WAS FÜR EIN DEBÜT!



Holy shit! Da hat der Marky aber mal einen extrem dicken Fisch an der Angel gehabt. Was die Truppe aus Portland da mit ihren drei Gitarrerors und dem wiedergeborenen Warrel Dane hier rauskloppen, ist nicht nur aller Ehren wert, nein, das ist in meinen Augen eine der besten Debüt Scheiben der letzten 3 Jahre. Alte Queensryche haben einen Gangbang mit Fates Warning, Metal Church, Nevermore und gaaaanz alten Dream Theater. Obergeil!!! Das man solche Schätzchen heute noch entdecken kann. Selbstverständlich musste da ein New Breed her, um diese brillante Truppe etwas näher kennenzulernen.

Bitte stellt Euch kurz vor. Wer seid Ihr, woher kommt Ihr und was für Musik kann man erwarten, wenn man Eure Platte kauft?

Hey Leute, ich bin Bryce VanHoosen und bin einer der drei Gitarristen bei Silver Talon. Wir kommen aus Portland im wunderschönen Oregon und spielen das, was Du in Deinem Review schon angemerkt hast: Dark Power Metal, das umschreibt es tatsächlich am besten. Es ist jedenfalls nicht dieser „Drachen und Schwerter“ Power Metal, den manche Fans mit dieser Musikrichtung assoziieren. Wir haben einen sehr dunklen, schweren Sound mit tonnenschweren Riffs und einer ziemlich melancholischen Atmosphäre. Ja, Sanctuary und Nevermore standen da definitiv als Pate an unserer Seite.

Wie seid Ihr auf Euren Bandnamen gekommen?

Ehrlich, ich weiß es nicht (lacht). Der Name wurde von unserem alten Bassisten, Dan Cleary von Striker, vorgeschlagen. Er sagte nur so viel wie: Wenn ich eine neue Band gründen würde, ich würde sie Silver Talon nennen“. Er drängte uns ziemlich dolle, dass wir den Namen annehmen sollten, obwohl wir ein wenig unsicher waren, schlussendlich aber, dem lieben Frieden willen, nachgaben. Jetzt haben wir ihn und haben absolut keine Ahnung, wo er diese Phrase erstmals gehört hat oder was der Name bedeuten soll, hahaha.

Wer sind Eure Vorbilder?

Musikalisch gibt es einige. Jason becker, Jeff Loomis, Andy LaRoque, der ja auch auf „Resistance 2029“ zu hören ist. Sie haben alle durchgehalten und gezeigt, dass man durchaus ein gesundes Leben führen kann, auch wenn man diese Art von Musik spielt. Persönliche Vorbilder sind für mich Menschen wie Jack Parsons oder Philip K.Dick. Das sind nun schreckliche Beispiele, da sie nicht unbedingt Lifestyle Role Models sind, sondern Menschen, die die Grenzen des menschlichen Bewusstseins in Kunst und Wissenschaft überschritten haben.

Erzählt mal bitte ein wenig von Eurer neuen Platte und warum MUSS man diese unbedingt kaufen?

Das ist unser erstes Album in abendfüllender Länge, an dem wir unglaublich hart gearbeitet haben. Allerdings haben wir die gleiche Formel wie bei unserer Debüt EP „Becoming a demon“ verwendet, mit der wir sehr gut gefahren sind, und haben einfach das Level weiter angehoben. Ich bin der Meinung, dass unsere gesamte Performance und die Kompositionen über die Zeit gereift sind und auf diesem Album komplett zur Geltung kommen und glänzen. Diese Scheibe gibt mir das Gefühl, dass dies die beste ist, an der ich jemals mitgewirkt habe. Außerdem sollte man sich das Gastspiel von Andy vn King Diamond auf keinen Fall entgehen lassen (grinst).

Wie entstehen eure Songs? Auf was legt ihr dabei besonderen Wert?

Für dieses Album habe ich die gesamte Musik tatsächlich Zuhause geschrieben und arrangiert und versucht, so nah wie möglich an der Perfektion zu sein. Dann übergab ich die fertige Musik unserem Sänger Wyatt Howell und er machte sein Ding. Sobald er etwas bekam, was ihm gefiel, nahmen wir grobe Demos der Songs auf und hörten ihnen mit einem analytischen Ohr zu. Wir haben diesen Prozess so weit geführt, bis wir das Gefühl hatten, dass der Song nah an der Perfektion war. Am wichtigsten für uns sind tolle Riffs und eingängige Refrains. Wenn du keine Hook im Chorus hast oder irgendeine Line, zu der man nicht mitsingen kann, dann ist das, zumindest für uns, ein Problem.

Wo war bislang Euer bester Auftritt und wo würdet Ihr gerne mal spielen? Gibt es eine besondere Location oder ein bestimmtes Festival?

