Wo ist Kalle?

Akrea ist eine der wenigen Bands die ich kenne, die wirklich genreübergreifend Fans unter ihrem Banner vereint. Seien es Thrasher, Death Metal Freaks, Freunde der deutschsprachigen Musik oder auch Verehrer der eiskalten nordischen Mucke, wie Thor einer ist. Der lag mir schon lange vorm Rock Harz in den Ohren und freute sich sehr auf den Fünfer aus Bajuwarien, die nicht nur mit einer fantastischen Performance und entsprechenden Publikumsreaktionen den Pokal der besten ersten Band an allen drei Tagen einheimsen konnte, sondern auch, wie immer, fan-nah, sympathisch und vor allem technisch brillant ihr Können unter Beweis stellen konnten. Da die Jungs nun auch noch am 02.08.2013 mit ihrem dritten, abendfüllenden Album "Stadt der toten Träume" um die Ecke bogen war es an der Zeit, nach unserem letzten Interview im Rahmen der Reiter Tour 2011 mal wieder ein paar Antworten zu bekommen. Dazu gesellten sich an meine Seite Fabi Panzer, Sechssaiter, und Schlagwerker Jonas Nelhiebel und standen mir Rede und Antwort...
Als Opener heute um 11:50 Uhr die besten Reaktionen aller Bands auf dem Opener Slot…

Fabi: War das so?

Auf jeden Fall…da ging mächtig die Post ab…

Fabi: Ehrlich gesagt war ich als langjähriger Festivalgänger schon erstaunt, denn mittags ist man ja eigentlich noch nicht ganz so fit. Aber was ich gesehen habe war klasse, dafür ein großes „Dankeschön“ und meinen tiefsten Respekt.

Jonas: Manchmal stehen die Leute dann mit verschränkten Armen da, aber hier haben sich alle bewegt und gefeiert. Das war klasse.


In meinen Augen habt Ihr Euch eh seit der Reiter Tour ziemlich frei geschwommen. Wo Ihr damals noch ein klein wenig hüftsteif ward, sah das heute sehr beweglich aus…

Jonas: Wir haben unsere Erfahrungen gemacht…

Fabi: Das ist auch die Zeit, denn je öfter man spielt, desto lockerer wird man. Wir wachsen an der ganzen Sache, sind entspannter, sind dennoch konzentriert und freuen uns immer auf jeden Auftritt.

Jonas: Und auf alle Fälle nehmen wir uns selbst sehr ernst, obwohl wir heute vor den Auftritten auf mal ein Bierchen trinken, was wir früher nie gemacht haben.

Fabi: Wir schießen uns natürlich nicht die Lampen aus, gehen es aber etwas gemütlicher an. Wir genießen es einfach mehr und haben nicht mehr die Angst im Hinterkopf, dass wir uns mal verspielen.

Jonas: Wir wohnen auch nicht mehr alle so nah beieinander, wodurch natürlich dann immer die Vorfreude eine ganz andere ist, mal wieder mit seinen Kumpels Musik zu machen, wie auf diesem großartigen Festival.


Live scheint für Euch eh sehr wichtig zu sein…

Fabi: Während der Entstehungsphase von „Stadt der toten Träume“ haben wir ein dreiviertel Jahr nicht live gespielt, was für mich persönlich eine sehr harte Zeit war. Vorletztes Wochenende haben wir dann endlich mal wieder einen Auftritt gehabt, jetzt hier und es ist einfach geil, endlich wieder zu spielen. Das Album kommt raus, die Promotion läuft, es könnte nicht besser sein.
Überrascht war ich als ich hörte, dass Ihr ein neues Album in der Mache habt. Geheimniskrämerei?

Jonas: Nö, eigentlich nicht. Das Einzige was wir uns eigentlich auferlegt haben war, dass wir uns für die Vorproduktion einfach etwas mehr Zeit gelassen haben als sonst. Wir haben einfach mehr an den Songs gefeilt, was man so vielleicht nicht von uns erwarten konnte.

Fabi: In dieser Ausarbeitungszeit waren wir nicht so aktiv in den sozialen Netzwerken und daher war es vielleicht doch eine kleine Überraschung. Die Promotion jetzt läuft allerdings sehr gut, es sind einige Sachen geplant und ich bin gespannt, wie die breite Presse darauf reagieren wird.

