HAMMERCULT | SURFACE | TORTURIZED | AWAITING DOWNFALL

28.04.2017 - Berlin @ Slaughterhouse

Die „Plague From The Underground Tour 2017” machte heute mal Halt im ehrwürdigen Underground Club „Slaugtherhouse“ in Berlin-Moabit. Moabit ist nun wahrlich nicht der Trendbezirk, obgleich im „Slaugtherhouse“ regelmäßig Konzerte aus dem Punk und Metal Sektor stattfinden. Am Freitagabend kann es jedenfalls nicht gelegen haben, dass nur ein überschaubarer Kreis den Weg nach Moabit gefunden hatte.

Nichtsdestotrotz fingen Torturized aus Magdeburg pünktlich um 21:30 Uhr an. Sie hatten das Los der ersten Band und kredenzten den Anwesenden ihren brachialen und hochtechnischen Death Metal. Alleine schon Schlagzeuger Lars versetzte die Zuhörer ins Staunen. Es konnte mal wieder bestens beäugt werden, dass Schlagzeuger von seinem Format keine Overdubs oder ein Zurechtrücken des Gespielten brauchen – ein Uhrwerk ist ein scheiß dagegen! Leider war der Sound der Gitarren etwas zu leise abgemischt, was die Band jedoch nicht wahrgenommen hatte und einfach Vollgas gab und bangte was das Zeug hielt. Dies sah am imposantesten bei Kollege Siggi aus, wenn er seine lange Matte kreisen ließ. Sehr gut gefiel mir auch Sänger Lu, der einen coolen und souveränen Auftritt hinlegte. Wenngleich mir Torturized insgesamt etwas zu heftig sind, haben sie mich doch sehr überzeugt, so wie die anderen Zuhörer, die nach und nach näher zur Bühne rückten und am Ende applaudierten und Zugabe riefen.

Zweite im Ring waren Surface aus Hamburg, die gegenüber Torturized mehr für den walzenden Death Metal standen. Weniger schnell, aber genauso intensiv. Jetzt stimmte auch der Sound. Auffällig waren, neben den neu hinzugekommenen Rauchsäulen, die hässlich pissgelben Shorts von Sänger und Gitarrist Tom Robinson. Das Rätzel um die Hose löste sich jedoch schnell. Die Hose sei zwar eng, aber sehr gemütlich und gehöre eigentlich seinem Basser Tim. Nun ja, das macht sie auch nicht hübscher. Davon mal abgesehen, lieferten Surface eine energiegeladene Show ab, bei der Sänger Tom mit seinem sympathischen Auftreten überzeugte und vor allem Gitarrist Jason Coffi mit seinem Gitarrenspiel glänzte. Jungs, wann kommt endlich ein neue Platte mit neuem Olympic Death Metal? Sehr geile Show!

Hammercult hatte heute die Aufgabe des Headliners inne. Ja richtig gelesen, danach spielte noch eine Band, aber Hammercult hatten sich den besten zeitlichen Slot, zwischen: „die Meute ist heiß gelaufen“ und „ach mein Bus fährt gleich, ich gehe dann mal lieber jetzt“, gezogen. Heute sollte es sogar Videoaufnahmen von Hammercults Auftritt geben, worüber ein Hinweiszettel vor der Show aufmerksam machte und Sänger Yakir Shochat zu Beginn der Show hinwies. Somit gaben Yakir und seine vier Jungs von Hammercult von Anfang an Vollgas und bediente die hungrige Masse mit ihrem Death-Thrash Metal. Es gab einen guten Querschnitt aus den bisherigen Alben zu hören und sogar eine thrashige Coverversion von MotörheadsAce Of Spades“. Bei Hammercult gab es auch die ersten Moshpits und man sah und staunte, mittendrin ein Rollstuhlfahrer, der von anderen hochgehoben wurde und feste mitbangte. Tja, die Metal Fans sind halt sozial und hilfsbereit – keine News, aber immer cool und löblich! Erstaunlich fand ich nur beim Bierholen kurz darauf, dass jener Rolli-Fahrer plötzlich wieder Laufen konnte? Er verschwand auch kurz danach schon wieder mit dem Filmteam zusammen?! Laut Aussagen von anderen Anwesenden handelte es sich wohl ein eine kurze TV Produktion und nicht um eine Live Aufnahme der kompletten Show?! Ok, Hammercult zockten ihr Programm weiter professionell runter und die restlich anwesenden Metalheads feierte sie nach allen Regeln der Kunst ab und sangen vielen Songs lauthals mit. Definitiv eine Knallershow, die Lust auf mehr macht!

Weit nach Mitternacht hatten dann die drei Jungs und ein Mädel von Awaiting Downfall, aus Geseke bei Paderborn, die schwierigste Aufgabe des Abends. Sie mussten nun noch die letzten Reserven der Anwesenden mobilisieren und das mit dem „softesten“ Sound des Abends. Im Prinzip klang der harte- bis melodisch groovende Metal nicht schlecht, er riss mich jedoch nicht mehr sonderlich mit. Erschwerend hinzu kamauch noch die eingenebelte Bühne, auf der zumindest Schlagzeugerin Miriam lange Zeit nicht zu erkennen war. Die paar verbliebenen Zuhörer störte das jedoch nicht und hatten sichtlich ihren Spaß. Morgen gastiert die Tour in Bitterfeld, da ist die Reihenfolge der auftretenden Bands wieder anders und dann dürfen auch Awaiting Downfall wieder vor mehr und fitteren Metallern spielen.

Der Abend war insgesamt mal wieder sehr kurzweilig und äußerst cool. Vier hart arbeitende und alles gebende Bands für einen schlappen Zehner zu sehen, ist sehr empfehlenswert und beispielhaft in dieser undankbaren „Pay to Play“ Zeit. Nur schade, dass nicht noch weitere 50 bis 100 Leute die Lokation besucht haben. So where is the fuckin´ Underground in Berlin, when the next plague is around?!

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