Null...es gab kein Bier..naja, vielleicht eins

Was war das für ein Jahr für Betontod. Überragende Festivals, tolle Konzerte und mit „Entschuldigung für Nichts“ das mit Abstand beste Album ihrer gesamten Karriere, welches dann als Eigenproduktion mal locker die Top Ten der deutschen Verkaufscharts knackte. Unfassbar und ein toller Lohn für eine solch lange Karriere mit unzähligen Highlights. Längst schon muss man, wenn von Deutschrock die Rede ist, die Rheinberger auf die Poleposition setzen, denn keine andere Band dieses Genres schafft es, so viele verschiedene Stile in ihre Musik einfließen zu lassen, um sich damit vom Rest meilenweit abzusetzen. Allein diese von mir skizzierten Umstände machten es unumgänglich, mit Drummer Maik Feldmann ein wenig über das Für und Wider zu debattieren und da der Kesselflicker richtig Bock hatte, wurde es ein sehr informativer Austausch.
Hömma samma womma nomma Interview machen?

(lacht) Hm…das habe ich irgendwie in letzter Zeit öfter gehört. Aber is schon ok als Einstieg

Heute im SO36, quasi dem Nest der linken Szene. Fühlt Ihr Euch hier Zuhause?

Wir fühlen uns auf jeden Fall wohl hier. Cooler Laden, absoluter Kult und die letzten Jahre haben wir auch sehr oft hier gespielt, unter anderem mit Toxpack oder den Skeptikern. Nette Leute, alles klasse…

Meine Fresse, was seid Ihr 2012 durchgestartet. Neues Album mit „Entschuldigung für Nichts“, ein ziemlicher Stilwechsel…

Findest Du?

Auf jeden Fall, da Ihr diesmal unfassbar viele verschiedene Elemente zu Eurem Sound hinzu gefügt habt…

Wenn du das sagst (lacht)…aber ich will Deiner Frage nicht vorgreifen, die ja wohl noch kommt.

Richtig, gut aufgepasst (Gelächter) Als Belohnung dafür eine Chartplatzierung in den deutschen Top Ten. Wie viel Bier floss da zur Feier des Tages?

Gar keins, komisch, ne? (lacht) Die Ergebnisse kommen ja immer montags und der Tag eignet sich nicht ganz so richtig, um einen drauf zu machen. Ich habe mir abends still ein kleines Bierchen aufgemacht, das war’s dann aber auch schon. Klar hat uns dieser Erfolg mehr als gefreut, doch die Feier kam dann erst eine Woche später im Nightliner auf dem Weg zu einem Gig in Luxemburg. Mit diesem wirklich krassen Erfolg haben wir niemals gerechnet. „Antirockstars“ war auch schon recht erfolgreich und eigentlich sind Charts auch nicht wirklich Alles, dennoch ist es schön, wenn dein aktuelles Album den Erfolg des Vorgängers übertrifft und sich dieses auch anhand von Zahlen belegen lässt. Wir wären schon ins Grübeln gekommen, wenn nun weniger Leute das Album gekauft hätten, doch so konnten wir ganz klar erkennen, dass wir unserer Fanschar noch ein paar Leute hinzufügen konnten.
Ihr habt ja mit Betterthanhell quasi Euer eigenes Plattenlabel. Ist das nicht geil, wenn mal mit einer Eigenproduktion den Etablierten mal so richtig ans Bein pissen kann?

Es ist auf jeden Fall für die konventionellen Plattenfirmen, die ihre Künstler pushen wollen mit Sicherheit eine merkwürdige Situation, wenn da plötzlich eine Band vor ihnen steht, die alles in Eigenregie stemmt. Dennoch ist es ein unwiderlegbarer Beweis, dass man es auch schaffen kann, wenn man sein Geschick selbst in die Hand nimmt. Klar arbeiten wir auch mit Vertrieben zusammen, denn die CD in die Läden zu bekommen ist dann doch nicht ganz so einfach oder Mailorder Firmen, dennoch sind wir unserer eigener Herr. Wenn’s läuft, ist es gut und wir haben es richtig gemacht.

Allerdings hört sich das bei Dir ziemlich lapidar an, wie Du darüber sprichst. Understatement?

Hmm…nee, eigentlich nicht, denn es ist ja mittlerweile auch schon die dritte Platte, die wir selbst herausgebracht haben und das steigert sich langsam, denn wir haben ja noch andere Bands bei dem Label unter Vertrag, die wir auch produzieren und das birgt natürlich ne Menge Arbeit, die sich aber im Endeffekt auszahlt. Allerdings muss man, wenn die CD Verkäufe stetig steigen, auch mal Kompromisse eingehen, was den Arbeitsaufwand anbelangt.

Nicht das irgendwann der Bad Religion Effekt einsetzt, als Brett Gurewitz mit seinem Epitaph Label die völlig unbekannten The Offspring unter Vertrag nahm und dann keine Zeit mehr für seine Hauptband hatte…

Unsere Arbeitstiere sind Ado und Eule, die sich ums Label kümmern, doch der Vergleich hinkt etwas, denn in solchen Dimensionen bewegen wir uns noch nicht. Aber was nicht ist, kann noch werden. Wichtig ist, dass es bei uns abgeht und da sind wir momentan mehr als zufrieden.
Ihr seid eine Band, die live spielen Muss…

Wir haben uns über die Jahre hinweg den Ruf erspielt, dass bei unseren Konzerten immer gut was abgeht und daher ist es richtig: Wir sind definitiv eine Liveband!

ie jetzt mehr als Rockband oder doch Punk definiert wird, aus dessen Ecke ihr ja ursprünglich kommt…

Punk ist nicht nur eine Musik, es ist ebenso eine Lebenseinstellung. Wenn man unseren Weg nachzeichnet, wie wir uns alles selbst erarbeitet und vermarktet haben, ist das auch Punk.Betontod gibt es seit 23 Jahren und das sich da im Laufe der Zeit auch der Sound ein wenig verändert, ist ein ganz natürlicher Prozess.