Jonas: Anmerken will ich noch, dass diese Phase des „Zurückziehens“ uns und auch den Songs sehr gut getan hat. Keine Auftritte, Bandproben, arbeiten. Das war eine sehr produktive Arbeitsweise.


Dann kommen wir doch mal gleich zum neuen Album: Ein fetter Sound, eine tolle, organische Produktion…aber ein Kritikpunkt habe ich. Mir fehlt da Jemand auf dem Cover…

Jonas: Wo ist Kalle? (Gelächter)

Fabi: Uns ist bei einem Cover wichtig, dass ein Bezug zu den Texten da ist. Was hat sich Sebi dabei gedacht und wie können wir das visuell umsetzen. Das letzte Mal bei „Lügenkabinett“ war es eine logische Konsequenz, Kalle aus Cover zu nehmen, den brauchten wir unbedingt. Das Medium, was jetzt auf dem Cover zu sehen ist, passt optisch einfach besser zum Gesamtkunstwerk. Vielleicht werden wir daher diesmal wegen dem Cover nicht ganz so zerrissen wie beim letzten Mal (Gelächter).

Jonas: Das gab teilweise schon recht üble Kritiken deswegen.

Fabi: Es musste damals aber so sein und wir als Band stehen auch heute noch voll und ganz dahinter. Es war zu dem Zeitpunkt einfach die logischste und beste Entscheidung.
Nochmal auf Euren Sound zu sprechen. War der so gewollt oder hat er sich erst während der Aufnahmen so entwickelt?

(beide unisono) Gewollt!

Mir fiel halt damals beim Konzert auf, dass Ihr live viel gewaltiger seid, als auf CD…

Fabi: Und das haben wir uns auch gesagt, dass der Livesound auch unbedingt auf Platte drauf sein muss. Komischerweise hatten wir uns das auch bei „Lügenkabinett“ so vorgenommen, doch als wir beide Scheiben hintereinander gegengehört haben, sind uns die Kinnladen runtergefallen. Mann, was war „Lügenkabinett“ komprimiert und stellenweise zusammengequetscht. Was zur Hölle haben wir da gemacht? Es ist uns so nie aufgefallen…völlig verrückt. Ein geiles Album ist es trotzdem, da stehen wir 100%ig dahinter, aber der Soundunterschied ist schon extrem. Ich habe mich in den Sound auf der neuen CD komplett verliebt (lacht). Victor hat mal wieder eine richtig starke Arbeit abgeliefert.

Das finde ich auch und vor allem meine ich, dass sich Victor Bullock (oder auch bekannt als V.Santura) zu einem der besten Produzenten in Deutschland gemausert hat, da seine Arbeiten zwar ein gewisses Erkennungsmerkmal haben, dennoch immer gänzlich unterschiedlich und auf die Bedürfnisse der jeweiligen Bands zugeschnitten ist…

Fabi: Er versteht einfach die Bands, gerade was die Sounds und das Recording betrifft und geht auf diese ein. Er begreift die Gruppen meist besser, als diese sich selbst und stellt sich exakt darauf ein. Er ist da ein absoluter Profi und genau deshalb sind wir ja nun schon zum dritten Mal zu ihm gegangen. Alternativen gibt es ja immer und selbst wenn wir die finanziellen Mittel gehabt hätten, wären wir zu keinem anderen gegangen. Victor versteht uns einfach und weiß ganz genau, wie wir ticken und was wir brauchen. Auch zwischenmenschlich passt es einfach…

Jonas: Es gibt drei Faktoren die für ihn sprechen: Er kennt die Musikrichtung durch seine Arbeit bei Dark Fortress oder auch Celtic Frost, hat daher einfach das richtige Gespür und weiß daher genau, was für eine Energie übermittelt werden soll. Zweitens ist er total eigenständig. Beispiel: Als wir alle beim finalen Mix zusammensaßen sagte er uns, dass er absichtlich die Lautstärke ein bisschen leiser gemacht hat, um mehr Dynamik zu bekommen und mehr Raum zu haben. Das hat er halt selber erkannt. Und der dritte und ganz wichtige Faktor ist einfach das, was Fabi schon sagte: Das Zwischenmenschliche! Es macht so ein Spaß, mit ihm zu arbeiten.

