Der Countdown läuft, das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu. Doch keine Sorge, die „Abrechnung“ folgt noch in ausführlicher Form. Hier und heute kümmern wir uns erstmal um die Alben des Monats Dezember, dieses so absolut beschissenen Jahres…zumindest was Aktivitäten auf dem Live Sektor anbelangte, denn veröffentlichungstechnisch gab es wirklich eine Menge zu entdecken und die Flut von herausragenden Scheiben ebbte nicht ab.

Die Pole Position in diesem Monat übernehmen die teutonischen Tech Deather von Profanity, die in unserer Redaktion durch die Bank weg positive Bewertungen bekam und bei Einigen auch im Jahrepoll auftauchen wird. Doch das ist ein anderes Thema, welches wir Mitte Januar besprechen werden. Tech Death gibt es in unserer Auflistung ebenfalls von Depravity, die ebenfalls gut abschnitten, ebenso wie Oldschool Death der Sorte Heads for the dead, Heretic Warfare als unser Hot of the month, Humiliation und Pequod, mit denen wir auch noch ein schickes Gespräch geführt haben, welches wir Euch im Januar präsentieren werden. Doch weiter im Text.

Artenvielfalt hat unser Monthly Warfare einmal mehr, wie der Berliner Zoo Viecher hat, denn neben dem bei uns so wohlbekannten Geballer gab es auch ruhigere Töne von Vanden Plas oder Avatarium, die eine riesengeile Live Scheibe rausgehauen haben, die bei unserem Chef schon so manche Runde gedreht hat. Dazu Power Metallisches wie Persuader, Satan’s Fall, Iron Savior, Sainted Sinners und natürlich alles andere wie Dark oder Black mit The Deviant, Aeolian, Incursion und Misanthropia.

Ebenfalls haben wir uns dazu entschlossen, einen weiteren Tip einzubauen, denn manchmal finden einzelne Redakteure von uns Alben so dermaßen beeindruckend, der Rest aber weniger, doch es wäre nicht ok, wenn diese herunterfallen würden. Dementsprechend gibt es ab sofort zusätzlich noch den Premium CD Tip, der in diesem Monat aus Island von Fortid kommt.

Ihr sehr, es ist wieder reichlich passiert und wir hoffen, Euren Geschmack genauso getroffen zu haben, wie es diese ausgewählten Scheiben bei uns im Dezember taten. Guten Rutsch undsoweiter…wir lesen uns im nächsten Jahr wieder!


TOP 15 – DEZEMBER 2020


PROFANITY – Fragments of Solace - 9,5 Punkte

Profanity zocken hier scheinbar spielend einfach die gesamte internationale Konkurrenz so dermaßen an die Wand, dass es eine wahre Freude ist. „Fragments Of Solace“ ist wie eine endlos tiefe Notenwundertüte. Man weiß aufgrund der vielen Taktwechsel nie so richtig was man kriegt, aber es gibt in jedem Song so unheimlich viele Feinheiten, Facetten und Kleinigkeiten zu entdecken, was es dem Hörer schier unmöglich macht, die Platte selbst nach dem hundertsten Durchlauf auch nur im Ansatz als langweilig zu empfinden


PERSUADER – Necromancy (2020) - 9,5 Punkte

Wenn ich von jemandem, der noch nie mit Heavy Metal in Berührung gekommen ist, nach einem momentanen Referenzalbum gefragt werden würde, ich würde der Person ohne jegliche Gewissensbisse „Necromancy“ ans Herz legen, denn hier ist alles vorhanden, was das Metallerherz begehrt und zum Atmen benötigt. Ok, den halben Punkt weniger gibt es für die leider zu offensichtlichen Parallelen zu Hansi Kürsch zu seinen Glanzzeiten, doch ansonsten gibt es nichts, aber ach gar nichts an diesem brillanten Album auszusetzen.

AVATARIUM – An evening with Avatarium (2020) - 9,5 Punkte

„An evening with Avatarium“ ersetzt definitiv nicht das Erlebnis eines selbst erlebten Konzertes, ist aber nah dran und wurde bereits zweimal in den eigenen vier Wänden auf Partykompatibilität getestet und für gut befunden. Für mich ist die Scheibe eine der besten Live Alben der letzten Jahre und präsentiert eine Band, der nach oben hin keine Grenzen gesetzt sind.

