BACK TO HEAVY METAL BASICS



Wenn auch aus dem Info von Sirius Curse hervorgeht, dass vier der fünf Mitstreiter keine Newcomer in der Szene sind, handelt es sich bei der 2014 gegründeten Rottweiler Truppe doch um eine neue Band, die mit „Time Knows No Lies“ nun endlich ihre Debüt EP unters Volk wirft. Diese wurde schon sehnlichst erwartet von den Fans, zu denen ich mich auch zähle. Besonders angetan haben es mir die sehr eingänglichen Gesangslinien, welche durch famosen US-Power Metal, mit Doom und Progressiv Einsprengsel, garniert sind. Man darf gespannt sein, wohin sich der Weg von Sirius Curse noch entwickelt, zumal das erste duzend Reviews gute bis sehr gute Bewertungen verlauten lassen. Jetzt soll aber die Band mal das Wort haben – Word Up:

Bitte stellt Euch kurz vor. Wer seid Ihr, woher kommt Ihr und was für Musik kann man erwarten, wenn man Eure Platte kauft?

Sirius Curse
kommt aus der beschaulichen Kleinstadt Rottweil in Baden-Württemberg, gründeten sich im August 2014. Nicht als Anfänger, sicher aber als Band aus dem Underground. Zunächst ohne große Ambitionen, vielmehr deshalb, weil wir Spaß daran hatten, gemeinsam Musik zu machen. Frank Würthner (Gitarre), Andreas Spitznagel (Gitarre) und Peter Hirsch (Gesang) spielten bereits in der 1986 gegründeten Band Exterior zusammen und veröffentlichten 1992 deren Debüt-EP „Interior Silence“. Dominikus Sautermeister (Bassgitarre) und Simon Wilde (Schlagzeug) vollenden Sirius Curse im klassischen Line-Up. Die Debüt-EP „Time Knows No Lies“ spiegelt den aktuellen musikalischen Stand der Band wider. „Back To Heavy Metal Basics“, so könnte die musikalische Grundausrichtung von Sirius Curse beschrieben werden.

Geboten werden druckvolle, klassische Heavy Metal Songstrukturen. Eingefangen in technisch-versiertes und akzentuiertes Gitarrenspiel, welches geradlinigen Basslines und treibenden Drums folgt. Abgerundet werden die teils progressiven Arrangements durch kraftvoll-melodiöse Vocals, die durch die Mehrstimmigkeit an Attraktivität hinzugewinnen. Die acht Songs umfassende Tracklist bietet dahingehend strukturelle Sicherheit, als dass die Songs keine Genreausreißer aufweisen. Es gibt getragene, überwiegend aber groovige Nummern, die allesamt eine unüberhörbare Härte mit sich bringen. Tiefe Growls oder gar gutturaler Gesang sind auf „Time Knows No Lies“ nicht zu hören.

Gesanglich wird unterdessen viel Wert auf eingängige Melodien und stimmungsabhängige Modulation gelegt. Die EP „Time Knows No Lies“ ist in einem Zeitraum von knapp zweieinhalb Jahren komplett in Eigenregie entstanden und wurde letztlich von Markus „Blacky“ Schwarz im Black-Keys-Tonstudio in Rottweil produziert, gemixt und gemastert.


Wie seid Ihr auf Euren Bandnamen gekommen?

Ursprünglich hatten wir uns vom Hundsstern (Sirius) inspirieren lassen, der als Doppelsternsystem des Sternenbildes „Großer Hund“ als hellster sichtbarer Stern am Firmament des Wintersechsecks erscheint. „Sirius“ klang für sich gesehen zwar cool, als alleinstehendes Wort fehlte jedoch etwas. So kam es dann nach vielen Überlegungen zu Sirius Curse. Klingt besser, besitzt Botschaft und gewinnt dadurch mehr an Wirkung.

Wer sind Eure Vorbilder?

Aufgrund unseres fortgeschrittenen Alters sind wir beinahe alle, bis auf Simon, mit dem Heavy Metal der frühen 1980er-Jahre aufgewachsen. Bands wie zum Beispiel Iron Maiden, DIO, Judas Priest, Queensrÿche, Fates Warning, Flotsam & Jetsam, Metallica, Metal Church, Annihilator, Slayer, Black Sabbath, Rage Against The Machine, Machine Head, Megadeth u. ä. wurden uns demnach in die Wiege gelegt. Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden, aber man kann durchaus sagen, dass uns diese Bands sehr wesentlich inspiriert haben. Jeder von uns hat da seine eigenen Vorbilder, aber in der Quersumme gehören diese Bands und Musiker auf jeden Fall dazu. Aber auch Bands wie Dream Theater, Sons Of Apollo, Five Finger Death Punch, um Bands zu nennen, die erst später emporgestiegen tragen neben vielen Weiteren zur Inspiration bei.

