A-D

ARJEN LUCASSEN

Lost in the new real (2012)

Es gibt ganz wenige Künstler auf dieser Erde, die sich mit jeder ihrer Veröffentlichungen neu erfinden. Devin Townsend ist so einer, der mir dabei immer wieder einfällt, doch nun gesellt sich auch Arjen Lucassen dazu. Nicht nur das der umtriebige Niederländer mit Ayreon Meisterwerke erschaffen hat („01011001“), uns mit Star one in die Weiten des menschlichen Bewusstseins katapultierte („Victims of the modern age“) oder für die Oldies unter uns (zu denen ich mich auch zähle) mit Vengeance für den Soundtrack lauer Sommernächste gesorgt hat („Arabia“), nein, auf seinem ersten Album unter seinem höchst eigenem Namen hat das Musikgenius dermaßen vielschichtige Musik gepackt, dass es eine wahre Wonne ist.

Lost in the new real“ besticht aber nicht nur durch fantastische Klänge, sondern auch durch eine tolle Geschichte, in der es um die Weiterentwicklung der Menschheit und deren Abhängigkeit von der Technologie geht. Hauptprotagonist ist Mr.L, der sich in einer fernen Zukunft wiederfindet und mithilfe eines Psychologen versucht, sich in dieser fremden Welt zurechtzufinden. Nun wäre Master Lucassen nicht der, der er ist, wenn er nicht mit mindestens einer faustdicken Überraschung aufwarten könnte, denn niemand Geringeres als Rutger Hauer (Blade Runner, Sin City) fungiert hier als Psychiater und Erzähler. Welch vortreffliche Wahl, denn dessen sonore Stimme mit dem tiefen Bass verleiht dem Album eine grandiose Düsternis. Auf jeden einzelnen Song einzugehen, würde hier definitiv den Rahmen sprengen, doch auf eine Besonderheit muss ganz explizit eingegangen werden. Auf CD 2 befinden sich neben Eigenkompositionen, die zwar thematisch zum Konzept der ersten CD passen, dort aber keinen Platz mehr fanden, auch eine Handvoll Coverversionen, die man zwar als solche zu erkennen vermag, sich aber dennoch in das Klangbild des gesamten Werkes perfekt einfügen. Sei es nun „Welcome to the machine“ von Pink Floyd, „Battle of evermore“ (Led Zeppelin) oder das famose „I’m the slime“ vom Meister Frank Zappa…all diese Reminiszenzen an vergangene Tage klingen so, als ob sie Arjen Lucassen gerade erst selbst komponiert hat, was für den Musiker ein großes Kompliment meinerseits ist. Doch natürlich hauen seine eigenen Songs in die gleiche Kerbe wie das etwas doomige und mit nem satten Grunzer zum Schluß ausgestattete „Parental procreation permit“, das an die Beatles erinnernde „Dr.Slumbers eternity home“ oder die Verbeugung vor Peter Gabriel namens „When I’m hundred sixty-four“. Also alles in allem eine mehr als runde Sache.

2 CDs, ein stimmiges Konzept, eine tolle Produktion und geile Songs…was wilol man mehr? Ok, die sägende Hard Rock Fraktion wird mit „Lost in the new real“ nichts anfangen können, doch da wird Arjen Lucassen höchstwahrscheinlich einen satten Haufen draufsetzen. Ich mag das Album total, da es eine düstere Stimmung verrmittelt und dann meist in eine völlig andere Richtung abdriftet. So muss Abwechslung. Klasse!!!

Bewertung: starke 9,0 von 10 Punkten

Tracklist:

CD1

01. The new real

02. Pink beatles in a purple zeppelin

03. Parental procreation permit

04. When I’m hundred sixty-four

05. E-Police

06. Don’t switch me off

07. Dr.Slumber’s eternity home

08. Yellowstone memorial day

09. Where pigs fly

10. Lost in the real world

CD2

01. Our imperfect race

02. Welcome to the machine

03. So is there no god

04. Veteran of the psychic war

05. The social recluse

06. Battle of evermore

07. The space hotel

08. Some other time

09. You have entered the reality zone

10. I’m the slime

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