KNORKATOR – Widerstand ist zwecklos (2019)

(5.706) Olaf (9,5/10) Knorkator Rock? Wat wees icke!

Label: Tubareckorz
VÖ: 13.09.2019
Stil: Knorkator Rock? Wat wees icke!

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Es ist ein wenig schwierig ein Review über ein Album zu verfassen, welches bereits ausführlich in unserem Interview mit Alf Ator bei der Vorstellung des Albums auf der “Mieze” behandelt wurde, doch wir sind in der Chronstenpflicht und werden dementsprechend natürlich ein wenig genauer in das nunmehr zehnte Album von Deutschlands meister Band der Welt lauschen, denen zum 25jährigen Jubiläum unlängst das Privileg zuteil wurde, fortan seine Konzerte in der eigenen Knorkatorhalle auszutragen. Glückwunsch noch einmal dazu.

Widerstand ist zwecklos” nennt sich die Scheibe und ich war anfangs ein wenig nervös, denn der Vorgänger “Ich bin der Boss” wurde zwar von mir mit 8,8 Punkten bedacht, stellte sich im Nachhinein aber nicht unbedingt als nachhaltig heraus und verflog ziemlich schnell nach mehrmaligen Hören. Konträr dazu ist der neue Rundling exakt das Gegenteil, denn jeder der auf dem Album befindlichen 11 Songs hat einen enorm hohen Widererkennungswert, ist musikalisch hoch anspruchsvoll (ja, richtig gelesen!) und die Texte sind so klar und eindeutig zu verstehen, wie es in der Vergangenheit der Boyband Knorkator nicht immer der Fall war. Gleich zu Beginn stellen Alf, Stumpen, Basti, Rajko und Nick klar:

“Langweilig! Langweilig! Gab’s doch alles schon!

Höchste Zeit für eine echte Revolution” (“Revolution”)


Natürlich ein toller Text, fein akzentuiert und prima zum auswendiglernen für eines der nächsten Livekonzerte, von denen es in nächster Zeit ja eine ganze Menge geben wird. Basti glänzt mit einem schönen Riff und Stumpen gibt dem Opener mit seinem unverwechselbaren Organ den richtigen Drive. Ein starker Beginn, doch war er so überhaupt gewünscht? Wenn man Alf’s Texten glauben kann, eher nicht:

“Ich will nichts mehr wollen, ich will nichts mehr wollen!

Keine Wünsche, keine Träume, kein Ziel! Ich will, dass ich nix mehr will” (“Ein Wunsch”)


Na dann kann man ja die Tour und die Veröffentlichung getrost absagen, oder? Nee, das wäre ein fataler Fehler, denn dann würden die Fans auf eine tolle Version des Anita Ward Klassikers “Ring my bell” verzichten müssen, der natürlich ganz im Stile der Knorkator’schen Coverversionen einen völlig eigenen Drive erhält. Dazu passt natürlich:

“Die Farben leuchten, die Lichter funkeln! Und alles dreht sich zur Musik!

So ist es perfekt, so soll es bleiben. Für immer Liebe, Spaß und Glück” (“Rette sich wer kann”)


...der natürlich beileibe nicht so cheesy daherkommt, wie es obige Textzeile vermuten lässt. Im Gegenteil, ist das Teil bissig, satirisch und vor allem gesanglich ein fetter Kracher, bei dem sich Stumpens Tochter Agnetha mit ihrer glockenhelle Stimme wohlig hervortut. Ebenso bissig ist “Am Arsch”, der gesanglich ein wenig am “Wir werden” erinnert und mit einer Breitseite auf die neue Oberschicht kräftig austeilt.

“Auf diesen Schock brauch ich erstmal einen Wodka Martini,

Mein Blick schweift umher und fällt auf den Lamborghini.

Vögel haben auf den Lack geschissen!

Ich werf mich verzweifelt auf die Marmorfliesen” (“Am Arsch”)


Zu “Was du gibst” erspare ich mir mal ein Zitat, denn diesen Text muss man hören, lesen, um danach lauthals loszulachen, um was es sich dabei überhaupt handelt. Richtig groer Sport und erneut ein unwiderlegbarer Beweis, wie fantastisch Knorkator mit der deutschen Sprache umgehen können. Das gilt ebenfalls bei der von Stumpen verfassten “Buchstabensuppe”, bei der der drahtige Ausnahmesänger zukünftig live definitiv einen Spickzettel benötigt, um dieses Werk fehlerfrei vorzutragen. Bei “Der Untergang” kann erneut Agnetha Ivers begeistern und den vorher avisierten ukrainischen Mädchenchor mehr als locker in die Tasche stecken. Das textliche Highlight offenbahrt sich bei “Auf in den Krieg”, der vor Ironie und Sarkasmus nur so trieft und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem der besten Texte der Band ever gehört. Danach gibt es mit der Knorkator Variante des Depeche Mode Klassiker “Behind the wheel” erneut eine Coverversion und einen kleinen Kritikpunkt von mir, denn trotz der immer spaßigen Interpretationen von bereits bekanntem Liedgut, hätte man stattdessen vielleicht noch einen weiteren eigenen Song aufnehmen können. Potential wäre mit größter Sicherheit vorhanden gewesen, denn was die Band bei “Zu kurz” (zu bemerken...dem längsten Song des Albums) alles am stilistische Mittel reinwirft, hätte locker noch für 2 eigene Kompositionen gereicht. Schön, dass Thomas D. einen coolen Gastauftritt hat und auch Alf Sohn Tim Tom mit seinen infernalischen Growls ein nettes Todesblei Feeling in den Song zaubert.

“Meiner ist größer als deiner und deiner ist kleiner als meiner.

So riesig wie meiner ist keiner, die andren sind dünner und kleiner.

Meiner ist größer als deiner und deiner ist kleiner als meiner,

Meiner ist dicker und länger und außerdem bin ich der Sänger” (“Zu kurz”)


Alles klar und Duftmarke gesetzt?

Knorkator
haben mit “Widerstand ist zwecklos” absolut ALLES richtig gemacht. Die CD kommt als megafettes Digibook daher, die Produktion ist hervorragend, die Songs ausnahmslos mitreißend und ich gehe so weit zu sagen, dass nach dem Comeback Album “Es werde nicht” dieses Juwel knapp dahinter auf dem Treppchen landet. Viele der Songs werden als Klassiker in die Setlist Knorkators eingehen und auch wenn man sich für die eigenen Fans schämt sollten diese mit dem hier angetragenen Liedgut mehr als zufriedengestellt werden. Die Band schien es jedenfalls zu sein...und das mit Recht! Fantastisches Album!

Bewertung
: 9,5 von 10 Punkten


Tracklist:

01. Revolution
02. Ein Wunsch
03. Ring my bell
04. Rette sich wer kann
05. Am Arsch
06. Was du gibst
07. Buchstabensuppe
08. Untergang
09. Krieg
10. Behind the wheel (Knorkator Version)
11. Zu kurz

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