ÆOLIAN – The Negationist (2020) - 9,3 Punkte

Alles in allem kann ich sagen, daß es ÆOLIAN gelungen ist, mich als Melo-Death-Abstinenzler total abzuholen. Die Abwechslung, Spielfreude, und die Vermischung von Melodie und Aggression, die die Band auffährt, zusammen mit dem Stilmix, der den Melodic Death wieder an seine Ursprünge zurückführt, dankenswerterweise Ausflüge in den Metalcore vermeidet, und natürlich auch die Gesangsleistung von Daniel, machen das Werk zu einem Leckerbissen, den ich von diesem Subgenre schon seit Jahren nicht mehr erwartet habe

HUMILIATION – XI Triumphant (2020) - 9,0 Punkte

Das Album braucht ein paar Durchläufe, da die Kampfmaschine so gut wie nie in höhere Geschwindigkeiten schaltet, was angesichts der Schwere derselben und dem unsicheren Geläuf im malaysischen Dschungel wohl auch nicht angemessen wäre. Dennoch wälzt sich der Panzer unaufhaltsam durch den Urwald, wenngleich an manchen Stellen tiefer Morast ein eher kriechendes Tempo verlangt.

VANDEN PLAS – The ghost experiment-Illumination (2020) - 9,0 Punkte

Wie bereits eingangs erwähnt sage ich nochmals: Mea culpa! Vanden Plas haben hier wirklich ein grandioses Album abgeliefert, welches jeden Liebhaber toller Musiker voll auf seine Kosten kommen lassen wird. Und von einigen, etwas flauschigen Klischees abgesehen, ist „Illumination“ in seiner Gänze extrem spannend und man kann unfassbar viel entdecken. Begebt Euch auf eine musikalische Reise, die zum Träumen einlädt. Chapeau!

PEQUOD – Spineless (2020) - 8,9 Punkte

Mit einer mehr als drückenden Produktion in der Hinterhand prescht das Quintett so herrlich forsch nach vorne und tritt dabei einigen Etablierten mit voller Wucht gegen das Schienbein, dass nicht nur blaue Flecke entstehen, sondern auch der Verlust besagter Extremitäten droht. Mal rasant, mal schleppend aber immer punktgenau mitten zwischen die Augen zocken Pequod einen zauberhaft frischen und so gar nicht altbacken klingen Death Metal

HEADS FOR THE DEAD – Into the red (2020) - 8,7 Punkte

Fett produziert macht diese zweite Schlachtplatte erneut mächtig Laune und lässt weiterhin die Hoffnung am Leben, dass es sich nicht nur um ein kurzlebiges Projekt, sondern um eine langfristige Kollaboration handelt, die vielleicht irgendwann auch mal den Weg auf die Bühne finden wird.

DEPRAVITY – Grand malevolence (2020) - 8,6 Punkte

Die Scheibe wird zu keinem Zeitpunkt langweilig oder klingt wie eine billige Kopie, sondern besticht durch ausgefeiltes Songwriting und tollen Ideen, die trotz der exorbitanten Härte und Geschwindigkeit mehr als einmal für anerkennendes Kopfschütteln (nach vorn, versteht sich) sorgt. Depravity sind ein verdammt heißes Eisen im lodernden Feuer der weltweiten Tech Death Gemeinde und dürften auch in den nächsten Jahren für viel Furore und Freude sorgen.

THE DEVIANT – Rotting Dreams Of Carrion (2020) - 8,5 Punkte

Die abwechslungsreiche und keineswegs monotone Darbietung zeigt wie auch im Extrem Metal Sektor ein brutales Brett aus den Boxen ballern kann, ohne in wiederkäuende Art immer dergleichen Einerlei zu verzapfen. Dabei zeigen sich The Deviant keineswegs altbacken, bereiten damit einen mehr als stimmigen Black Death Metal, der auch mal mit doomigen Facetten glänzen kann. Angesiedelt zwischen klassischen Morbid Angel, Celtic Frost und frühen Immortal.

