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IN EXTREMO – Kompass zur Sonne (2020)

(6.234) Olaf (10/10) Mittelalter Metal

Label: Universal Music
VÖ: 08.05.2020
Stil: Mittelalter Rock

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Himmel…ist das tatsächlich schon das dreizehnte Album der deutschen Institution in Sachen Mittelalter Rock? Eine genauere Recherche ergibt: Jawoll…und ehrlich, ich war anfangs ein wenig besorgt, wie auch schon zuvor bei „Quid pro qio“ oder „Kunstraub“, bei dem sich viele wirkliche Ohrwürmer mit für meine Ohren vertonten Mittelmaß fast die Waage hielten. Versteht mich nicht falsch, ich mag In Extremo mehr als gerne und liebe vor allem „Mein rasend Herz“, ebenso wie Songs der Sorte „Liam“ oder „Feuertaufe“, doch ein durch die Bank weg überragendes Album mit fast 90% Hitsingles hatte ich bislang noch nicht auf dem Seziertisch und befürchtete auch bei „Kompass zur Sonne“ ähnliches.

Herausgekommen ist eine so unfassbar gute Scheibe, welches seit seinem Erscheinen täglich seine Runden in meinem Player dreht und weiterhin drehen wird, denn hier ist endlich DAS Album, welches ich seit Jahren von In Extremo hören und mitgrölen wollte. Jeder Song fräst sich sofort ins Ohr und animiert zum Mitsingen und Ausrasten, wozu auch die knüppelharte Produktion beiträgt, die herrlich organisch und nicht so steril klingt wie beispielsweise auf „Kunstraub“ oder „Sängerkrieg“ und mir immer ein wenig die Freude an ansonsten tollen Songs raubte. All das ist hier nicht der Fall. Brillantes Songmaterial, großartige Texte, ein sofort ins Auge stechendes Albumcover und vor allem eine tolle Instrumentalisierung mit vielen Chören, die mich sofort mitnahmen und begeisterten. Gitarrist Van Lange darf sich mächtig austoben und auch Dr.Pymonte sorgt für mächtigen Budenzauber. Über all dem thront aber einmal mehr die Stimme vom letzten Einhorn, der sich gerade bei „Saigon und Bagdad“, einem Text, der mich tief berührt, in Rage singt und seine Vielfältigkeit vollends unter Beweis stellt.

Überhaupt ziehen In Extremo textlich einmal mehr alle Register ihres lyrischen Genius, sei es das auf Spanisch vorgetragene „Salva nos“, „Narrenschiff“, „Lügenpack“, bei dem sogar mit Gewalteinwirkungen durch den Dudelsack gedroht wird, oder dem leider nur als Bonustrack verfügbaren „7 Brüder“, der einen sofort packt und einmal mehr die Freibeuter und ihr Treiben thematisiert. Egal ob musikalisch oder textlich, „Kompass zur Sonne“ nimmt einen sofort in seinen Bann, begeistert mit seinem Facettenreichtum und auch wenn man Johan Hegg von Amon Amarth auf „Wer kann segeln ohne Wind“ vielleicht anfangs als etwas störend empfindet, im weiteren Verlauf seines auf Schwedisch vorgetragenen Textes begeistert auch dieser.

Ich haderte lange mit der Punktevergabe, denn bis zum heutigen Datum war das besagte „Mein rasend Herz“ das höchste der Gefühle und ich hätte Haus und Hof bei der Wette verloren, ob es In Extremo jemals schaffen würden, mich noch einmal so dermaßen abzuholen. „Kompass zur Sonne“ schafft es spielend, ist eindringlich, macht Spaß, regt zum nachdenken an und ist die Quintessenz des Schaffens einer Band, der in Deutschland kaum einer das Wasser reichen kann. Jetzt erst recht nicht mehr.

Bewertung: 10 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Troja
02. Kompass zur Sonne
03. Lügenpack
04. Gogiya (feat.Russkaja)
05. Salva nos
06. Schenk nochmal ein
07. Saigon und Bagdad
08. Narrenschiff
09. Wer kann segeln ohne Wind (feat.Johan Hegg)
10. Reiht Euch ein Ihr Lumpen
11. Biersegen
12. Wintermärchen
13. 7 Brüder (Bonus Track Deluxe Version)
14. Saigon und Bagdad (Club Mix) (Bonus Track Deluxe Version)

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