CD-Reviews A-D

BONFIRE – Roots (Almost unplugged) (2021)

(6.846) Olaf (9,0/10) Hard Rock


Label: AFM Records
VÖ: 26.02.2021
Stil: Hard Rock

Facebook | Webseite | Kaufen | Twitter | Metal Archives | Spotify | Instagram





Auch wenn die Schanzer mittlerweile in den Niederungen der dritten Liga verschwunden sind (ok, ein zweiter Tabellenplatz ist momentan aller Ehren wert), gibt es in Ingolstadt seit nunmehr 35 Jahren zumindest eine musikalische statt sportlicher Konstante: Bonfire! Auch wenn in den letzten Jahren nicht alles rund bei den Mannen um Steuermann Hans Ziller lief, was in der leider gefloppten „Bonfire and friends“-Tour und dem daraus resultierenden Burnout des Bandleaders gipfelte, Aufgeben ist scheinbar ein Fremdwort im Duden Bonfires…und das finde ich…sehr, sehr gut!

Ja, liebe Freunde, in mir schlummert ein hoffnungsloser Romantiker und Mitte der Achtziger gehörten Songs wie „Give it a try“ und natürlich „You make me feel“ zu meiner bevorzugten Kuschelmusik, auch wenn die Truppe weitaus mehr als banale Schlüpperstürmer zu bieten hatte. Gerockt hat die Mucke der Jungs immer irgendwie, auch wenn irgendwann die Gitarren härter, der Gesang schriller und die Drums schneller wurden. Alben wie „Fire works“, „Point blank“ und vor allem „Don’t touch the light“ stehe bis heute als mittlerweile zerkratztes Vinyl in meinem Regal und drehen zuweilen auch noch ein paar Runden auf dem heimischen Plattenteller. Von daher finde ich es gut und bewundernswert, dass der Fünfer, statt über Corona zu jammern, versucht, das Heft selbst in die Hand zu nehmen und mit „Roots“ ein tolles und eben NICHT ausschließlich unplugged eingespieltes Doppelalbum auf den Markt wirft, welches sich wirklich prima dazu eignet, den Lockdown Blues ein wenig erträglicher zu machen, ohne vor Langeweile vielleicht versehentlich Dartagnan zu hören.

Was ich bei „Roots“ wirklich großartig finde ist der Querschnitt aus dem bisherigen Schaffen der Oberbayern, die es schaffen, solch „ollen“ Kamellen wie „Ready for reaction“, „Starin‘ eyes“ oder „Who’s foolin‘ who“ nicht nur neues Leben einzuhauchen, sondern diese gerade durch die grandiose Stimme von Alexx Stahl wie komplette Neukompositionen klingen zu lassen. Dazu jault die Hammond gnadenlos geil, die Produktion ist fett und ich ertappte mich mehr als einmal dabei, wie ich aus vollem Hals laut mitsang und meine Erinnerung schweifen ließ. Ok, Innovation sieht natürlich anders aus, doch warum soll man nicht auch mal auf Altbewährtes zurückgreifen, gerade dann, wenn es auch heute noch solch dankbare Abnehmer wie mich gibt, der durch „Roots“ seine zarte Seite wiederentdeckt hat.

Mir macht die Scheibe gnadenlos Spaß, auch wenn meine Frau im Hintergrund immer irgendwas von „Lala-Mucke“ schwafelte und ich sie für die Dauer dieser tollen 24 Songs einfach mal geflissentlich ignorierte. Danke Bonfire für diesen tollen Ausflug in meine Jugend!

P.S. Ja, es gibt natürlich auch relativ aktuelles Songmaterial, welches neu eingespielt wurde...aber...psssssst!


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Starin’ eyes
02. American nights
03. Let me be your water
04. Price of lovin’ you
05. Comin’ home
06. Ready for reaction
07. Give it a try
08. Sleeping all alone
09. Who’s foolin’ who
10. Why is it never enough
11. Fantasy
12. When an old man cries
13. Love don’t lie
14. Lonely nights
15. Under blue skies
16. You make me feel
17. No more
18. The devil made me do it
19. Without you
20. Your love is heaven to me
21. Piece of my heart
22. Young bloods
23. Our hearts don’t fell the same
24. Wolfmen




Social Media

Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

The new breed

P P P

Z.O.F.F. 2020

alter Z.O.F.F.

On Tour

VERLOSUNGEN

ZO SONGCHECK

V.I.P.

Schrod's...

wo wir sind

Der Patch

Join the Army

Damit das klar ist