Wir sind schon ernst genug, aber wollen gerade musikalisch nicht zu ernst rüberkommen.

Bis auf die Kinder vom Lake Bodom steht Finnland ja nun nicht gerade für eine florierende Thrash Metal Szene, was sich nun schlagartig ändern könnt, denn die Jungspunde von Lost society haben mit „Fast loud death“ eine echte Genre Keule rausgehauen, die zwar an einigen Ecken noch etwas holprig rüberkommt, dennoch für einen gepflegten Pit sorgen werden, sofern die Jungs es schaffen, bald in unseren Gefilden aufzukreuzen. Interessant ist das Teil allemal und somit traf es sich ganz gut, dass ich die Gelegenheit hatte mit Frontmann Samy ein klein wenig zu plauschen. Allerdings mit ein paar Stolpersteinen im Vorfeld und ziemlich knappen Antworten des ansonsten sehr sympathischen Jungen… Ey, sorry, dass das mit unserem Termin nicht geklappt hat, obwohl ich eine Tonne von Erinnerungen für das Interview bekommen habe, doch unser Bassist hatte Ärger mit seinem Auto und musste irgendwie in seine neue Wohnung. Ich hoffe, ich habe dadurch nicht Deine Zeit verschwendet?
Nicht die Bohne, alles o.k. Dafür haste jetzt aber nen bißchen Zeit mitgebracht?

Natürlich, also…auf geht’s (lacht).

Ich habe mal im Jahr 2000 3 Monate in Jyväskylä verbracht und habe keine allzu guten Erinnerungen an die Stadt. Wie lebt es sich dort als Eingeborener?

Eigentlich sehr gut, wenn es nicht immer so scheiße kalt wäre, aber man gewöhnt sich dran. Es ist eigentlich ein richtig schöner Platz zum leben.

Freunde, wenn ich nicht Euer Debüt in die Hände bekommen hätte, würde ich wahrscheinlich bis heute nicht wissen, wer Lost Society ist. Erzähl mir doch bitte ein klein wenig über die Geschichte der Band…

Ich habe die Band 2010 mit ein paar Schulfreunden gegründet, dann haben wir auch relativ schnell einen Proberaum gefunden und einfach losgelegt und viel Zeit mit komponieren verbracht. Allerdings verließen dann die restlichen Jungs die Band und ich habe mich nach neuen Mitstreitern umsehen müssen, was etwas Zeit in Anspruch nahm. Im Sommer 2011 hatte ich aber das jetzige Line Up zusammen, wir nahmen einige Demos auf, nahmen an regionalen Bandwettbewerben teil, wobei das „Battle of the bands“ das größte war und da auch Nuclear blast auf uns aufmerksam wurden. Im Oktober 2012 haben wir dann den Vertrag mit den Jungs abgeschlossen und begonnen, unser Debüt aufzunehmen, welches nächste Woche, am 15. Veröffentlicht wird.
Eine ziemlich schnelle und steile Karriere…

Da hast Du Recht. Das ging sehr schnell…verrückt, oder? (lacht)

17, 18, 19, 19…keine Lotterienummern, sondern Euer Alter. Witzig geschrieben auf Eurer Facebook Seite. Wie kommt man als solch junger Mensch dazu eine Musikrichtung zu spielen, die Leuten wie mir, so um die 40, die Jugend versüßt hat?

Alle von uns haben und hören immer noch Scheiben aus den Achtzigern, die einfach komplett zeitlos sind. Ich selber habe mit Kiss und Iron Maiden angefangen, habe mich dann aber mitAnthrax und Megadeth mehr als angefreundet, die ich immer noch verehre und vergöttere. Dazu kamen dann die üblichen Verdächtigen wie Exodus, Slayer, Sodom und somit stand sofort fest, in welche Richtung unsere Musik gehen würde.

