K-M

MACBETH

Wiedergänger (2012)

Ihr braucht Heavy Metal? So richtigen true Metal? Ohne Schnörkel, sondern einfach kompakt in die Fresse? Ihr wollt außerdem ausnahmslos verstehen von was die Band singt? Ach? Ne Bombenproduktion soll das Teil auch noch haben? Meine Fresse, was wollt Ihr denn noch alles? Sowas gibt es doch nicht…oder doch? Die Antworten auf alle diese Fragen liefern erneut die Thüringer Macbeth, die mit ihrem dritten Album „Wiedergänger“ so ein opulentes Metalbrett sägen, dass sich die Etablierten so langsam echt warm anziehen müssen. Dazu deutsche Texte, die zu keinem Zeitpunkt plakativ, anbiedernd oder „national“ klingen (wie bei so manch anderer Band), sondern Geschichten erzählen, in denen man herrlich versinken kann. Kurzum, ein richtig tolles Scheibchen!

Die Jungs aus dem Rostbratwurst Ländle scheren sich einen Dreck um kommerzielle Ausrichtungen und machen einfach das, wozu sie Lust und Laune haben und was sie eh seit jeher gemacht haben…und das ist nicht nur im höchsten Maße bewunderns- sondern auch beachtenswert. Doch man sollte sich nicht nur an den Texten hochziehen, vielmehr muss das Augenmerk auch auf der Mucke liegen und da haben Macbeth erneut einen famosen Mix aus teutonischem Edelstahl und satten Thrash Riffs vorgelegt, der unweigerlich zu ekstatischem Kopfnicken führt und sich direkt den Weg ins Tanzbein bahnt. Die zehn regulären Tracks brennen, die Gitarrenfraktion Alex Kopp und Ralf Klein hauen ein Hammerriff nach dem anderen raus, die Rhytmusfraktion Hanjo Papst und Simon Mengs legen einen knüppelharten Teppich und Frontmann Oliver Hippauf kann mit seiner klar akzentuierten Stimme den brillanten Texten mehr als nur Ausdruck verleihen. Allein die Neuvertonung über den Hannoveraner Massenmörder „Fritz H.“ (Haarmann…“warte, warte nur ein Weilchen…“), dass mit einem fulminanten Mitbrüllrefrain ausgestatte „Kamikaze“, der tolle Speeder „Gladiator“ (den Ihr unten hören könnt) oder das textlich absolut brillante „Begraben“ sind bereits Kaufanreize genug, doch die Stalingrad Trilogie bestehend aus „Kanonenfutter“ (aus der Sicht eines Betroffenen geschildert), „Untergang“ („Stalingrad. Hier endet dein Weg Soldat, Stalingrad, Massengrab“) und der alles überragenden Halbballade „Das Kreuz“, welcher als Rausschmeißer mehr als mutig gewählt ist, ist das Tüpfelchen auf dem „I“. Klasse arrangiert, toll ausgearbeitet und Gänsehaut erzeugend sind allein diese drei Stücke jeden Cent des Kaufpreises wert. Dass die Jungs dann auch noch mit „Macbeth“ und „Bomber“ zwei Songs ihres Debüts in der Originalversion von 1987 neu eingetütet und die noch nie veröffentlichten „Zeit der Zeiten“ und „Höllenfeuer“ aus dem gleichen Jahr als Bonus mit draufgepackt haben, unterstreicht die absolute Kaufverpflichtung.

Wiedergänger“ ist eine der besten Metal Scheiben aus deutschen Landen im Jahr 2012. Hier passt alles und die deutschen und jederzeit super verständlichen Texte sind ein absoluter Trumpf. Macbeth sind eine absolute Ausnahmeerscheinung. Als ich seinerzeit bei „Gotteskrieger“ dachte, es würde sich um eine Eintagsfliege handeln, konnte ich nicht ahnen, wie es mit der Band weitergehen würde…und nun solch ein fulminantes Album. Diesbezüglich muss ich Abbitte leisten und verspreche, mir zu diesem Album ebenfalls ein Shirt zuzulegen wie seinerzeit beim Vorgänger, auf das ich 2010 von unglaublich vielen Leuten in Wacken angesprochen wurde. Unterstützt Macbeth, kauft das Album, ihr werdet es zu keinem Zeitpunkt bereuen.

Bewertung: Bärenstarke und umwerfende 9,5 von 10 Punkten

Tracklist:

01. Kamikaze

02. Fritz H.

03. Begraben

04. Fleisch

05. Stück für Stück

06. Gladiator

07. Wiedergänger

08. Stalingrad - Kanonenfutter

09. Stalingrad - Untergang

10. Stalingrad – Das Kreuz

11. Zeit der Zeiten

12. Bomber

13. Höllenfeuer

14. Macbeth

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