Erzählt mal bitte ein wenig von Eurer neuen Platte und warum MUSS man diese unbedingt kaufen?

Alles KANN, nichts MUSS. Als lupenreine Band aus dem Underground, die weder einen Plattenvertrag besitzt oder mit einer Distributionsfirma verbandelt ist, war es mehr und mehr unumgänglich, unsere Songs auf einer CD zu verewigen. Wir denken, dass das auch das Ziel einer jeden Band ist.

Hinzukam, dass auch die Besucher unserer Gigs stets nach einer CD fragten. Auf der anderen Seite war es zunehmend hinderlich, keinen Tonträger zu besitzen, da einige Konzertveranstalter diesen forderten. Vermutlich ist uns deshalb auch der ein oder andere Gig schlicht rausgegangen. In der Auswahl der Songs haben wir auf Eingängigkeit, Groove und Abwechslung geachtet. Die EP reißt insgesamt ein breites Spektrum des Heavy Metal an, ohne dabei die Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Ob man unsere EP Kaufen muss, wage ich zu bezweifeln. Wer sich allerdings zu den Basics des klassischen Heavy Metal hingezogen fühlt, könnte sich in unseren Songs durchaus wieder finden.


Wie entstehen eure Songs? Auf was legt ihr dabei besonderen Wert?

Wie viele andere Bands nutzen auch wir die technischen Mittel, die einem heute so zur Verfügung stehen. Unser Frank, der sich für das instrumentelle Songwriting verantwortlich zeigt, hatte die Songs bei sich zu Hause im Homestudio weitgehend vorbereitet und uns digital zur Verfügung gestellt. Peter hat dann auf dieser Basis die Strophen- und Refrainmelodien weitgehend entwickelt. Schlussendlich aber wurden die Lieder dann mit allen zusammen im Proberaum nicht selten im Arrangement nochmals verändert, neu strukturiert und so zur Spielreife gebracht. Im Proberaum die Songs quasi live einzustudieren brachte oftmals noch diverse Wendungen mit sich.

Unserer Meinung nach liegt der besondere Wert unserer Musik in der Gitarrenarbeit. Der technische Aspekt ragt in den Arrangements sehr deutlich heraus und bestimmt die Rhythmik, den Groove und die Harmonien. Die Arrangements sollten stets nachvollziehbar und nicht übertrieben komplex daherkommen. Bass und Drums sorgen für den Druck. Gleichermaßen stehen die Gesangsmelodien im Fokus. Gerne auch mal etwas aggressiver in der Modulation.


Wo war bislang Euer bester Auftritt und wo würdet Ihr gerne mal spielen? Gibt es eine besondere Location oder ein bestimmtes Festival?

Also der Auftritt beim Z.O.F.F., dem Zephyrs Odem Family Fest in Berlin am 13.10.2018 war für uns schon sehr geil. Fernab der Heimat in der Bundeshauptstadt spielen zu dürfen, das ist nicht selbstverständlich. Jede Menge Spaß hatten wir ebenfalls am 05.10.2019 beim Air Axes Metal Club in Steinenbronn bei Böblingen. Das war ein sehr schöner Gig im kleineren Rahmen mit großartigen Bands und einem sagenhaften Publikum. Nicht zu vergessen unser Opener-Slot 2017 beim Metalacker Open-Air-Festival in Tennenbronn. Sehr professionelles Setting und einen Auftritt im Rahmen eines Open Air spielen zu dürfen, bringt noch mal ganz andere Gefühle mit sich. Das war ein echtes Highlight. Und zuletzt der Gig im September letzten Jahres beim Kultursommer in Oberndorf. Auch ein Open-Air, welches unter speziellen Hygienevorgaben realisiert wurde. Es war zwar besonders, deswegen aber nicht weniger eindrucksvoll. Zudem als Support für Mystic Prophecy zu spielen, war schon großartig. Seither ist allerdings tote Hose, wie allseits bekannt ist. Letztlich aber hatte jeder unserer Gigs immer etwas ganz Besonderes. Live zu spielen lässt einem generell das Herz aufgehen. Eine besondere Location ist dabei schwer auszumachen. Es hängt mehr vom Publikum ab, macht die Meute mit, macht es umso mehr Spaß.

