PRONG | STEAK NUMBER EIGHT | HARK

30.04.2015 - Berlin @ C-Club

Es kommt wirklich selten vor, dass ich innerhalb eines Jahres eine Band gleich dreimal live zu Gesicht bekomme. Dieses Phänomen betitle ich gerne scherzhaft mit „Das Amon-Amath-Syndrom“, denn die Schweden halten mit 6 gesehenen Liveauftritten innerhalb eines Jahres immer noch unangefochten den Rekord. Im Falle von Prong war es fast exakt ein Jahr zuvor, als Tommy Victor mit seinen Jungs das Lido zerlegten, um danach im November zusammen mit Enforcer und Overkill den Postbahnhof zu rocken und da ich persönlich einfach nicht genug von Tommys Mucke bekommen kann, freute ich mich erneut auf ein herrliches Headliner Konzert, welches mit einem ausgiebigen Einkaufsbummel begann und mit einigen Pilsetten zünftig eingeleitet wurde.

Den Abend begann dann auch mehr als vielversprechend, denn die Waliser von Hark legten mächtig los, hatten einen fetten Sound und konnten mich komplett begeistern. Von ihrem aktuellen Album "Crystalline"war ich zwar angetan, doch nicht ganz so überzeugt und insofern war es eine richtige Überraschung, dass Songs wie „Sins of sleeve“ oder „Mythopoeia“ live so eine Sprengkraft entwickeln. Das Stageacting war zwar recht hölzern und irgendwie hatte man das Gefühl, dass Sänger und Gitarrist Jimbon Isaac sich vielmehr hinter seinem Mikro verstecken wollte, doch letztendlich passte es einfach und wenn man sieht, was Drummer Simon Bonwick aus solch einem kleinen Kit für einen Punch rausholt, kann man nur von einem mehr als gelungenen Einstand reden verbunden mit der Hoffnung, dass Trio schnellstens wieder live in einem kleinen Club erleben zu dürfen.

Die darauf folgenden Steak Number eight waren dann musikalisch ein fulminanter Abstieg, denn der von der Band selbst als „Atmospheric Sludge“ angepriesene Sound war größtenteils unerträglich und einfach nur stinklangweilig, was die Raucherdichte im Club-Garten trotz strömenden Regens bewies. Viel zu berichten gibt es dazu dann auch nicht, lediglich, dass viele der Anwesenden recht froh waren, als die Belgier dann endlich die Bühne räumten.

Die folgende Umbaupause war dann doch etwas zu lang und als Prong dann endlich mit dem Titeltrack ihres letzten Albums "Ruining lives" auf die Bühne traten, ging ein erleichtertes Raunen durchs Rund und die vorderen Reihen füllten sich zusehends. Allerdings hatte ich von Beginn an schon den Eindruck, Tommy, Jason und Art irgendwie mit angezogener Handbremse hantierten, denn der um etliche Kilogramm erleichterte Riffgott ging nicht so ab, wie man es von anderen Auftritten gewohnt war. Dazu gesellten sich dann noch technische Probleme mit seiner Gitarre die wohl davon herrührten, dass irgendein besoffener Depp direkt beim Opener einen vollen Bierbecher auf die Bühne warf, welcher sich über seiner Soundleiste ergoss. Doch wo viele andere Musiker sich den Knallkörper zur Brust genommen hätten, agierte Tommy souverän und ließ sich davon nicht beeindrucken.

Die Setlist jedenfalls konnte durchaus begeistern und man merkte schnell, dass sich die gecoverten Stücke der "Songs from the black hole"prima ins Livegewand der Band einfügten, vor allem solch ein Kracher wie „Doomsday“ oder „Banned in D.C.“. Ich verstehe nur bis heute nicht, warum Prong permanent und scheinbar absichtlich auf „Remove seperate self“ verzichten, den ich immer noch für einen der besten Songs der Band halte. Doch das war Jammern auf höchsten Niveau, da ansonsten eine großartige Bandbreite der bisherigen Schaffensphase geboten wurde und die Leute diese mehr als wohlwollend annahmen. Als dann „Prove you wrong“ den Abend beendete konnte man attestieren, dass es sich um einen wirklich guten aber nicht überragenden Auftritt des Trios handelte…doch wie gesagt, das ist Jammern auf allerhöchstem Niveau…

Setlist:
Ruining lives
Seeing red (Killing Joke)
Beg to differ
Unconditional
Eternal heat
Lost and found
Doomsday (Discharge)
Turnover
Revenge…best served cold
Rude awakening
The barriers
Another wordly device
Whose gist is this anyway?
Snap your fingers, snap your neck
Power of the damager
Banned in D.C. (Bad Brains)
Vision thing (Sisters of Mercy)
Third from the sun
For dear life (Chrome)
Prove you wrong

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