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NOCTURNIS – Unsegen (2022)

(8.059) Niclas (10/10) Black Metal


Label: MDD Records
VÖ: 28.10.2022
Stil: Black Metal

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Wenn man ein Review für eine ziemlich unbekannte Band schreiben soll, sind die Erwartungen meistens nicht besonders groß. So gerne viele Metalfans auch den Underground als das Herzblut der Szene hochhalten (was er natürlich auch ist), so ist es doch nicht von der Hand zu weisen, dass es schon Gründe gibt, warum sich manche Bands zu Szenegrößen entwickeln und andere eben nicht. Äußere Umstände mal außen vorgelassen, in den Tiefen des Metal-Teichs schwimmen ganze Schwärme von kleinen grauen Fischchen, die alle irgendwie gleich aussehen und die man nach einmaligem Anhören sofort wieder vergisst. Da ist es dann wirklich mal ein Grund zum Feiern, wenn man einen solch dicken Fang wie das Subjekt dieses Reviews an Land zieht.

NOCTURNIS sind eine Black Metal-Band aus dem Schwarzwald. 2019 gegründet brachte man ein Jahr später eine erste EP auf den Markt, da das böse C ja in den letzten Jahren die Auftrittsmöglichkeiten doch sehr stark einschränkte, konnte man das Moment noch nicht wirklich ausnutzen. NOCTURNIS haben die Zeit aber trotzdem gut genutzt und mit „Unsegen“ ein Debütalbum geschrieben, wie es nur wenige andere Bands zustande kriegen würden. Wenn ich es nicht anders wüsste, würde ich vermuten, dass hinter dem Album langjährige Szeneveteranen stecken. Alles passt: Das Songwriting ist grandios, die individuellen Perfomances fehlerfrei und die (Eigen)Produktion glasklar.

Es gibt auf „Unsegen“ nicht eine langweilige Minute. Gleich von den ersten Tönen des Openers „Am Rande“ an wird man in das Konzept des Albums quasi hineingezogen und bis zur letzten Minute nicht mehr losgelassen. Textlich wird die Geschichte eines Soldaten im Ersten Weltkrieg behandelt, womit man in die gleiche Kerbe schlägt wie KANONENFIEBER oder 1914. Musikalisch sind NOCTURNIS aber weit weniger Death Metal – lastig unterwegs, die Songs erinnern mehr an einen Mix aus MARDUK und DER WEG EINER FREIHEIT, mit einer guten Balance aus Melodie und Geknüppel.

Der wichtigste Punkt, der „Unsegen“ für mich aber zum absoluten Meisterwerk werden lässt ist das Zusammenspiel von Text und Melodie. Wie es sich für ein Konzeptalbum gehört, sind Wendungen in der Story nicht nur im Text hörbar. Blast Beats eignen sich ja generell recht gut, um das Sperrfeuer des Krieges zu simulieren, aber auch abseits davon ist die atmosphärische Dichte des Albums ganz weit oben. Meine Lieblingsstelle ist mit Abstand das Finale des Songs „Reue“, in dem Sänger Raphael Matzat „Vater, vergib mir meine Sünden!“ als letzte Textzeile des Albums ins Mikro kreischt, just, bevor ein kathartisches Gitarrensolo einsetzt und das Album mit dem Instrumental „Zerissenheit“ langsam ausklingt.

Wahrlich ganz großes Kino! Damit sind NOCTURNIS für mich auf jeden Fall die Newcomer des Jahres und „Unsegen“ ein heißer Kandidat für das Album des Jahres. Höchste Kaufempfehlung!


Bewertung: 10 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Am Rande
02. Unsegen I
03. Unsegen II
04. Niedergang
05. Reue
06. Zerissenheit




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