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NIGHTMARE – Aeternam (2020)

(6.537) Maik (9,0/10) Heavy Metal


Label: AFM Records
VÖ: 02.10.2020
Stil: Heavy Metal

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Hach, ist das nett, wenn einem die eigene Unwissenheit auf so angenehme Art unter die Nase gerieben wird. Dachte ich doch beim ersten Hören, hier eine wirklich gute neue Band entdeckt zu haben, musste ich doch erstaunt feststellen, dass es NIGHTMARE schon seit etwa Mitte der Achtziger gibt, und die Combo auch fleißig Alben herausgebracht hat.

Das vorliegende „Aeternam“ ist bereits das elfte Studioalbum der Franzosen. Und das hört man auch, denn sowohl songwriterisch als auch in der Performance wissen die Herren nebst Dame ganz genau, wo der Hammer hängt. Natürlich hatte die Band auch diverse Besetzungswechsel zu verzeichnen, gerade auch am Mikro. NIGHTMARE treten nun das erste Mal mit einer Sängerin an, und die nennt sich Madie und beherbergt eine amtliche Rockröhre in ihrem Kehlchen, welche sie auch gekonnt einzusetzen weiß.

Das einleitende „Temple Of Acheron“ wandert zwar, aufgrund der etwas vertrackt wirkenden Gesangslinien, etwas sperrig ins Gehör, aber bereits mit dem nachfolgenden „Divine Nemesis“ landen NIGHTMARE den ersten Brecher, der an Intensität und Drive durchaus mit Bands wie JUDAS PRIEST mithalten kann. „The Passenger“ nimmt dann wieder etwas Tempo raus, aber nicht zu viel, denn das darauffolgende „Downfall Of A Tyrant“ verbindet wieder treibende Riffs und Blastbeats mit gänsehauterzeugenden, fiilmreifen Synth-Chören und kann an Dramatik mit früheren IRON-MAIDEN- Langsongs mithalten, wobei sich NIGHTMARE durch Madies Gesang natürlich von all dem absetzen.

Mit „Crystal Lake“ haben die Franzosen auch die obligatorische Ballade am Start, die aber nur am Anfang ruhig und getragen daherkommt, sich aber langsam zu einer gestandenen Powerballade hochschaukelt, und ab der Mitte des Songs sogar noch mal richtig Fahrt aufnimmt. Mit „Lights On“ gießen NIGHTMARE dann wieder ordentlich Öl auf die Lampe, und präsentieren einen gestandenen NWOBHM- Kracher im Midtempobereich. Danach sägen sie mit dem Titelsong „Aeternam“ das wohl härteste Brett auf diesem Album zurecht, welches dem gestandenen Headbanger sowohl pumpende Drums als auch treibende Gitarren präsentiert, zu denen man gar fröhlich die Nackenwirbel neu anordnen kann. Gegen Ende wandelt sich der Song dann eher ins Hymnische. Danach begeben sich NIGHTMARE dann unter’s Eis. „Under The Ice“ vermischt RAINBOWsche Theatralik mit harten Riffs, die sich mit doch eher getragenem, liedhaften Gesang abwechseln, und sogar den einen oder anderen Eisatz von Growlgesang offenbaren.

Mit an Melodeath erinnerndem Anfangsriff beginnt „Black September“, der jedoch sogleich wieder die Gleise Richtung traditioneller Metal befährt, aber der moderne Unterton bleibt bestehen. Das Album endet mit einem Song, der den merkwürdig anmutenden Titel „Anneliese“ trägt. Nun gut, da mag eine Story dahinterstehen, die ich nun nicht kenne. Aber das ist auch egal. Denn mit diesem Abschluß legen NIGHTMARE noch mal eine gute Kohle auf. Außer Madies Gesang kommt hier auch männlicher Klargesang und sogar ein paar Death/Black-Growls zum Einsatz. Auch hier wieder eine gute Mischung aus Härte, Dramatik und Melodie.

Im Ganzen also ein recht feines Album, welches die Franzosen hier zusammengebosselt haben. Kräftiger Heavy Metal, der sich an alte Traditionen anlehnt, aber dennoch geniug moderne Elemente besitzt, um nicht altbacken zu wirken. Damit pflanzen sie die alte Pflanze des Heavy Metal gekonnt in moderne Töpfe. Und wenn sich der eine oder andere fragt: „Guter Metal aus Frankreich? Geht das überhaupt?“, dem sei gesagt: ja. Es geht. Es geht sogar recht gut. Das haben NIGHTMARE mit „Aeternam“ ausreichend bewiesen. Fans von traditionellem Heavy Metal mit einigen modernen Einsprengseln sollten sich dieses Album zu mindestens mal probehören.

Anspieltipp: „Divine Nemesis“ und „Aeternam“


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Temple Of Acheron
02. Divine Nemesis
03. The Passenger
04. Downfall Of A Tyrant
05. Crystal Lake
06. Lights On
07. Aeternam
08. Under The Ice
09. Black September
10. Anneliese



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