SATAN’S FALL – Final day (2020) - 8,5 Punkte

Richtig schön fett produziert bietet das Quintett aus dem hohen Norden eine herrlich altbackene, dennoch frische Scheibe, die obendrein auch noch ein schickes Cover bietet, welches sich als Vinyl mit größter Sicherheit formidabel im Regal machen würde. Einen riesigen Vorteil bietet „Final day“ im Gegensatz zu vielen anderen Bands dieser Spielart: Abwechslungsreichtum!

SAINTED SINNERS – Unlocked & Reloaded (2020) - 8,4 Punkte

Insgesamt steht hier ein Hardrockalbum im Regal, welches ich Freunden des Genres, und auch Fans, der nicht ganz so harten Klänge guten Gewissens empfehlen kann. Denn wenngleich hier keine Meilensteine gesetzt werden, und SAINTED SINNERS bewußt im Fundus der oben genannten Gruppen wildern, bleibt am Ende doch eins: guter Hardrock, der durch eingängige Songs und Rock’n’Roll-Feeling gefällt.

INCURSION – The Hunter (2020) - 8,2 Punkte

Mir jedenfalls gefällt das Mini-Album wirklich gut, und obwohl oder weil es eben nix Neues bietet, auf Altbekanntem aufbaut, meinethalben auch Klischees verarbeitet, ist es doch fetzige Metalmucke, die ins Ohr geht, und dortbleibt, egal wie heftig man die Rübe schüttelt.

MISANTHROPIA – Convoy Of Sickness (2020) - 8,2 Punkte

„Convoy of Sickness“ ist ein geradewegs vielschichtiges Album, das zwischen dem Hauptaugenmerk aus melodischen Black Metal, auch zielsicher in andere Töpfe greift, sei es im klassischen und auch im Extrem Metal Terrain. Dabei lassen die Holländer den eigenen Charme keineswegs vermissen. Mit Anerkennung möchte ich dabei nicht geizen, in einem, in vielen Momenten mit Melodien überladenen Genre solch ein technisch, anspruchsvolles Werk offenbart zu haben.

IRON SAVIOR - Skycrest - 8,0 Punkte

Dieser teutonische Power Metal, den auch IRON SAVIOR zelebrieren, ist sicher nicht jedermanns Sache. Oft zu dick und digital aufgetragen und lange nicht so „down to earth“ wie so mach analog klingende Heavy Metal Band. Wir haben aber nun mal nicht mehr die 80er Jahre, sondern heutzutage kann jede Hinterhofband eine breit- und fettklingende Aufnahme produzieren, dann dürfen das auch etablierte Bands.


PREMIUM CD TIP


FORTÍÐ – World Serpent - 10 Punkte

Die beiden Isländer von Fortíð liefern mit ihren aktuellem Output „World Serpent“ pünktlich zum Jahresende noch einmal eine großartiges Ende in Punkto Viking Black Metal ab! Die beiden Mannen aus dem Herzen Reykjavik treffen meines Erachtens genau den Musikalischen Zahn der Zeit in diesem Genre und Verbinden die düsteren Black Metal Attitüden mit modernen, bzw. frischen Ideen und vergessen dabei nicht die epischen und verträumten Passagen.


HOT OF THE MONTH


HERETIC WARFARE – Hell on earth - 9,0 Punkte

„Hell on earth“ bietet dem Extrem Metal Fan alles, was das Herz begehrt. Großartige Riffattacken, gnadenlose Drums, die gerne auch mal in Highspeed durch die Kopfhörer galoppieren und eine geile Melange aus technisch hochwertigem Todesstahl der Sorte Hate eternal, speedigem Thrash, der auch auf dem Debüt von Legion of the damned hätte stehen können und technisch ausgefeiltem Songwriting, welches trotz auffallender Komplexität immer geradlinig nach vorne prescht.


WASTE OF THE MONTH


ANGEL – A Woman’s Diary- The Hidden Chapter - 1,5 Punkte

Sieht man sich das Cover an, wo sich die Dame inmitten Rottönen und rotem Kleid auch farblich an die Weihnachtszeit anlehnt, addiert den marketingtechnisch perfekt gesetzten Veröffentlichungstermin Anfang Dezember und die besinnlicangehauchte h Musik, schleicht sich zwangsläufig der Verdacht in die Synapsen, dass hier wohl recht deutlich nach der erhofften schnellen Mark im Weihnachtsgeschäft gegriffen wird. Sollte dies stimmen, gehören der Lady ordentlich die Ohren langgezogen.



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