Natürlich wollen wir gerne mal in Wacken spielen…wer nicht (lacht). Eines Tages werden wir auch dort ankommen, da bin ich mir sicher. Aber unser bester Auftritt…schwierige Frage…Wir haben einige gute Shows gespielt, doch irgendwann vermischen die sich in meiner Erinnerung. Wir hatten viel Spaß mit Glacier oben in Seattle im Highline. Das war auch das erste Mal, dass wir mit drei Gitarristen aufgetreten sind, und das war ein absolut magischer Moment. Der Sundmensch wusste anfangs gar nicht, was er mit uns anstellen sollte, aber als wir in Fahrt kamen, war es echt unglaublich.

Bevorzugt Ihr kleine Club Konzerte oder doch lieber Festivals?

Sowohl als auch. Festivals sind natürlich total cool, weil man da einen Haufen Leute trifft, mit denen man später noch abhängt und vor ebenso vielen Menschen auftritt, die von einem noch nie etwas gehört haben. Ja, Festivals sind eine verdammt spaßige Angelegenheit. Aber bei Club Shows gibt es eine bestimmte Energie, die man nicht abstreiten kann. Man kommt den Menschen, den Fans sehr nahe du die Distanz zur Bühne ist nicht sonderlich groß. Diese Energie fehlt bei manchen Festivals, wo alles immer ein wenig kontrolliert wirkt und man sich fragt, um die Menschen die einem gerade zusehen, wirklich da sind.

Mit welchen 3 Bands würdet Ihr gerne mal auf Tour gehen oder zusammen spielen und warum?

Das geht zügig: Symphony X, Gojira und King Daimond. Das sind alles Bands, zu denen ich wirklich aufschaue, von denen ich inspiriert wurde und die alle drei eine vollkommen unterschiedliche Klangidentität haben, auf die wir uns bei Silver Talon tatsächlich auch berufen. Symphony X kommt dem besonders nahe und außerdem ist Michael Romero ein absolutes Biest an der Gitarre. Gojira hingegen machen immer wieder was Neues, erfinden sich selbst und ich mag den musikalischen Ansatz der Jungs sehr. Na und der King ist natürlich ein Klassiker und absolut erstaunlich. Musikalisch haben wir das gerade auch bei Andy gemerkt.

Wie sieht es mit der Metal Szene in Eurer Heimat aus? Was für Clubs oder Bands gibt es bei Euch, die man sich unbedingt merken sollte?

Es gibt unglaublich viel Metal und Punk in Portland, dafür reicht der Platz eigentlich gar nicht (grinst). Unto others, Bewitcher, Toxic Holocaust, Poison Idea,Witchvomit, Uada, Red Fang und so viele mehr. Auch eine ganze Menge an neuen Bands sprießen hervor: Soul Grinder (Nein, nicht die deutschen-Olaf), Weresquatch, Leathurbitch. Sollte man mal antesten und sich merken.

In Portland gab es vor der Pandemie einen Haufen Läden, in denen man guten Metal hören konnte. Veranstaltungsorte sind dagegen schon vorher ziemlich rar gewesen und denen, die noch da waren, hat Corona den Garaus gemacht.

Was halten Eure Eltern von Eurer Band und der Musik?

It’s not totally their cup of tea (grinst), aber sie haben mich immer unterstützt und mögen die Musik von Silver Talon um ein Vielfaches mehr als die der ganzen Punkbands, in denen ich früher aktiv war. Bei meinen Eltern ist es immer eine Frage des Gesangs und sie mögen Wyatt sehr, da er nicht knurrt, schreit oder was auch immer (lacht). Ich glaube, dass die meisten Eltern so sind, hahaha.

Was bevorzugt ihr zu trinken? Bier oder eher Whiskey? Welche Sorte und warum?

Für Euch vielleicht eine eher unbefriedigende Antwort, aber ich trinke eigentlich gar nicht. Ich habe damit aufgehört als es begann, mir und meiner Musik im Wege zu stehen. Wenn ich getrunken hatte, ging ich auf der Bühne komplett in mich und spielte einfach nur furchtbar. Also habe ich diesen Faden durchtrennt und mich komplett auf die Mucke konzentriert. Als ich aber noch was trank, war es meistens Bier und dann leider so viel, dass ich kotzen musste oder einen Blackout hatte. Dieses wäre nur noch getoppt worden, hätte ich dazu noch härtere Sachen konsumiert.

Nach der Veröffentlichung dieses großartigen Albums, was sind eure Pläne?

Da die Welt so dermaßen im Wandel und vor allem unsicher ist, ist unser einziges Ziel, an einem Folgealbum für „Decadence and decay“ zu arbeiten. Doch wir hoffen natürlich alle, bald wieder auf Tour zu gehen und hier in den USA, Europa, Japan und Südamerika zu spielen, aber das liegt leider momentan nicht in unseren Händen. Es gibt bereits jetzt schon ein paar Festivaltermine für 2022, doch wir werden sehen, wie es sich bis dahin mit der Pandemie verhält. Die Zeichen sehen aber gut aus.

Zum Abschluss, ihr könnt ein paar letzte Worte an unsere Leser richten.

Vielen Dank für die Möglichkeit, uns vorzustellen. Danke an alle, die dieses Interview lesen oder gelesen haben und ich hoffe, dass ich Euch neugierig gemacht habe, mal in unser Album bei M-Theory reinzuhören. Hoffentlich sehen wir uns alle bald mal wieder!



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