Bevorzugt Ihr kleine Club Konzerte oder doch lieber Festivals?

Der Club-Gig ist persönlicher, weniger anonym. Der Kontakt zu den Besuchern ist vor, während und nach dem Auftritt intensiver, nahbarer. Aber auch Festival-Gigs haben ihren Charme. Unter freiem Himmel, den Blick in die Ferne schweifend und bestenfalls noch Besucher zu sehen, die sich für deine Musik interessieren, das erzeugt Gänsehaut. Sirius Curse sieht sich vielleicht eher als eine Band für die Clubs, wenngleich wir auch gerne auf Festivals spielen würden.

Mit welchen 3 Bands würdet Ihr gerne mal auf Tour gehen oder zusammen spielen und warum?

Tja, wären wir in der Lage, hier Wünsche äußern zu dürfen, so würde ich (Peter) persönlich gerne mal mit Alter Bridge einen Gig spielen. Aber um realistisch zu bleiben, wären wir schon sehr dankbar, vielleicht den ein oder anderen Gig mit Mystic Prophecy zu bestreiten. Für internationale Acts dürften wir bedingt durch unseren Noname Status vermutlich keine Option sein, aber träumen darf man ja. Vielleicht Dream Theater oder Queensrÿche … (lach)

Wie sieht es mit der Metal Szene in Eurer Heimat aus? Was für Clubs oder Bands gibt es bei Euch, die man sich unbedingt merken sollte?

Unsere Heimatstadt Rottweil darf zwischenzeitlich leider als metallisches Ödland bezeichnet werden. In den frühen 1990er-Jahren war das mal anders, heute jedoch scheint diese Art Musik nur noch als Subkultur zu existieren. Es gibt schon eine gewisse Szene und auch Bands, es fehlt aber an geeigneten Locations und vermutlich auch am allgemeinen Zuspruch. Das Parkhaus in Rottweil vom Stadtjugendring Rottweil ist eine interessante Adresse, die Jungs dort geben sich reichlich Mühe, wieder Kultur in die Stadt zu bringen. Über den Metal hinaus. In den letzten Jahren hat sich die Krone in Lackendorf zu einer angesehenen Eventlocation entwickelt, die gerne auch von Metal Bands aufgesucht wird. Ansonsten müssen wir ausweichen. Richtung Stuttgart oder ins Badische.

Was halten Eure Eltern von Eurer Band und der Musik?

Nun, unsere Eltern interessieren sich für unsere Musik wohl eher peripher. Muss am Alter liegen, mit knapp an die oder gar über die 80 Lebensjahre, liegen die Neigungen anders. Lediglich die Eltern von Simon supporten uns regelmäßig und sind als treue Fans zu bezeichnen.

Was bevorzugt ihr zu trinken? Bier oder eher Whiskey? Welche Sorte und warum?

Radler, beamt nicht so schnell. Sorte egal. Whiskey kommt bei uns eher als Ritual kurz vor dem Auftritt in Betracht. Die letzte Flasche Jack Daniels hielt allerdings fast ein Jahr, was unweigerlich für die Anzahl unserer Auftritte spricht.

Nach der Veröffentlichung dieses großartigen Albums, was sind eure Pläne?

Also sollte sich die Lage um die Pandemie hoffentlich bald wieder normalisieren, so würden wir gerne wieder auf die Bretter gehen. Egal wo, egal wann. Und wer weiß, vielleicht nimmt uns ja jemand in den Fokus und meint mit uns an einem weiteren Tonträger arbeiten zu wollen. Ansonsten wollen wir Spaß haben und unsere Hörer mit unserer Musik erreichen.

Zum Abschluss, ihr könnt ein paar letzte Worte an unsere Leser richten.

Zunächst Danke für eure Aufmerksamkeit, diese Zeilen gelesen zu haben. Darüber hinaus gilt es aktuell einfach durchzuhalten und auf bessere Zeiten zu vertrauen. Wir alle darben nach Gigs, Festivals und einer guten Zeit miteinander. Ohne all das fehlt etwas in unserem Leben. Und supportet bitte den Underground, die kleineren Bands. Kauft deren Musik und Merch und sorgt somit dafür, dass sich deren Mühe, Zeit und Kreativität lohnt. Vielen herzlichen Dank an Dich Marky - guter alter Freund - und an Zephyrs Odem für die Review und den Beitrag in „The New Breed“.



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