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MALPHAS – Divinity's Fall (2022)

(7.799) Ingmar (8,1/10) Black Metal


Label: Folter Records
VÖ: 13.05.2022
Stil: Black Metal

 

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MALPHAS (nicht zu verwechseln mit HALPHAS, ebenfalls bei Folter Records) wurden 2014 in der Schweiz gegründet und spielen in Eigenbezeichnung den sog. „Occult Black Metal“. Nun bringen sie knapp fünf Jahre nach ihrem Erstlingswerk „Incantation“ ihren neuen Silberling namens „Divinity’s Fall“ heraus. Ich möchte an dieser Stelle lobend auf den korrekten Gebrauch des Apostroph’ vor dem S am Wortende hinweisen, kommt aus meiner Sicht viel zu selten vor. Personell gibt es Überschneidungen mit anderen Schweizer Bands wie bspw. CHOTZÄ, TEMPLE sowie AARA.

MALPHAS selbst ist der Name eines Dämons aus Johann Weyer's „Pseudomonarchia Daemonum“ der als Rabe oder als Mann mit rauer Stimme in Erscheinung tritt und viele Dinge tun kann; jedoch kann er ebenso die die ihn beschwören täuschen und irreführen.

„Divinity’s Fall“ beginnt mit „Astral Melancholy“ mit einem kurzen Intro aus akustischen Gitarren welche kurze Zeit später von schweren und langsamen verzerrten E-Gitarren übernommen werden. Der Song ist komplett instrumental gehalten und geht an und für sich deutlich über normalen Standard Black Metal hinaus. „Exile“ wartet mit wesentlich höherem Tempo und sehr interessanten Drum-Patterns auf die ich so nicht im Black Metal erwarten würde, daher bin ich da sehr angenehm überrascht. Der Anfang von Wrath of the Fallen Angel“ überraschte mich sehr, es ist schon lange her das ich mal ein gutes Schlagzeug-Intro gehört habe. „Forged in the Abyss“ ist ein erstaunlich melodischer Titel welcher insgesamt eine sehr überzeugende Atmosphäre aufzubauen vermag. Dazu tragen die sehr gut gesetzten Lead-Passagen der Gitarren ungemein bei. Bei „In the Name of War“ fühle ich mich aufgrund der Spielweise und des Tempos irgendwie an Punk und/oder Thrash Metal erinnert, beides funktioniert mit dem Namen des Songs sehr gut. „Hymn of your Glory“ startet mit cleanen Gitarren und geht dann in ein langsames und schleppendes Tempo über welches zum Ende deutlich angehoben wird und mit einem furiosen Doppel-Solo der Gitarren endet. Der namensgebende Titel des Albums „Divinity's Fall“ ist irgendwie etwas merkwürdig, jedoch auf eine interessante Art und Weise, ich bin mir da garnicht so sicher was ich davon halten soll. Der vorletzte Song „Last Breath“ rumpelt auf einem mittelhohen Tempo vor sich hin, dreht zum Ende nochmal das Tempo etwas auf und sorgt mit einem gelungenen Solo zum Ende hin für einen guten Kontrastpunkt. Der Abschluss-Titel „Domination“ lässt mich ein wenig enttäuscht zurück, hier hätte ich mir für das Ende des Albums nochmal einen richtigen Knaller wie aus der ersten Hälfte gewünscht.

Die Vocals klingen heiser und mit sehr viel Luft ins Mikrofon gebrüllt, gefällt mir durchaus muss ich sagen. Ich bin mir nicht sicher ob ein anderer Stil hier so gut funktionieren würde.

Die Gitarren sind frequenztechnisch gut aufgestellt und recht dicht am Hörer dran. Auch die Höhen sind gut betont ohne zu sehr zu rauschen oder in den Ohren zu beißen. Insgesamt wurde ein guter Kompromiss gefunden der schnelles Tremolo Picking und Palm Mutes oder beides in Kombination gut abdecken kann. Für die Lead-Passagen sind die Gitarren stets genau richtig laut, lediglich für diese Passagen oder bei den Soli kommt es ab und zu vor das die Höhen etwas zu stark betont werden.

Der Bass hat sich im Mix relativ gut versteckt, jedoch verleiht er so der Gitarre das nötige Fundament.

Erstaunlich knackig und pfundig kommt das Schlagzeug daher, Snare und Kick sind deutlich zu hören, auch wenn es schneller wird leidet die Trennung der einzelnen Komponenten nur wenig. Die Becken scheppern an und für sich sehr natürlich durch die Boxen ohne in die Gehörgänge zu schneiden, das gefällt mir sehr gut muss ich sagen. Auch die Toms sind immer gut differenzierbar im Mix zu hören.

Mir war MALPHAS bis dato unbekannt, ich muss sagen die Schweizer haben mich mit „Divinity’s Fall“ auf jeden Fall überzeugt. Insgesamt gefällt mir die erste Hälfte des Albums signifikant besser als die zweite Hälfte.

Ebenfalls finde ich den gespielten Stil der Band, der sich für mich stark in die skandinavische Richtung des Black Metal bewegt, gut gewählt und umgesetzt. Ohne Zweifel ist das was MALPHAS auf „Divinity’s Fall“ anbieten definitiv oberhalb einer gewissen Qualitätsgrenze und gerade einige Schlagzeug-Passagen sind superb (ein-)gesetzt. Dennoch verbleibt ein leichter Zweifel ob sich MALPHAS derzeit auch mit den ganz Großen des skandinavischen Black Metal messen können; ich würde es mir für die Zukunft wünschen.

Anspieltipps: „Astral Melancholy“, „Exile“ und „Forged in the Abyss“


Bewertung: 8,1 von 10 Punkten


Tracklist:   
01. Astral Melancholy
02. Exile
03. Wrath of the Fallen Angel
04. Forged in the Abyss
05. In the Name of War
06. Hymn of your Glory
07. Divinity's Fall
08. Last Breath
09. Domination



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