Fabi: Das ist keine Massenabfertigung und es macht einfach unfassbar viel Fun, mit ihm zu arbeiten.

Jonas: Er kann Rock’n’Roll genauso wie Death Metal…das macht ihn so einzigartig
Habt Ihr denn eigentlich noch im Studio nachgearbeitet oder standen die Songs alle schon?

Jonas: Es ist tatsächlich in Zusammenarbeit mit Victor noch Einiges hinzugekommen, da er während der Produktionsphase quasi unser sechstes Bandmitglied war. Er ist ja auch als Produzent für das Endprodukt mitverantwortlich und von daher kam schon manchmal der mahnende Zeigefinger (lacht).

Und da gab es keine Reibungspunkte? Ich persönlich bin ja zuweilen ziemlich kritikresistent…

Fabi: Überhaupt nicht, denn er weiß ganz genau, wann er was sagen muss oder ob er mit seinen Anmerkungen uns vielleicht…naja…entgegen arbeiten würde. Wenn er allerdings gemerkt hat, dass wir uns selber uneins waren, hat er sich auch eingemischt und eingebracht. Und das ist auch gut so. Wir wollten auch seine Meinung. Es gab auch im Vorfeld keinerlei Alternative zu Victor, der stand von Beginn an fest.

Welches Konzept steckt denn hinter „Stadt der toten Träume“?

(Gelächter) Jonas: Das kannst du mal übernehmen Fabi…

Fabi: Es ist nach „Lebenslinie“ mal wieder ein Konzept, welches auf Sebi’s Mist gewachsen ist und er hat sich von dieser Final fantasy Reihe beeinflussen lassen. Ganz ehrlich, ich hab da gar keine Ahnung von und weiß nur, dass das irgendwas aus Japan ist (lacht). Er hat sich aber total in dieses Storytelling verliebt und ist da total eingetaucht, hat riesige Texte geschrieben, in die ich mich total und komplett verliebt habe. Wir lassen ihm da die totale Freiheit, er kann sich seine Inspiration von daher holen, woher er will. Dennoch sind die Texte so verpackt, dass sich der Außenstehende dort selber einfuchsen kann und seine eigenen Interpretationsmöglichkeiten hat.

Also habt Ihr mit diesem Album erneut das damals bereits angesprochene Akrea Glück?

Fabi: Das wird sich zeigen, aber die Entstehungsphase hat nichts mit Glück zu tun gehabt. Vielleicht tat es auch gut, dass wir teilweise für „Lügenkabinett“ ein klein wenig Prügel eingesteckt haben, um daraus Stärke zu gewinnen. Dennoch stehen wir zu 100% hinter allem, was wir gemacht haben oder auch zukünftig machen werden…und wenn die uns jetzt wegen der Frau auf dem Cover abfotzen sollten (hat er wirklich so gesagt…Olaf), dann ist uns das scheißegal. Es ist auf jeden Fall unser bestes Album, auch wenn das jetzt ein total abgefuckter Spruch ist (Gelächter).
Dummy

Ihr habt ja auch ne super Promotion und mit Drakkar nen starken Partner im Rücken, oder?

Jonas: Auf jeden Fall! Gerade Jan Hoffmann macht einen tollen Job und gibt immer sofort Rückmeldung wenn was reinkommt. Das ist dann wieder das Akrea Glück, dass wir mit solch geilen Leuten zusammen arbeiten dürfen.

Ne Tour?

Fabi: Das ist noch ein wenig früh. Wir müssen erst mal die Reaktionen der Presse, der Fans und auch andere Rückmeldungen abwarten. Dazu natürlich eventuelle Verkaufszahlen, dann sehen wir weiter. Uns ist es auf jeden Fall sehr wichtig live zu spielen, natürlich auch um das Album zu promoten.

Jonas: Wir wollen unbedingt live spielen und umher reisen, das ist für uns wichtig. Verkäufe sind zwar auch wichtig, taugen aber mehr für’s Ego. Unsere Gigs sind uns einfach wichtiger. Für die Plattenfirma sind natürlich andere Faktoren wichtiger.

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