Ein würdiger und legitimer Nachfolger

10. - 11.06.2016 @ Rotenburg/Wümme

Noch immer trauere ich dem Metal4Splash hinterher, das 2014 das letzte Mal am beschaulichen Weichelsee in Rotenburg an der Wümme stattfand. Da ich keineswegs alleine mit dieser Meinung da stand, haben sich einige Rotenburger zusammengefunden, einen Verein gegründet und dem Badesee ein neues Festival geschenkt. Das neue Weichelsee Open Air war geboren. Für mich war es mehr als selbstverständlich auch wieder anwesend zu sein.

Das Lineup bestand zum größten Teil aus Bands der mehr oder weniger nahen Umgebung, als Headliner hat sich aber dennoch Motorjesus gefunden, die nach all den Jahren im Geschäft auch nicht mehr allzu unbekannt sind. Insgesamt waren die Bands gut durchmischt und für jeden Geschmack sollte etwas dabei gewesen sein.

Der Freitag war als WarmUp eingeplant, weswegen nur zwei Bands spielten. Ich muss leider zugeben, dass ich den Großteil von Shotgun verpasst habe, da ich fest davon ausging, dass die normale Bühne bespielt wird – leider war es dann doch nur die kleine Musikbühne im Strandhaus, was ich einfach zu spät bemerkte. Ich entschuldige mich hiermit für meine Unachtsamkeit. Dafür haben dann Double Me ordentlich warm gemacht. Die Band besteht aus gerade mal einem Drummer sowie einem Gitarristen, der gleichzeitig das Mikro bedient. Diese Konstellation sieht man doch recht selten, mir fallen hier nur Mantar und Bölzer ein. Die Hamburger konnten ordentlich Druck machen und das Strandhaus recht gut füllen. Einige ließen sich von der Musik sogar so sehr mitnehmen, dass der Mikroständer kurzer Hand den Abgang machte. Eventuell war die kleine Bühne einfach wirklich zu klein ;) Mir haben die Jungs sehr gut gefallen, sie haben definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient, also zögert nicht mal reinzuhören.
Viele der Gäste sind erst am Samstag angereist, diese haben wirklich etwas verpasst. Der Tag wurde dann von Eat What You Kill eröffnet. Die Corer konnten gute Stimmung machen und die ersten Leute vor die Bühne locken. Zugegebener Maßen schienen auch viele das Festival vom Zelt aus zu verfolgen, denn für einen Großteil war die Bühne in Hör- und Sichtweite, was dem kleinen Gelände geschuldet war. Spaß hatten die Hamburger aber dennoch, das war offensichtlich. Beachtlich war, dass selbst die Opener ne gute Stunde Spielzeit bekamen, das habe ich sehr begrüßt. Die Umbauzeiten waren auch ein wenig großzügiger, dafür bekam man aber einen verdammt geilen Sound.

Als zweites standen dann Sorrowfield auf der Bühne. Es waren ein paar Leute weniger als zuvor vor der Bühne, was aber vermutlich mehr an der stechenden Sonne lag, denn musikalisch hat Sorrowfield abgeräumt. Laut ihrer Facebookseite machen die Bremer Pure Scandinavian Pussy Metal, was andere evtl auch gleich als Melodic Metal bezeichnen würden. Schubladendenken mal beiseite, es hat Spaß gemacht! Insbesondere die Hawaiihemden der Band passten perfekt zum strahlenden Wetter, ein paar mehr Zuschauer wären aber auch verdient gewesen.

