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DESASTER – Churches Without Saints (2021)

(7.093) Maik (9,1/10) Blackened Thrash


Label: Metal Blade Records
VÖ: 04.06.2021
Stil: Blackened Thrash

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Fünf Jahre mussten DESASTER- Maniacs warten, bis ein neuer Langspieler aus dem Hause der Koblenzer Undergroundhelden das Licht der Welt erblickte. Doch gut Ding will eben Weile haben, und Vorfreude ist ja bekanntermaßen die schönste selbige welche. Denn wo man sich sicher sein kann, in diesen unsicheren Zeiten, ist, dass DESASTER immer abliefern. Und eben nicht nur das, was andere sich erhoffen, sondern das, was sie auch selbst wollen.

Üblicherweise startet das Album mit einem sanften Intro, doch Kenner der Band lassen sich da nicht einlullen, denn auf diese angedeutete Stille folgt erwartungsgemäß der Sturm. Und der heißt „Learn To Love The Void“, und schlägt schon einmal ein paar ganz große Nägel ins Gebälk der wurmstichigen Kirche. Fast punkig angehauchtes Riffing, welches an die Anfangszeiten des deutschen Thrash erinnert, semmelt sich galoppierend in die Horchlappen, und bleibt dort auch hängen. Ich bin letzte Nacht aufgewacht, und hatte das Riff im Ohr. Vielen herzlichen Dank! Wieder einmal haben DESASTER zielsicher den bestmöglichen Song als Opener ausgewählt. Im Mittelteil klingt es fast, als würde sich die Band ein wenig selbst zitieren, erinnert der Gitarrenpart doch leicht an das eine Riff aus „Porter Of Hellgate“.

Mit „Failing Trinity“ geht es weiter im typischen DESASTER - Stil. Der Song setzt fast noch einen drauf, bietet die volle Thrash- Kante mit ordentlich Blei auf dem Gaspedal. Nichts Neues unter der Sonne, mag der eine oder andere nörgeln, aber geil. „Exile Is Imminent“ ist einer dieser Midtemposongs mit mittelalterlichem Touch, der den Stil von DESASTER immer mitgeprägt haben. Hier kommt im Anfangsteil auch der Bass schön raus, bevor schleifende Gitarrenriffs und der charakteristische Gesang von Sataniac eine gewaltige Soundwand errichten. Dann kommt der Titelsong, und der walzt sich mit tonnenschwerer Heavyness durchs Gelände, dass jede Death-Doom-Band entsetzt das Weite sucht. Der Track hat für DESASTER- Verhältnisse auch eine recht opulente Spieldauer von sechseinhalb Minuten. Auch hier wird wieder mittelalterliches Flair ins Riffing eingebunden. „Hellputa“ rockt nun wieder schnell und angepunkt durch die Botanik. Hat fast etwas vom MOTÖRHEAD- Drive, besonders beim Gitarrensolo. Scheppert gut auf die Fontanelle und übertönt auch gekonnt den Spinner, der unter mir mit seiner fucking Schlagbohrmaschine spielt.

Beim nun folgenden „Sadistic Salvation“ geht es dann wieder mehr in Richtung klassischen Black Metals, mit einigen Tempiwechseln, während „Armed Architects Of Annihilation (In Clarity Of Total Death)“ – wer denkt sich eigentlich solche Titel aus? – erst gemäßigt anfängt, dann aber alles zusammenknüppelt. „Primordial Obscurity“ ist dann wieder eine typische DESASTER- Hymne, die Aggressivität und Melodie vereint und sehr stark an die früheren Alben der Band erinnert, inklusive der mittelalterlichen Epik, die die Koblenzer gern in ihren Sound integrieren. Eher ruhig, mit einem an übliche DESASTER- Intros erinnernden Akkustikgitarrenpart beginnt das über sieben Minuten lange „Endless Awakening“. Dann setzen wuchtige Riffs ein, die an die Wikingeralben von BATHORY erinnern, bevor wieder der desaströse Medieval Metal seine Furchen zieht. Man sieht förmlich den Nebel um die Burgruinen im „Casteland“ streichen.

Für den Abschluss haben sich DESASTER eine besondere Überraschung ausgedacht. Vorerst vermeint man den Beginn eines gewohnten Outros zu vernehmen, als plötzlich der Rhythmus einsetzt, und sich das Stück mit dem Titel „Aus Asche“ in einen Gothic Wave – Song wandelt. Ebenfalls ungewohnt Sataniac, der sich hier in deutscher Sprache einer Art Flüstergesangs bedient. Erinnert auch ein wenig an BETHLEHEM. Das Stück ist, trotz seiner ungewöhnlichen Art, recht cool geworden, und bleibt auch im Ohr hängen. Selbsternannte Szenewächter werden natürlich was zum Meckern daran haben, aber wen interessiert das schon? DESASTER gewiss nicht.

Insgesamt ist den Debakelbrüdern ein recht rundes Ding gelungen, welches fast weniger Durchläufe brauchte als „The Oath Of An Iron Ritual“, um bei mir zu zünden. Abwechslung ist gegeben, die altbekannten Trademarks der Band sind erkennbar. Da auch die Produktion anders ausfällt als bei den Vorgängeralben, eher oldschooliger und lebendiger, fühlt man sich fast ein wenig in frühere Zeiten versetzt. Die gelegentlichen Riff- fast- Selbstzitate wecken im langjährigen Fan recht schnell ein Gefühl der Vertrautheit. Wie gesagt. DESASTER liefern immer ab.

Anspieltipp: „Learn To Love The Void“ und „Exile Is Imminent“


Bewertung: 9,1 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. The Grace Of Sin
02. Learn To Love The Void
03. Failing Trinity
04. Exile Is Imminent
05. Churches Without Saints
06. Hellputa
07. Sadistic Salvation
08. Armed Architects Of Annihilation (In Clarity Of Total Death)
09. Primordial Obscurity
10. Endless Awakening
11. Aus Asche




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