A-D

CRYPTOPSY

Cryptopsy (2012)

Wer sich als musikalischer Einfluss in der Bandbiographie von Slipknot wiederfindet, kann in seiner Karriere nicht allzu viel falsch gemacht haben…oder doch? Naja, 4 Jahre Wartezeit auf ein neues Album und dann auch noch in Eigenregie sorgten bei mir im Vorfeld doch ein wenig für Besorgnis vor allem wenn man bedenkt, dass ich entgegen aller langläufigen Meinungen das letzte Album „The unspoken king“ trotz vereinzelter Metalcore Anleihen und dem teilweise eingesetzten cleanen Gesang durchaus ansprechend fand.

Doch Cryptopsy haben sich ihrer Wurzeln besonnen, Keyboarderin Maggie Durand vor die Tür gesetzt und ein Album rausgekotzt, welches vor Innovation und Spielfreude nur so strotzt und die Kanadier wieder in die Nähe der Spitzenposition im Bereich Technical Death Metal bringt. Allerdings könnte das mittlerweile bereits siebte Album bei Leuten ohne feines Gehör ziemlich rasch für Schädelsausen sorgen, denn was Chris Donaldson und Neu Gitarrist Youri Raymond an Riffs, Breaks und jazzig angehauchten Passagen bieten, geht nicht so ohne Weiteres an Hammer und Amboss vorbei ins Großhirn. Vielmehr bedarf es ein klein wenig Sitzfleisch, sprich Geduld, bis sich die Welten des Fünfers zur Gänze entfalten. Doch wenn man sich drauf einlässt, bekommt man feinstes Filet geboten. Allein der Jazz Part am Ende von „Red-skinned scapegoat“ ist überragend und würde bei vielen anderen Sechssaitern Arthritis auslösen. Ebenfalls famos ist die Tatsache, dass die Band beim Opener „Two-pound torch“ trotz unfassbaren Breaks und einer göttlich brillanten Technik den Song immer noch relativ eingängig klingen lassen. Lediglich bei „Damned draft ddgers“ und „Amputated enigma“ wurde es mir zuweilen ein klein wenig hektisch und nicht immer nachvollziehbar, doch der Rausschmeißer „Cleansing the hosts“ brach diese Kruste wieder auf und polierte mir die Ohren und brachte mein Hirnwasser zum kochen.

Ich weiß nicht wie, aber Cryptopsy haben es geschafft, sich mit ihrem selbstbetitelten Scheibchen neu zu erfinden und allen Möchtegern Fricklern den Mittelfinger zu zeigen. Das Teil zündet von vorne bis hinten, hat kaum Schwachstellen, ist sauber, klar und differenziert produziert und lässt für Musikästheten keinerlei Wünsche offen. Dieses Album macht Spaß ohne Ende und fordert einen heraus. Ich habe diese Herausforderung gerne, sogar sehr gerne angenommen. Weiter so!

Bewertung: Spiralförmige und hirnumdrehende 9,0 von 10 Punkten

Tracklist:

01. Two-pound torch

02. Shag harbour’s visitors

03. Red-skinned scapegoat

04. Damned draft dodgers

05. Amputated enigma

06. The golden square mile

07. Ominous

08. Cleansing the hosts

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