Für To the Marrow war der Auftritt praktisch ein Heimspiel, welches die Rotenburger herzlich gemeistert haben. Feinster Death/Thrash der ordentlich die Füße massiert hat und mich als Gitarristen hat mich insbesondere die feine Gitarrenarbeit angesprochen. Die melodischen Parts haben sich mit dem Geknüppel hervorangend arrangiert und das Paket abgerundet. To the Marrow werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

Craving
habe ich hier jetzt zum vierten Mal gesehen, jedoch das erste Mal im neuen Lineup. Ich bin ja schon lange ein Fan dieser Oldenburger Chaoten, aber bei Wechsel von Bandmitgliedern bin ich immer ein wenig skeptisch. In diesem Fall jedoch vollkommen zu Unrecht, denn die Neulinge Wanja und Tobi konnten an Schlagzeug und Gitarre mehr als überzeugen. Melodic Blackdeath wie er im Buche steht. Einzig an Frontmann Ivans Outfit muss ich mich noch immer ein wenig gewöhnen. Als Vorgeschmack auf das dritte Album, das irgendwann später im Laufe des Jahres erscheinen soll, wurde hier erstmalig ein Song von der kommenden Scheibe gespielt. „Spirits of the Dead“ klang besonders vielversprechend und hat mich wirklich heiß auf die Platte gemacht. Macht mal hinne Jungs, ich will das Teil endlich kaufen dürfen!

Von allen Bands des Festivals konnte ich mit Gloomball ehrlich gesagt am wenigsten anfangen. Das lag weniger an fehlendem Talent, denn das ist durchaus vorhanden, sondern war mehr der Tatsache geschuldet, dass mein persönlicher Geschmack ein wenig anders aussieht und mir die Musik zu weichgespült erschien. Viele Besucher des WsOAs sahen das aber offensichtlich anders, denn das Infield hatte sich zusehends gefüllt und unterhalten konnte die Truppe allemal!

Nailed to Obscurity
haben auch schon auf Anfangs erwähntem Metal4Splash gespielt und waren hier jetzt als Co-Headliner zurückgekehrt. Man hat gemerkt welchen hohen Anspruch die Band an sich selbst stellt, denn die Show war nahezu perfekt durchgeplant. Es gab keine schnellen Übergänge zwischen den Songs, sondern man wollte gezielt die Aufmerksamkeit konstant halten, von der ersten bis zur letzten Note. Der Wechsel von ruhigen Parts und schnellem Deathmetal Gedresche machte die Musik abwechslungsreich. Ebenso wie bei Craving muss aber langsam mal mit neuem Material nachgelegt werden. Es war der wohl atmosphärischte Beitrag des Festivals und Nailed to Obscurity sind definitiv einen Blick wert!
Als Headliner waren nun Motorjesus, auch bekannt als Motorjupp, an der Reihe und das Infield war wirklich prall gefüllt. Die Rocker haben die Bühne nahezu abgerissen und konnten mit ihrer Musik sowie dem typischen Humor mehr als unterhalten. Ich persönlich kann zwar das Autofahren nicht ausstehen, aber bei Motorjesus bekam selbst ich Lust in den nächsten Wagen zu steigen und loszubrettern und das war kein Fluchtreflex! Das schafft eigentlich keiner und somit komme ich nicht umhin das Prädikat: Sehr Gut zu verleihen.

Das WsOA ist perfekt in die Fußstapfen meines geliebten Metalsplashes getreten. Die Bands haben durchgehend zu überzeugen gewusst und ich hoffe sehr auf eine weitere Ausgabe. Die Location kann gar nicht oft genug erwähnt und gelobt werden, denn wo kann man bitte sonst Barfuß ausm See direkt vor das (sandige) Infield laufen. Selbst wer in der hintersten Ecke zeltet ist in maximal drei Minuten vor der Bühne, sofern er sich nicht im Suff auf die Nase packt. Zwischendurch gab es noch kleine Feuershows. Ich persönlich hätte auf diese auch verzichten können, denn ich konnte mit derlei Sachen noch nie etwas anfangen, aber es hat mich auch nicht abgeschreckt.

Ich hoffe sehr, dass die Kasse am Ende gestimmt hat und ich nächstes Jahr wieder an den Weichelsee fahren darf. Gerade für eine erste Ausgabe hat man alle Hürden perfekt gemeistert und mir praktisch nichts zu Meckern übrig gelassen!

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