16.09.2017 - Köln @ Lanxess Arena

Als erstes möchte ich gleich mal klarstellen, dass dieser Konzertbericht von einem Konzertgänger geschrieben wurde, der auf dem Oberrang in der Lanxess Arena das Konzert verfolgt hat.

Ich muss sagen Freunde, Metallica sind ja irgendwie ein Phänomen. Lebende Metal-Legenden die stark diskutiert werden, aber trotzdem seit 30 Jahren immer noch die Massen in die Hallen ziehen. So auch in Köln! 2 Mal machte man die 18.500 Menschen fassende Arena voll und da wo Metallica drauf steht, ist zweifelsohne auch Metallica drin. Das Erfolgsrezept der Anfangsjahre funktioniert auch heute noch! Es ist die Mischung aus alten Klassikern wie „Sad But True“, „Master of Puppets“ oder „Fuel“ mit Songs vom neuen Album Hardwired… To Self Destruct, wie „Atlas Rise!“, „Moth Into Flame“ oder „Hardwired“. Dazu kommt ein James Hetfield, der seine Anfeuerungsrufe durch die Halle feuert, als gäbe es kein Morgen mehr!

Die Stimmung in der Halle war großartig. Alle bekannten Songs und Passagen wurde mitgesungen bzw. inbrünstig aus dem Körper geschrieen. Dieser Sound breitete sich in der Halle aus und sorgte auch bei mir für die ein oder andere Gänsehaut. Man muss aber auch fairer Weise sagen, dass es bei einem Metallica Konzert in den 90er Jahren mit Sicherheit auch etwas härter vonstattengegangen wäre. Ich habe mich mit einem Fan aus dem Innenraum unterhalten, der sagte mir, dass es teilweise etwas langweilig war. Nicht von der Musik her oder vom Feeling, nein vielmehr waren es die fehlenden Rangeleien und Mosh Pits. Jetzt muss ich sagen, dass ich von oben sehr wohl Mosh Pits gesehen habe, aber die konnte man leider auch an einer Hand abzählen. Da sind wir halt auch schon bei einem kleinen „Problem“ - die Metallica Familie wird älter! Auch wenn James Hetfield das so vielleicht nicht sieht. Er war sehr begeistert einen 12-jährigen im Publikum zu sehen, der mit seinem Dad zum ersten Metallica Konzert ging. Schade ist allerdings, dass er die gleiche Story auch am Donnerstag erzählt hat.

Von der Songauswahl unterschieden sich die beiden Konzerte dann aber doch. Spielte man am Donnerstag noch „Through The Never“, „Stone Cold Crazy“ oder „Creeping Death“, tauschte man das Ganze dann mit „Whiskey in the Jar“, „Fade To Black“ und „Battery“ und das war auch nur ein Auszug von getauschten Songs. Das fand ich persönlich sehr schön, denn es kommt ein Gefühl auf, als würden Metallica sich Gedanken machen was sie Ihren Fans präsentieren. Vielleicht sind ja auch einige Verrückte auf beiden Konzerten gewesen. Die alten Songs brachten die Menge natürlich zum Kochen. „Seek and Destroy“ an Position 3 zeigte gleich mal was im Publikum steckt.

Aber nun ist auch genug des Lobes, denn Metallica machen aus meiner Sicht nicht immer alles Richtiges. Denn Ihnen wird oft vorgeworfen nicht mehr Metal zu sein, dass sie Ihre Wurzeln verkaufen und nur noch Mainstream sind. Ich kann das in einer gewissen Art und Weise unterstützen. Denn es braucht bei einem Metallica Konzert keine kleinen Minidrohnen, die beleuchtet aussehen wie kleine Motten um dann in einer Choreo über Lars Ullrich zu schweben. Blödsinn… sieht zwar lustig aus, aber sowas erwartet ich von einem Pop-Künstler und nicht von Thrash Metal Göttern. Man muss auch sagen, dass Metallica schön auf den Entertainment-Zug aufgesprungen ist. 2 LKW voll mit Bühnentechnik sagt schon alles… da steht dann eine Bühne in der Mitte, mit einem Drum das sich dreht. Wir haben über 20 Bildschirmwürfel von der Decke hängen, die uns mit Bildern und Motiven beleuchten dazu Feuerwerk und Feuershow. Klingt irgendwie nicht verkehrt, aber das passt eher zu Bands wie Rammstein… die machen das aber auch schon von Anfang an. Bei einem Metallica Konzert lenkt mich das persönlich nur ab. Warum man nun auch ein Lila glitzerndes Drumset und eine Lila glitzernde Gitarre braucht ist mir auch nicht ganz klar, aber Geschmack ist ja bekanntlich verschieden! Der Sound war in den Oberrängen nun auch nicht der klarste, sondern vermischte sich teilweise. Das merkte man ganz besonders bei Kverlatak die vor Metallica die Stimmung einheizen sollten. Ein Glück gewöhnt sich unser Ohr schnell an solchen Sound, sodass es mit Dauer des Konzertes auch besser wurde.

Letztendlich muss ich sagen, dass es wohl mein letztes Metallica Konzert war - nicht weil die Mucke schlecht ist, oder ich mich nicht gut unterhalten gefühlt habe, sondern weil mir 114 € für Oberrang unterm Dach zu teuer ist - das Problem dabei ist noch, dass man auch nichts verpassen würde, denn Metallica Shows sind schon seit Jahren identisch. Solltest du Metallica noch nie Live gesehen haben, dann geh bitte hin! Denn es ist doch ein wahres Erlebnis, aber wenn du schon ein paar Metallica-Kerben in deinem Konzertpfosten hast, dann reicht auch ne gute Live DVD.

Bewertung: 8,0 von 10 Punkten

Setlist:
Hardwired
Atlas, Rise!
Seek & Destroy
Leper Messiah
Fade To Black
Now That We’re Dead
Confusion
For Whom The Bell Tolls
Halo On Fire
Whiskey In The Jar
Fuel
Moth Into Flame
Sad But True
One
Master Of Puppets
Battery
Nothing Else Matters
Enter Sandman

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