H-J

HAUNT – Flashback (2020)

(6.604) Karsten (5,0/10) Heavy Metal


Label: High Roller Records
VÖ: 30.10.2020
Stil: Hard Rock / Heavy Metal

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Ich gebe es zu, HAUNT sagte mir vorher überhaupt nichts. Also fix in die Tasten gehauen und etwas recherchiert. Das vorliegende Album ist schon die 2. Veröffentlichung in 2020 und mit „Triumph“ soll dieses Jahr sogar noch ein drittes Werk erscheinen. Krass, da nutzt einer die unfreiwillige Coronapause aber sehr extrem! Klingt erst mal entweder nach liebloser Massenware oder einem extrem produktiven Künstler – ich bin gespannt!

Okay Leute, bevor wir hier in die Details gehen, will ich wie immer ehrlich mit Euch sein: Dieses Jahr habe ich noch nicht allzu viele Reviews geschrieben, dafür war aber meine Meckerquote verdammt hoch! Mittlerweile habe ich schon angefangen die Reviews anderer Seiten nach dem Verfassen meines jeweils ersten Review-Entwurfes anzusehen um meine erste Wahrnehmung zu hinterfragen. Klar, letzten Endes ist alles Geschmackssache und was mir gefällt kann für Euch der größte Müll sein – aber kann es sein, dass es aktuell einfach unglaublich viele Releases gibt, die langweiliger und eintöniger sind als der Waschmaschine beim Rotieren zuzusehen wenn schwarze Wäsche darin ist?

Grundsätzlich gibt es im vorliegenden Album hier und da solide Riffs und einige helle Momente, der Rest geht leider in einem Sumpf von stumpfer Retrojauche unter auch wenn einige Soli gar nicht soooo übel sind. Die Musik sollte einen meiner Meinung nach doch mindestens zum Mitnicken oder zum rhythmischen Fußwippen bringen – aber bei diesem (Kurz-) Werk schläft mir glatt der Fuß ein – wahrscheinlich bin ich einfach nicht alt genug für diese 80er-Chose…

Fangen wir mal mit dem Titelsong „Flashback“ an: Wir haben hier 80er Hard Rock mit kräftigem Keyboardeinsatz. Okay, das könnte die passende Filmmusik für irgendein 80er-Trash-Filmchen mit der obligatorischen Rockdisco-Szene sein. Insgesamt wirkt alles recht stumpf und ohne Überraschungen, weckt aber auch ein unbestimmtes Revivalgefühl. Das Ganze hat man so aber schon deutlich besser gehört auch wenn diese Quasi-Ein-Mann-Kombo auf jeden Fall über ein gewisses Talent verfügt. Mir persönlich geht das dünne Punk-Stimmchen, das zu dem aerobictauglichen Hard Rock trällert,  allerdings (leider) im Gegensatz zu meiner Frau, die den Song gut findet, komplett am Allerwertesten vorbei.

Mal sehen, vielleicht wird es mit „Winter‘s Breath“ besser! Da ist aufgrund der Twin Guitars ein müder Hauch von Iron Maiden beim Intro, anschließend hat der Mastermind Trevor William Church das Gaspedal gefunden und bringt so einen Hauch Härte in den Song. Aber auch das wird schnell langweilig - kann man aber auf `ner Rock- und Metalparty kurz vor Ende mal spielen wenn die Anwesenden schon so tief im Brausebrand sind, dass pauschal alles mit E-Gitarre abgefeiert wird. Beim nächsten Song „Electrified“ übermannt mich fast der Fluchtreflex aufgrund des hohen Pop-Faktors. Im Gegensatz dazu fängt „One With The Universe“ fast erfrischend an, verliert sich dann trotz höherem Tempo aber wieder im poppig munter dahergerifften Mittelmaß mit nettem Solo. Schade, wieder eine verpasste Chance! „Spend A Fortune“ passt ins Bild, hat zwischendurch auch mal ein Double-Bass-Gewitter zu bieten, das war es dann aber auch schon an Abwechslung in der Massenware. Auch „Figure In A Painting“ kann leider auch nicht überzeugen und erinnert an akustisches Malen mit Fingerfarben nachdem der Künstler den Großteil der Farben in kreativer Umnachtung aufgefuttert hat. „Sweet Embrace“ geht, tut nicht weh, gefällt aber auch nicht richtig auch wenn es bestimmt gut gemeint ist. „The Great Beyond“ ist die letzte Hürde, es ist bald vorbei, bald hat man es hinter sich! So schlimm sind die gar nicht, aber trotzdem freut man sich auf das Albumende – auch wenn das Mitgefühl für die Band mit jeder Sekunde wächst.

Ihr habt es vielleicht gemerkt, es gibt Momente, in denen ich innerlich gern zu der Musik irgendwie abgehen möchte, ich verzweifelt nach irgendetwas Eigenem und Mitreißendem suche – aber vergeblich. Je mehr ich davon höre, desto eher beschleicht mich das Gefühl einer lokalen Nachwuchsband zu lauschen, die man mögen will aber nicht kann weil einfach (noch) zu viel fehlt – auch wenn es mit Spaß, Motivation und Spielfreude vorgetragen wird. Vielleicht war ich schon auf zu vielen Konzerten und bin deshalb mittlerweile zu kritisch, keine Ahnung.

Anspieltipps: Winter's Breath, One with the Universe, Spend a Fortune


Bewertung: 5,0 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Flashback
02. Winter's Breath
03. Electrified
04. One with the Universe
05. Spend a Fortune
06. Figure in a Painting
07. Sweet Embrace
08. The Great Beyond




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