HYEMS | BLOODSPOT | RED STONE CHAPEL | IDIOCRACY PROJECT

27.11.2015 - Marburg @ Trauma

Marburg hat ein eigenes Indoor-Festival, um die regionale Rockszene zu feiern und zu fördern. Ein löblicher Gedanke, der in der Umsetzung sehr viel Beiklang fand und bestens organisiert an jenem kalten Winterabend im Trauma über die Bühne ging. Es ist kein Geheimnis, dass ich auf die Blacksters von Hyems total abfahre. Da ließ ich mir es natürlich nicht nehmen der Releaseshow zu ihrem neuen Machwerk beizuwohnen.

Diese fand im Rahmen jenes zweitägigen Festivals im nett gelegenen Trauma in der kulturell sehr vielfältigen und mit einer lebhaften Metalsszene gesegneten Studentenstadt Marburg statt. Leider konnte ich den Opener nicht live erleben, da orkanartige Böen durch das Rothaargebirge und durch Hessen fegten, was meine Ankunft arg verzögerte. Aber ich kam mit Punktlandung an, um mir Red Stone Chapel reinzuziehen. Die Downverehrer brachten das Publikum gekonnt in Wallung und sorgten bei der weiblichen Belegschaft für ordentlich Schwung in den Hüften mit ihrem fetten Hard Rock. Viele Bands versuchen ja zurzeit ihre Einflüsse in dieser Richtung, sprich Rock mit dreckigem Southern, Blues, Doom kombiniert mit Metal und/oder Sludge, zu kanalisieren… und scheitern kläglich. Aber nicht so diese Jungs. Red Stone Chapel lösen ihre Aufgabe mit Bravour. Ein wahrer Volltreffer. Ich kannte die Band bislang nicht, aber ich kann nur jedem wärmstens empfehlen diese Band anzuchecken, wenn man auf Down und Konsorten steht. Die Jungs hier unterhielten von der ersten bis zur letzten Sekunde, wirkten sympathisch, erfahren und eingespielt. Mehr davon!

Als nächstes standen Bloodspot auf dem Programm. Death/Thrash bestens mit Herzblut gespielt und professionell vorgetragen. Leider wirkte das Publikum der Band gegenüber wohl gesonnen, aber die anwesenden Damen und Herren taten sich schwer damit mal für ein wenig Action zu sorgen. Lag es an der Tagesform des Publikums? An der Kälte? Sehr strange… da Bloodspot wirklich einen wirklich energiegeladenen Gig ablieferten, der einfach nur Spaß machte. Aber der Applaus war ordentlich laut und am Merch wurde die Band von neu gewonnenen Fans artig gelobt.

Und dann war es also soweit. Die Band, wegen der ich den weiten Weg aus Berlin auf mich genommen hatte, präsentierte ihr neues Album. Im Vorfeld gab es einige Turbulenzen und Irritationen, da um 23 Uhr im Club Sense mit live Mucke sein musste, da eine geräuschempfindliche Anwohnerin ansonsten selbst Radau machte…. Das erfuhr die Band um kurz vor zehn. Aber als Hyems dann los bretterten, gab es kein Halten. Und endlich wachte auch das Publikum auf. Aber so manche flüchteten auch völlig entsetzt schon im ersten Drittel des Sets und …äh ja, man kann sagen geradezu verstört. Black Metal mit aggressiv gekeiften deutschen Lyrics ist ja nun mal nicht so Mainstream, wa? Dafür blieb aber so manches Mädel, das ich in der ersten Reihe bei Pur oder Helene Fischer gewähnt hätte, brav stehen und bangte mit der Handtasche unterm Arm was das Zeug hielt. Für Hyems war es nicht nur der Abend ihres Releases, sondern auch der Abend der Rückkopplungen. Das schmälerte das Liveerlebnis und war äußerst irritierend. Für Band und Publikum. Zudem war vom Bass mal nur bedingt was zuhören. Trotzdem war die Stimmung aber wirklich gut und die Band haute ihre Black Metal Popsongs mit routinierter Power in das fröhliche Rund. Lieder wie das neue „Devianz“ oder das zeitlose „Ungeist“, zu dem es auch ein wirklich gutes Video gibt, haben es einfach drauf live zu überzeugen. Und das nicht nur eingeschworene Black Metal fans, sondern Fans aller harten Musikgattungen. Wer hätte das gedacht? Eine Black Metal Band, die eint? Trotz oder gerade wegen der Fuck You-Attitüde? Entscheidet es selbst und rafft euch auf, wenn Hyems mal in eurer Nähe zocken. Dazu sollte es ja nun des Öfteren Gelegenheit geben.

Marburg Echoes ist ein absolut empfehlenswertes Festival in kultiger Location. Wer in Hessen die regionale Szene unterstützten will, der sollte sich dieses Festival definitiv zu Gemüte führen.

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