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HOLY MOTHER – Rise (2024)

(8.944) Maik (7,0/10) Heavy Metal


Label: Massacre Records
VÖ: 07.06.2024
Stil: Heavy Metal






Ich weiß nicht, was eine Metal-Band bewegt, sich den Namen HOLY MOTHER zu geben, aber darauf gehe ich mal lieber nicht ein. Nun ja, die Combo gibt es ja schon eine Weile, mit einer längeren Pause allerdings. Bisher sind mir die Knaben noch nicht auf dem Radar erschienen, und so husche ich mal eben völlig unbeleckt ins kalte Wasser.

Das sollte sich mit einem Opener namens „Fire“ eigentlich gut anwärmen, aber irgendwie will der Track nicht so richtig zünden, obwohl ich ihn jetzt schon viermal am Stück gehört habe. HOLY MOTHER ist ja mittlerweile die Band des Sängers Mike Tirelli, der auch diesmal wieder kräftig am Besetzungskarussell gedreht hat.  Neuzugang ist Steve MacQueen an der Schießbude.

Die anderen Knaben heißen (oder nennen sich) Wayne Banks und Mickey Lixx (!). Gerade letzterer Name klingt nach US-Hair Metal der 80er Jahre. Nun, in diese Richtung geht die Mucke von HOLY MOTHER nicht, obwohl leichte Anklänge an den klassischen Metal bzw. Hard Rock nicht zu verleugnen sind. Insgesamt klingt die Sache aber recht modern, denn dem klassischen Heavy Power Metal der frühen Neunziger gesellen sich doch einige neuere Einflüsse hinzu.

Mit einem Sänger als Bandboss liegt es natürlich nahe, dass sich die Mucke dergestalt zeigt, dass eben jener Gesang stark im Vordergrund steht. Und eben dies ist hier der Fall. Gerade der Opener, der eigentlich eine Tür weit aufreißen soll, wirkt hier ein wenig so, als würde das Schloss klemmen. Vielleicht liegt es an dem femalen Chorgesang, der da im Hintergrund agiert und ein wenig penetrant vom Song an sich ablenkt. Da jodelt wohl die heilige Mutter ihre Psalmen.

Der zweite Song heißt „Elevator“. Fahrstuhlmusik sollte man jedoch nicht erwarten. Hier wird auch recht modern gehackt, das geht von den knackigen Riffs bis hin zum eher aggressiven Gesang. Ein wenig fühlt man sich an die Ripper-Alben von JUDAS PRIEST erinnert, ins besonders “Demolition“. Eine leichte Doom- Note verzeichnet der Beginn von „Jeremiah“, der ansonsten auch ein wenig im US- Metal wildert. „Power“ wiederum orientiert sich dann eher an moderneren Sounds. Nur im Chorus wird wieder die eingängige Schiene ausgepackt. Das ergibt einen etwas merkwürdigen Kontrast, man fühlt sich irgendwie im musikalischen Wechselbad.

In diesem findet man sich dann aber auch im Rest des Albums ständig wieder. Und gerade das ist wohl der Schwachpunkt des Albums. HOLY MOTHER springen ständig zwischen mehreren Stühlen herum, packen die Songs teils unnötig voll und vermeiden damit, dass sich der Stoff so richtig festsetzt.

Ich meine, die Stücke sind perfekt gespielt, wirken aber überladen und teilweise sogar sperrig. Dadurch schafft es kaum ein Song, aus dem Ganzen herauszuragen. Hitcharakter hat einzig „Live To Die“, und das ist eine Neueinspielung eines Songs von 1998. Das sagt schon viel aus. HOLY MOTHER sollten sich mal entscheiden, ob sie sich dem Power Metal verbunden fühlen oder eher moderneren Pfaden folgen möchten. Mixturen zwischen Unterstilen sind zwar eine schöne Sache, nur sollten die Übergänge nachvollziehbar sein. Gerade ein Track wie der Titelsong ist ein Beispiel für die These: ‘Weniger ist manchmal mehr‘.

Letztlich ist „Rise“ kein schlechtes Album, es lässt eben nur ein wenig den Fokus vermissen und krankt dann daran, dass sich die Songs nicht im Kopf festsetzen wollen. Oder können. Soundtechnisch ist alles im lindgrünen Bereich und alle involvierten Musiker sind perfekt in dem, was sie tun. Nur das Songwriting hält die Griffigkeit der Tracks in engen Grenzen. Live sind HOLY MOTHER sicher eine Macht, doch mit diesem Album werden sie es schwer haben, in der heutigen Zeit weiträumig zu punkten. Das Coverartwork mit der betenden Blechnonne sieht auch irgendwie nach KI aus.

Anspieltipp: „Elevator“ und „Live To Die“


Bewertung 7,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Fire
02. The Elevator
03. Jeremiah
04. Power
05. Rise
06. Down
07. Interventionist
08. Hex
09. Live To Die
10. Rain



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