DANKO JONES | AUDREY HORNE

22.03.2017 - Berlin @ Huxleys

Es gibt Tage, da ist in Berlin nix los, und dann gibt es wieder Tage, da kommen alle Sachen mit einem Schlag. Der 22.03. war einer dieser Tage. An diesem Tag nämlich präsentierten In Flames ein besonderes Konzerterlebnis im Admiralspalast und im altehrwürdigen Huxley’s hat Danko Jones zum Rock’n’Roll-Stelldichein geladen. Da ich es tatsächlich verpeilt hatte, mich um eine Akkreditierung für In Flames zu kümmern (und mir dadurch den Spott des Kollegen Olaf auf mich gezogen habe), habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, dem Huxley’s einen Besuch abzustatten. Da ich die Taktik des örtlichen Veranstalters leider nur zu gut kenne, den Support schon vor dem offiziellen Konzertbeginn auf die Bühne zu schicken, habe ich mich extra beeilt um pünktlich vor Ort zu sein, denn die Vorband war Audrey Horne und die wollte ich um keinen Preis verpassen.

Doch an der Venue angekommen erwischte mich bereits an der Treppe die erste Überraschung: Denn ich bin es gewöhnt, dass man schon an besagter Treppe eifriges Treiben und Stimmgewirr von oben vernimmt. Doch an diesem Tag war es still – verdächtig still. Als ich den Saal betrat wurde es nicht besser, denn dort haben sich zu der Zeit maximal 100 Nasen versammelt. Traurig. Gut, In Flames haben wahrscheinlich eine gewisse Fanschnittmenge, aber soooo wenig hätte ich nicht erwartet. Und es war kurz vor 20 Uhr, also dem offiziellen Showstart. Vor Ort sagten mir die Securities, dass der Showbeginn erstmal nach hinten verlegt wurde, was auch verständlich war. Ich habe zwar damit gerechnet, dass sowohl Audrey Horne, als auch Danko Jones vor leeren Haus spielen werden, doch überraschenderweise füllte sich das Huxley’s dann doch sehr schnell, so dass Audrey Horne vor einem gut gefüllten Saal aufspielen durften. Und die legten auch gleich richtig energetisch los.

Bisher kannte ich lediglich die Alben der Band, habe diese jedoch regelmäßig abgefeiert. Nun also die Live-Premiere. Und die war für mich ein Einstand nach Maß. Die Band um Sänger Toschie bringt eine Energie rüber, dass es nur so eine Freude ist. Hier wird keine statische Show geboten. Die Norweger wissen, wie man eine anständige Rock’n’Roll-Show liefert. Die Gitarristen duellieren sich auf der Bühne, dass es eine Freude ist. Zum Ende des Sets verlassen beide die Bühne auch noch um im Publikum weiterzumachen – Bonuspunkt für diesen Einsatz. Aber auch Toschie zeigt Fannähe, denn er agiert während der Show öfter direkt am Bühnenrand und sucht den Kontakt zum Publikum. Auch er stellt sich zum Ende des Sets direkt in den Graben und klettert auf die Absperrgitter um die Energie des Publikums direkt mitzunehmen. Das war mehr als nur Höflichkeitsapplaus, den Audrey Horne am Ende bekommen haben. Hier hat die Band alles richtig gemacht.

Redemption Blues
This Ends Here
Youngblood
Pretty Little Sunshine
NY
Out Of The City
Waiting For the Night
Straight Into Your Grave

Nun, da das Huxley’s sich noch weiter gefüllt hatte und das Publikum durch die Vorband auf Betriebstemperatur war, konnte es am besten gleich weitergehen. Zum Glück dauerte der Umbau nicht allzu lange. Aber es war zumindest noch genug Zeit, um den inzwischen leeren Bierbecher wieder auffüllen zu lassen. Nach gut dreißig Minuten kamen dann endlich Drummer Rich Knox, Bassist John „JC“ Calabrese und Frontsau Danko Jones auf die Bühne und stiegen mit „I Gotta Rock“ gleich standesgemäß ins Set ein. Die Jungs wollten den Berlinern anscheinend zeigen, wer hier der Chef im Ring ist. Denn hier wird „Dicke Eier Rock“ Galore geboten.

Das Set hat einen anständigen Querschnitt durch die inzwischen einundzwanzig-jährige Karriere der Kanadier geboten, auch wenn ich anmerken muss, dass die drei Musiker zwar einen geilen Job ablieferten, doch wirkten sie in dieser Formation etwas verloren auf der großen Bühne. Da war bei Audrey Horne schon mehr Action, was auch daran lag, dass hier mehr Musiker tätig sind, die deutlich mehr Alarm machen können. Dennoch sind Danko Jones ja nicht von ungefähr so lange erfolgreich. Sie machen das Beste aus der Situation und Posen, was das Zeug hält. Hier ist vor allem Bassist JC ganz vorne dabei. Erwartungsgemäß war das neue Album „Wild Cat“ mit fünf Songs sehr prominent vertreten, die Songs haben sich aber prima ins Gesamtbild eingefügt und wurden genauso abgefeiert wie die Band-Klassiker.

Kurz vor Schluss zogen die Kanadier mit dem The Clash-Song „I’m So Bored With The U.S.A.“ noch einmal über den amtierenden US-Präsidenten her, was auch hierzulande gut ankam. Allgemein muss ich hier einmal anmerken, dass ich das Berliner Publikum selten so sehr hab steilgehen sehen, wie heute Abend. In Berlin ist sowas erfahrungsgemäß selten zu erleben. Eigentlich ist der maximale Gefühlsausbruch eines durchschnittlichen Berliner Konzertgängers ein zustimmendes Kopfnicken und eventuell noch – aber nur, wenn die Show mega ist – ein hochgestreckter Arm – Wahlweise mit Faust oder Pommesgabel. Aber heute konnten beide Bands das Publikum anständig animieren. Die Berliner waren voll dabei. Und wenn das passiert, dann haben die Protagonisten auf der Bühne alles richtig gemacht.

I Gotta Rock
Play The Blues
Sugar Chocolate
First Date
You Are My Woman
Code of the Road
The Twisting Knife
Forget My Name
Do You Wanna Rock
Legs
Full of Regret
My Little Rock N Roll
Had Enough
Going Out Tonight
Wild Cat
Cadillac
Lovercall
Gonna Be A Fight Tonight
Watch You Slide
I’m So Bored With The USA
Bring On the Mountain (Become The Mountain)

PAT

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