penetrant im Vordergrund agieren, und sogar die soundtrackmässigen Bombastanfälle in den Hintergrund verdrängen.

Natürlich ist das Ganze perfekt arrangiert, wirkt aber eher konstruiert als komponiert. Ich habe selten ein derart lieblos zusammengeschustertes Kommerzprodukt gehört, welches weder die frühere Innovationsfreude THERIONs noch die okkulte Düsternis früherer Alben beinhaltet. Einzig „Lucifuge Rofocale“ weist noch Spurenenelemte dieser Minerale auf, kommt aber ebenfalls nicht ohne die Winseltrulla aus.

Fazit: „Leviathan II“ ist an Belanglosigkeit kaum noch zu übertreffen. Eine rein auf Verkauf getrimmte, seelenlose Veröffentlichung, die in Zeiten heutiger Materialknappheit im Tonträgergeschäft schon fast eine Frechheit ist. Lieblos mit einer Hand zusammengetackert, während die andere schon am Geldauswurfschlitz auf die erhofften Euronen giert.

Anspieltipp:  Ich empfehle beim Anhören Insulin und Aspirin in greifbare Nähe zu legen


Bewertung: 2,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Aeon Of Maat
02. Litany Of The Fallen
03. Alchemy Of The Soul
04. Lunar Coloured Fields
05. Lucifuge Rofocale
06. Marijn Min Nar
07. Hades And Elysium
08. Midnight Star
09. Cavern Cold As Ice
10. Codex Gigas
11. Pazuzu




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