Da trifft es sich ja vortrefflich, dass der alte Thrash Metal-Cover Held Ed Repka Euere CD mit einem seiner Werke veredelt hat…

Auf jeden Fall! Die Idee kam von Nuclear blast und sie teilten uns das mit, als wir mit den Albumaufnahmen fertig waren. Das ist wirklich ein Traum, denn wir hören heute noch immer und immer wieder die Alben, die er mit seinen Bildern bestückt hat. Es ist wirklich unfassbar geil!
Lost society. Ein Bandname, der eigentlich Sozialkritik ausdrücken könnte, doch davon scheint Ihr ja meilenweit entfernt…

Hahaha, da hast Du völlig Recht. Die Geschichte des Bandnamens ist eigentlich relativ unspektakulär. Wir hatten einen ganzen Haufen an Bandnamen, doch irgendwie wollte keiner so richtig zünden. Irgendwann fiel mir Lost society ein, welcher sicherlich als „sozialkritisch“ angesehen werden könnte, davon aber, wie Du so schön sagtest, meilenweit entfernt ist. Natürlich interessieren wir uns für die Probleme der Welt, doch Songs wie „Toxic avenger“ oder „Piss out my ass“ eignen sich nicht gerade dazu, diese zu lösen, hahaha. Wir sind schon ernst genug, aber wollen gerade musikalisch nicht zu ernst rüberkommen.

Es trifft sich gut, dass Du „Toxic avenger“ ansprichst, meinen absoluten Lieblingssong. Wie kommt man auf die Idee, einen einminütigen Song zu schreiben und diesen so voll zu packen mit Riffs?

Die Idee dazu kam, als ich den passenden Film dazu gesehen hatte und bei einer unserer Proben kam unser Gitarrist Arrtu mit zwei absoluten Killerriffs an, die Du auch im Song hörst. Dazu kamen dann die Drums und irgendwie war dann nach einem kurzen Jam der Song im Kasten und dementsprechend kurz geraten. Er ist einfach so perfekt, wie er ist und wenn wir da noch mehr reingepackt hätten, wäre der Song ruiniert worden.
Euer Debüt „Fast loud death“ ist ein ziemlich geiles Teil geworden, doch warum death? „Fast“ und „loud“ kann ich ja noch nachvollziehen…

Der Titel stammt aus einem Text und hat keinerlei tiefere Bedeutung, Wir fanden einfach, dass der Name prima zu uns passen würde. Schnell und laut ist klar und death passte einfach irgendwie prima dazu, hahaha.

Produziert hat das Album ja Spitzenmann Nino Laurenne, der durch seine Arbeiten unter anderem mit Amorphis Berühmtheit erlangt hat. Wie war das Arbeiten mit solch einem Topmann?

Es war absolut großartig und er ist ein mehr als feiner Kerl der genau wusste, was wir wollen und wie es zu klingen hat. Einfach oldschoolig mit einem modernen Sound…das hat er fantastisch hinbekommen. Es war ein fantastisches Arbeiten. Wir sind absolut zufrieden und würden nicht eine einzige Sache daran ändern.

Ein Song auf dem Album nennt sich „Trash all over you“. Ein kleiner Rechtschreibfehler oder Absicht?

Das ist cool, dass Du das ansprichst. Wir hatten uns da nicht wirklich einen Gedanken drum gemacht und haben im Nachhinein entschieden, dass wir damit den Müll meinen, der täglich um dich herum passiert. Da haben wir noch die Kurve gekriegt, hahaha.

Als Neuling seid Ihr ja beim Branchenprimus Nuclear Blast gelandet. Knüpft man daran nicht sofort auch die Hoffnung auf den großen kommerziellen Erfolg?
Das hoffen wir natürlich, hahaha. NB hat einfach das beste Promotion Team und die Publicity, die wir momentan bekommen, ist großartig. Sie packen uns überall rein und somit kommen die Leute nicht umhin, sich mit unserer band zu beschäftigen.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Ihr nun heiß darauf seid, das Album auch live vorzustellen. Gibt es Pläne für eine überregionale Tour oder werdet Ihr lediglich einige Festivals spielen? Beim Beastival seid Ihr ja schon bestätigt…

Wir werden in Finnland im Frühjahr und Sommer eine ganze Menge Shows spielen und werden mit Sicherheit auch noch das eine oder andere Festival mitnehmen. Das Beastival ist ja, wie Du richtig sagtest, bereits bestätigt. Mal sehen, was da noch so kommt.

Wie wird es weitergehen mit Lost society? Welche Hoffnungen und Wünsche habt Ihr für die nähere Zukunft?

Wir freuen uns erst mal sehr darüber, dass das Album nächste Woche erscheint, proben eine Menge, um dann auch live fit zu sein. Wir werden den Release natürlich gebührend feiern, hahaha.

Deine letzten Worte…

Danke für all den Support, den wir momentan bekommen. Hört Euch das Album an, habt genauso viel Spaß wie wir, als wir es aufnahmen und testet uns live an, wenn wir in Eurer Nähe sind. Es wird Euch umhauen.

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