Nochmal auf den Stilwechsel zu sprechen zu kommen. Ska Elemente („Entschuldigung für Nichts“)…

Und es gibt keinen weiteren Betontod Song, der so etwas beinhaltet. Es war schon gewagt, dass Teil aus Single rauszuhauen, doch sofort beim einsetzen des Chorus hört man ganz genau, dass es sich um uns handelt, dafür hat Olli einfach ein zu unverwechselbares Organ. Wir haben viel experimentiert…

…wie auch mit etwas Metal („In Sekunden“)

Richtig. Eule und ich haben an den Songs gearbeitet und dann kam so was bei raus (lacht). Unser Produzent Vincent Sorg (Onkelz, Broilers, Die apokalyptischen Reiter, um nur einige zu nennen…) war jedenfalls sehr angetan vom fertigen Endprodukt. So einen Luxus wie diesmal hatten wir noch nie im Studio und daher haben wir viel ausprobiert. So nen paar Maiden Gitarren hatten wir vorher schon mit drin und haben damit immer bewiesen, dass wir kein 08/15 Punkrock machen, sondern uns abgrenzen. Das ist auch einer der Gründe, warum wir oft für Metalfestivals gebucht werden und dort auch überzeugen können

Stimmt. Beim Rock Harz habt Ihr ganz schön abgeräumt…

Wobei sie uns da Spielzeit geklaut haben, weil die Band vorher überzogen hat… (die Rede ist von Gernotshagen-Olaf) Daher war es ein etwas kurzes Gastspiel.
…und natürlich der Saufsong des Jahres mit „Hömmasammawommanomma“. Zukünftig live unverzichtbar…

Das ist Betontod Attitüde, denn wir haben ja auf jeder Platte mindestens einen Funsong mit drauf, doch „König Alkohol“ vom letzten Album hat sich erstaunlicherweise live nicht etablieren können, was mich sehr verwundert hat. Die Nummer hat auf jeden Fall das Zeug dazu, unseren bisherigen Klassiker „Glück auf“ langfristig zu verdrängen. Wir haben ihn zwar erst zwei-dreimal gespielt, doch der geht ab.

Ihr habt seit 2010 beständig im Jahresrhytmus Alben herausgebracht, die sich nie glichen, vielmehr einen ungeahnten Facettenreichtum offenbarten und vor geilen Ideen nur strotzten. Woher kommt Eure Inspiration?

Es fliegt uns irgendwie zu und Eule, der für die Texte verantwortlich ist, hat ein recht großes Potential. Doch ich gebe Dir Recht, die letzten drei Jahre waren teilweise schon heftig und vor allem hatten wir fest damit gerechnet, dass dann schon mal die eine oder andere kritische Stimme kommt und uns vorwirft, wir würden zuviel Pulver verschießen…doch es kam nichts. Ich finde dennoch, dass wir trotz dieser kurzen Zeitspanne unser Level immer weiter und kontinuierlich steigern konnten, was auch dem in den Songs befindlichen Herzblut liegt, welches wir immer reinpumpen. Aber wenn man einen Schwung hat, muss man diesen auch unbedingt mitnehmen.
Ihr seid bei der Full metal Cruise mit an Bord. Ich stehe diesem Kommerzzirkus ziemlich skeptisch gegenüber und wundere mich etwas, dass Betontod dort mitmacht?

Naja, is schon ne nette Geschichte. Klar kann sich das nicht jeder leisten, doch dabei zu sein ist schon cool. Die ziehen da halt jetzt ne Nummer auf, die es sonst so nur in Amerika gibt und es genug Leute, die so was hier auch sehen wollen und warum soll man denen nicht auch die Gelegenheit dazu geben? Ich persönlich hab da nichts gegen.

Es gibt ja leider diese elendige Deutschrockdebatte, die ich auch mit 9mm ausführlich diskutierte. Nun kommt Ihr ja nun aus der Punkecke und habt Euch über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Dennoch interessiert mich mal brennend, ob man auch schon versucht hat, mit Dreck auf Euch zu werfen?

Hin und wieder, doch viele kennen uns noch von früher und daher erübrigt sich meist eine aufkommende Diskussion. Klar kommen wahrscheinlich die Leute, die uns früher aus der Linkspunkecke kannten, heutzutage mit uns nicht mehr klar, doch aufgrund unserer musikalischen Weiterentwicklung haben wir halt mittlerweile ein sehr breit gefächertes Publikum, welches wir auch entsprechend bedienen wollen. Punks, harte Jungs, kleine Mädchen (guckt etwas verstohlen zu einer Freundin von mir, die mich begleitete), Rocker, Metaller…da kommt alles. Das Publikum entspricht unserer Musik. Deutschrock ist ja schon fast durch die Medien gebrandmarkt und als „Beleidigung“ anzusehen. Betontod ist Betontod, daran gibt es nichts zu rütteln. Jeder soll es für sich interpretieren, wie er will.

3 Monate sind bereits vergangen, also kann man in 2013 schon mit einem neuen Album rechnen…schätze ich

Hahaha…nee, auf keinen Fall. Irgendwann muss man mal Ruhe lassen und eine Platte sacken lassen. Es gibt noch genug Leute, die das Album gar nicht besitzen und allein daher wäre es nicht ratsam, so schnell was Neues aufzunehmen.

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